Informationen und qualifizierte Einschätzungen zu Chancen und Risiken
030-288 817-20
1683
CSU stärkt Merz den Rücken: Widerstand gegen EU-Haushaltspläne

EU-Haushaltsdebatte: CSU fordert EU zur Sparsamkeit auf

Inmitten des Haushaltsstreits mit der EU stärkt die CSU dem Kanzler den Rücken. Die CSU lehnt den überdimensionierten Finanzrahmen der EU-Kommission ab. CSU-Landesgruppenchef Alexander Hoffmann sagt gegenüber FUCHSBRIEFE: "Die EU muss den Haushalt auf ein angemessenes Maß reduzieren."

Im Hauhaltsstreit mit der EU gibt die CSU Kanzler Friedrich Merz demonstrativ Rückendeckung. Denn Deutschland ist klamm, aber die EU fordert für die neue Haushaltsperiode mehr Geld von Berlin. Das lehnt die CSU ab. „Der Vorschlag der EU-Kommission zur Ausweitung des mehrjährigen Finanzrahmens ist deutlich überdimensioniert und für Deutschland nicht akzeptabel.“ Das sagt CSU-Landesgruppenchef Alexander Hoffmann den FUCHSBRIEFEN.

EU soll Budget auf ein angemessenes Maß reduzieren

Für den nächsten langfristigen EU-Haushalt plant die EU-Kommission ein Volumen von 1,76 bis 2 Milliarden Euro. Vorgesehen sind z. B. massive Ausgabensteigerungen für Verteidigung. Zudem plant die EU neue Einnahmen wie etwa eine Digitalabgabe oder eine Steuer auf Krypto-Vermögenswerte. Über die Verteilung der EU-Beitragseinnahmen wird auf den EU-Gipfeln gerungen.

Die Gegenwehr in Berlin ist hartnäckig. „Wir unterstützen die Bundesregierung in ihren Verhandlungen, um das EU-Budget für die Periode 2028 bis 2034 auf ein angemessenes Maß zu reduzieren. Brüssel darf nicht immer neue Kompetenzen an sich ziehen“, sagt Hoffmann zu FUCHS.

Patzelt: Widerstand gegen Brüssel ist konsequent

Dass die Bundesregierung im Vergleich zu frühen Jahren härter mit der EU verhandelt, ist für Politikwissenschaftler Werner Patzelt (TU Dresden) eine logische Konsequenz. „Die Zeit, in der sich Deutschland als reicher Onkel Europas politischen Einfluss kaufen konnte, ist vorbei. In konjunkturell schwierigen Zeiten, in denen bei uns Einnahmen wegbrechen, muss jeder Euro zwei Mal umgedreht werden, bevor er ausgegeben wird. Das wird auch in Brüssel nachvollziehbar sein,“ sagt Patzelt den FUCHSBRIEFEN.

Gleichzeitig warnt der Politologe vor einem zu forschen Auftreten in Brüssel. Die EU sei für Deutschland der wichtigste Wirtschaftsraum. Im Wettbewerb mit den USA und China garantiere der Binnenmarkt für das Land Wohlstand. Patzelt: „Hier müssen gleichzeitig im Bundeshaushalt Einsparpotenziale gehoben werden. Wir können es uns auch nicht mehr leisten, das jährlich Tausende Migranten in die Sozialsysteme einwandern.“

Klingbeil muss Löcher stopfen

Bundeskanzler Friedrich Merz hatte in Brüssel bereits deutlich gemacht, dass Berlin bei den EU-Beitragszahlungen den Rotstift ansetzen müsse. „Wir müssen den Haushalt finanzieren können. Ein massiver Aufwuchs des EU-Haushalts passt nicht in die Landschaft", sagte Merz.

Finanzminister Lars Klingbeil musste allein für den deutschen Haushalt 2026 eine Deckungslücke von 21 Milliarden Euro stopfen. Dafür mussten alle Ministerien pauschal ein Prozent ihres Budgets einsparen. Zudem löste der Bund Rücklagen auf und stellt in der Koalition bereits vereinbarte Vorhaben (z. B. Erhöhung des Bafögs) unter Finanzierungsvorbehalt. Für die Jahre 2027 bis 2029 summiert sich die Haushaltslücke nach Schätzungen auf über 150 Milliarden Euro.

Fazit: Der Widerstand Berlins im Haushaltsstreit mit Brüssel ist ernst gemeint. Denn Deutschland muss angesichts klammer Kassen sparen und will deshalb die Zahlungen an Brüssel nicht deutlich aufstocken müssen. Bleibt lediglich abzuwarten, ob sich Berlin gegen Brüssel durchsetzen kann.
Neueste Artikel
  • Gesamtschau und Wochenbericht in KW 29 für PP V, PP VII, PP VIII und PP IX

FUCHS-Performanceprojekte: Risikodisziplin bleibt der entscheidende Erfolgsfaktor

Illustriert mit Canva und ChatGPT
Vier Projekte, hunderte Anlageentscheidungen und völlig unterschiedliche Strategien. Dennoch zeigt die aktuelle Auswertung der FUCHS-Performance-Projekte ein erstaunlich einheitliches Bild. Nicht die aggressivsten Portfolios stehen vorne, sondern die Manager mit der konsequentesten Risikokontrolle. Während einzelne Häuser spektakuläre Vermögensstände erreichen, überzeugen andere durch außergewöhnliche Stabilität. Lesen Sie hier.
  • Fuchs plus
  • Wochenbericht zu Projekt IX in KW 29: Vermögensverwalter im Belastungstest

BTV, Berliner Sparkasse, Deka und LLB vor der Benchmark

Illustriert mit Canva und ChatGPT
Das Benchmarkdepot setzt auch in Projekt 9 (Stiftungsportfolio) hohe Maßstäbe. Dennoch gelingt vier Vermögensverwaltern der Sprung über die Referenzmarke. Während die Bank für Tirol und Vorarlberg das Feld beim Vermögensstand anführt, überzeugen Berliner Sparkasse, Deka Vermögensmanagement und die Liechtensteinische Landesbank mit konstant starken Ergebnissen. Die aktuellen Zahlen zeigen, wer Risiken kontrolliert und warum die Mehrheit der Teilnehmer hinter der Benchmark zurückbleibt.
  • Fuchs plus
  • Wochenbericht zu Projekt VIII: Sieben schlagen die Benchmark

Genève Invest, Hansen & Heinrich und FV Frankfurter Vermögen vorne

Illustriert mit Canva und ChatGPT
Das Benchmarkdepot gilt in Projekt 8 als Messlatte für aktives Fondsmanagement. Dennoch haben sieben Vermögensverwalter den Referenzwert inzwischen übertroffen. Während Genève Invest den größten Vermögensvorsprung erzielt, überzeugt FRÜH & PARTNER mit einer außergewöhnlichen Kombination aus Rendite und Risikokontrolle. Viele bekannte Namen bleiben dagegen hinter dem Maßstab zurück. Die aktuellen Zahlen zeigen, wer echten Mehrwert schafft und wer Anlegern aktuell wenig Mehrertrag bietet.
Zum Seitenanfang