Frankreichs Klimaziele erfordern drastische Maßnahmen
Frankreichs Wirtschaft steht in seiner Klimawandel-Politik vor einer beispiellosen langfristigen Herausforderung. Das zeigt eine aktuelle Analyse des Internationalen Währungsfonds (IWF). Paris strebt an, die Emissionen bis 2030 um 52% im Vergleich zu 2005 zu reduzieren und bis 2050 Netto-Null-Emissionen zu erreichen. Im Stromsektor ist eine Reduktion der Emissionen um 40 % bis 2030 im Vergleich zu 2005 geplant. Beim Verkehr sollen es minus 41 % bis 2030 im Vergleich zu 2005 werden. Und im Gebäudebereich schwebt Paris eine Reduktion der Emissionen um 75 % bis 2030 im Vergleich zu 2005 vor.
Derzeitige politische Maßnahmen reichen nicht aus, um diese Ziele vollständig zu erreichen. Zwar habe Frankreich Fortschritte bei der Reduzierung von Treibhausgasemissionen gemacht. Das Land benötigt jedoch weitere politische Anstrengungen, um wesentliche Minderungsziele zu bewerkstelligen.
Der IWF macht selbst verschiedene konkrete Vorschläge.
So könnte eine Kohlenstoffsteuer von 100 USD pro Tonne zusätzlich 0,8 % des BIP an Einnahmen generieren. Dies könnte zur vollständigen finanziellen Kompensation in den unteren vier Einkommensdezilen verwendet werden könnten.
Der Währungsfonds schlägt zudem vor, sektorale Politiken zur Ergänzung der Kohlenstoffbepreisung zu nutzen, um wirtschaftliche, soziale und ökologische Ziele besser auszubalancieren. Dies schließt „Feebates“ und andere Anreize zur Emissionsminderung ein. Es handelt sich dabei um ein System, bei dem Gebühren (fees) auf Produkte oder Dienstleistungen mit hohen Emissionen erhoben werden, während gleichzeitig Rabatte (rebates) auf umweltfreundlichere Alternativen gewährt werden.
Schadensrisiko für die Wirtschaft ist signifikant
Der Übergang zu einer kohlenstoffarmen Wirtschaft könne erhebliche wirtschaftliche und finanzielle (Übergangs-)Risiken mit sich bringen, heißt es weiter. Dazu zählen Schäden an Vermögenswerten durch Naturkatastrophen sowie Verluste durch Veränderungen in der Klimapolitik, Technologie und im Marktsentiment, also der gesamtwirtschaftlichen und gesellschaftlichen Stimmungslage.
Verschiedene Analysemodelle kommen dabei zu unterschiedlichen Ergebnissen. Keynesianische Modelle sehen positive Auswirkungen auf die Wirtschaftstätigkeit und Beschäftigung. Neoklassische Modelle kommen auf moderate wirtschaftliche Verluste, abhängig von den Arten der Minderungsmaßnahmen und der Nutzung von Kohlenstoffsteuereinnahmen. Es ist eine politische Entscheidung, welchem Denkmodell man folgt.