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IfW liefert stark vereinfachte Zahlen zur EU-Verteidigung

Europa: Aufrüstung ohne Struktur

Das Kieler Institut für Weltwirtschaft (IfW) hat berechnet, wie teuer eine unabhängige europäische Verteidigung wird. Es kommt auf Ausgaben von 3,5% des BIP. Das erste Problem: Die Analyse basiert auf einem konventionellen Landkriegsszenario. Das zweite Problem für eine EU-Verteidigung sieht das IfW auch - und kommt letztlich zu einem klaren Schluss.

Das Institut für Weltwirtschaft (IfW, Kiel) hat versucht abzuschätzen, was Europa für seine Verteidigungsfähigkeit zahlen muss, wenn es auf sich allein gestellt ist. Das Institut bereitet mit seiner Kalkulation den wissenschaftlichen Boden für die demnächst zu beschließenden starken Ausgabenerhöhungen. Die wird Europa auf dem NATO-Gipfel im Sommer beschließen müssen. Im Gespräch ist eine Anhebung auf 3,5% des BIP p.a.

Das IfW hat ene grobe Berechnung geliefert, wie sich Europa ohne die USA verteidigen könnte. In der orientiert es sich an einem sehr klassischen Kriegs-Szenario und kommt exakt auf die in Rede stehenden 3,5% für Verteidigungsausgaben. Laut IfW müsste das alternde Europa für seine von den USA unabhängige Verteidigung 300.000 Soldaten mehr aufstellen, etwa 1.400 zusätzliche Kampfpanzer und 2.000 Schützenpanzer, sowie 2.000 Langstreckendrohnen kaufen. Das klinge zunächst viel, sei aber überschaubar. 

Annahme eines konventionellen Landkrieges

Die Annahmen des IfW sind sehr konventionell. Das Institut geht von einem klassischen Landkrieg aus. Kampfflugzeugen und Raketenn oder gar einer Raketenabwehr wird wenig Beachtung geschenkt. Alexandr Burilkov, einer der Autoren, begründet das auf Nachfrage gegenüber FUCHSBRIEFE damit, dass ein solcher konventioneller Krieg das größte Risiko sei.

Nur aufgrund dieser Annahmen kommt Europa in den Berechnungen relativ günstig davon. Bei den Rüstungsgütern wurde die Zahl der Panzer und weiteren Materials berechnet, das die US-Armee aufbringen kann und Europa ersetzen muss. Mittelfristig könnte die USA im Kriegsfall jedoch mehr Material in die Schlacht werfen. Die Kosten würden dann sogar in einem konventionellen Szenario weit höher liegen als vom IfW berechnet.

Europa fehlt die einheitlich geführte Armee

Einen weiteren kritischen Punkt erwähnen die Studien-Autoren selbst. Die Abschreckung der NATO funktioniert nur aufgrund des einheitlichen Kommandos. Das haben derzeit die USA. Ohne die USA bliebe Europa mit Strukturen aus über 30 Armeen mit eigenen Kommandostrukturen und unterschiedlicher Ausrüstung zurück. Das ist für Russland wenig abschreckend. Ohne eine einheitliche Führung müssten die einzelnen Staaten in Europa aber noch weit stärker aufrüsten, so das IfW.

Fazit: Auf dem NATO-Gipfel sollen die Ausgaben für Verteidigung stark erhöht werden. Nach innen soll Sicherheit, nach außen Stärke demonstriert werden. Wegen der klammen Staatshaushalte ist das Thema heikel. Das IfW bereitet nun den wissenschaftlichen Boden für die Debatte. Die Szenario-Annahmen sind aber zu konventionell und blenden das größte Problem aus. Meint es die EU ernst, dann braucht sie eine EU-Armee mit supranationaler Kommandostruktur und Befehlskette.
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