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Migrations- und Asylpaket der EU wird beschleunigt

EU könnte Migrationspakt vorziehen

In der EU wächst der Druck, die erst für 2026 geplante Migrationspolitik vorzuziehen. Hintergrund: Im Mai 2024 hatte die EU das Asylpaket verabschiedet und einen bedeutenden Schritt in Richtung einer einheitlichen Migrationspolitik gemacht. Angesichts der aktuellen Spannungen könnte in der EU nun eine vorgezogene Umsetzung notwendig werden.
In der EU wächst der Druck, den verabredeten Migrations-Pakt vorzuziehen. Der Start der bereits beschlossenen Maßnahmen ist zu großen Teilen erst für das Jahr 2026 vorgesehen. Aufgrund der politischen Entwicklungen insbesondere in Deutschland und Österreich und des wachsenden Widerstands gegen die Migration kommt Brüssel jetzt aber unter größeren Handlungsdruck. Im Migrations- und Asylpaket hatte die EU  neue Vorschriften zum Migrationsmanagement und zur Schaffung eines gemeinsamen Asylsystems beschlossen. 

Erste Maßnahmen werden 2025 umgesetzt

Schon 2025 wird es gemeinsame EU-Maßnahmen geben. Mitte des Jahres steht die Einführung des Europäischen Reiseinformations- und -genehmigungssystem (ETIAS) an. Auch das bereits mehrfach verschobene Einreise-Ausreise-Systems (EES) wird aktiviert. Während das EES die Ein- und Ausreisedaten von Drittstaatsangehörigen dokumentiert, zielt ETIAS darauf ab, Reisen bereits im Vorfeld zu überprüfen.

Das Hauptproblem in der EU bleibt der Umgang mit Geflüchteten. Unter der Dublin-Verordnung sind die Länder an den EU-Außengrenzen verpflichtet, Asylsuchende bei ihrer Einreise aufzunehmen (z. B. Italien und Griechenland). Das führt zu einer ungleichen Belastung dieser Staaten, die oft über ihre Kapazitätsgrenzen hinaus gefordert werden. Gleichzeitig stimmen viele osteuropäische Länder einer proportionalen Verteilung der Geflüchteten innerhalb der EU nicht zu. Ungarn, aber auch die Niederlande wollen ein Opt-Out und es ist nicht auszuschließen, dass beide Länder auch weiter Gegendruck erzeugen.

Deutschland bleibt Hauptziel vieler Migranten

Deutschland ist für viele Geflüchtete weiter das Hauptzielland und hat wegen des wachsenden innenpolitischen Drucks Grenzkontrollen eingeführt. Das neue EU-Asylpaket versucht hier, einen Kompromiss zu finden. Mitgliedstaaten, die sich weigern, Geflüchtete aufzunehmen, sollen finanzielle Strafbeiträge leisten. Dieses "Solidaritätsprinzip" könnte dazu beitragen, die finanzielle Last innerhalb der EU gerechter zu verteilen. Der Erfolg bleibt jedoch davon abhängig, ob alle Mitgliedstaaten bereit sind, diesen Weg mitzugehen.

Parallel dazu orientiert sich die Diskussion über eine effektive Kontrolle von Geflüchteten in der EU immer mehr an der „Australien-Strategie“. Dabei könnten Asylanträge außerhalb der EU bearbeitet werden, um die Einwanderung zu steuern. Die italienische Regierung betreibt bereits ein Offshore-Detention-Zentrum in Albanien, das circa 36.000 Asylsuchende aufnehmen kann.

Fazit: Das EU-Asylpaket und die Einführung von ETIAS und EES zeigen, dass die EU versucht, die Migrationspolitik zu vereinheitlichen. Ob Europa Erfolg haben wird, wird in den einzelnen Hauptstädten entschieden, die eine gemeinsame strategische Linie finden müssen. Die gibt es bisher nicht.
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