Geburtenknick durch Lockdown
In der ersten Welle der Covid-19-Pandemie brachen die Geburtenzahlen in den allermeisten Ländern ein. Die Zahlen legt die Österreichische Akademie der Wissenschaften für die Monate von November 2020 bis Februar 2021 vor. In manchen Ländern sind die Geburtenzahlen seit Ausbruch der Pandemie regelrecht abgestürzt.
Der Rückgang ist dort am größten, wo hohe Infektionszahlen und Todesfälle zu beklagen waren und die Politik mit harten Lockdowns reagierte. In Spanien brachen die Geburten im Januar um 21,3% ein, in Frankreich um 13,2%, in Belgien um 10,7%, in Ungarn um 9,4%. Dagegen fiel der Absturz in Ländern mit liberaler Politik gering aus: In den Niederlanden (0,8%) und in Schweden (6,4%), das einen liberalen Sonderweg mit offenen Kitas, Schulen und Geschäften geht und trotz hoher Sterbefälle in der ersten Welle vergleichsweise gut abschneidet.
Liberale Corona-Länder liegen vorn
In den zwölf EU-Ländern, für die belastbare Daten vorliegen – Deutschland ist nicht dabei – sank die Zahl der Geburten im Januar 2021 um insgesamt 12,6%. Im Februar 2021 erholte sich die Lage deutlich: In Spanien beträgt der Geburtenrückgang noch 5,9%, in Frankreich 5,1%, in Belgien 1,1%. In Schweden springt die Geburtenrate sogar auf ein Plus von 3,9% in den Niederlanden auf 8,3%.
Gründe für den Geburtenknick: Die Angst der Frauen, während der Infektion schwanger zu werden oder sich im Krankenhaus zu infizieren. Der Verlust der großelterlichen Betreuung und die zusätzliche Arbeitsbelastung für die Eltern durch Homeschooling. Die Forscher erwarten, dass die Geburtenentwicklung sich in Zyklen von Einbrüchen und Erholungen bewegen wird, ähnlich den Zyklen der Covid-19-Pandemie und der Lockdowns.
Fazit: Ein massiver Einbruch der Geburtenzahlen trifft besonders die EU. Hohe Covid-Todeszahlen und massive Lockdowns scheinen die größten Ursachen für den Geburtenknick zu sein. Schwedens liberale, angstfreie Politik sticht einmal mehr positiv hervor.