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Unternehmen sollten Risiken kalkulieren und Liquidität schaffen

In UK formiert sich eine Dont-Pay-Bewegung

Energiekosten © Josef M. / panthermedia.net
Die Energiepreise steigen und der Frust und die Sorgen der Verbraucher nehmen zu. In Großbritannien wurde jetzt sogar eine Dont-Pay-Intitiative gegründet. Kommen 1 Million Unterschriften zusammen, wollen die Verbraucher ihre Stromrechnungen nicht mehr bezahlen. Das ist aber nur die Spitze des Eisbergs.

In Großbritannien formiert sich ernst zu nehmender Widerstand gegen die explodierenden Energiepreise. Inzwischen wurde eine Dont-Pay-Kampagne gegründet. Ihr Ziel ist, eine Million Unterschriften von Menschen zu sammeln, die ihre Energierechnungen nicht bezahlen wollen. Innerhalb der ersten Tage sind bereits 100.000 Unterschriften zusammen gekommen.

Für Strom- und Gasversorger in Großbritannien könnte das schnell zu einem Problem werden. Zwar sollen die Menschen in der Realität erst dann aufgerufen werden, ihre Rechnungen nicht mehr zu zahlen, wenn wirklich 1 Mio. Unterschriften zusammenkommen. Angesichts erwarteter Nachzahlungen von bis zu 5.000 Pfund, die im Januar fällig werden dürften, ist es aber wahrscheinlich, dass etliche Verbraucher ihre Rechnungen auch dann nicht begleichen, wenn die Initiative die angestrebten Unterschriften nicht zusammenbekommt.

Was passiert, wenn man seine Stromrechnung nicht zahlt?

Inzwischen tobt in UK eine Debatte über die möglichen Folgen, sollten wirklich viele Verbraucher ihre Energierechnungen nicht zahlen (können oder wollen). Die Versorger müssen sich dann auf milliardenschwere Ausfälle einrichten. Das wird – wie in Deutschland auch – die Liquidität der britischen Unternehmen erheblich belasten.

Rechtlich können die Versorger den säumigen Zahlern zwar „den Saft“ abdrehen. Aber das werden sie sicher nicht sofort tun. Dem Vernehmen nach prüfen die Unternehmen Optionen, den säumigen Abnehmern Ratenzahlungen anzubieten oder pre-paid-Energiezähler einbauen zu lassen. Problematisch für Verbraucher ist zudem, dass ausstehende Rechnungen natürlich verzinst werden.

Energiesektor ist nur Spitze des Eisberges

Das Problem wird über den Energiesektor hinaus ausstrahlen und auch in anderen Ländern auftreten. In den USA meldete der Telekom-Konzern AT&T bereits, dass viele Kunden ihre Rechnungen nicht mehr oder nicht mehr pünktlich bezahlen. Der Anteil der Kunden, die mit Verzug zahlen, ist inzwischen sogar über das Niveau vor der Pandemie gestiegen. 

Und Deutschland?

Auch für Deutschland ist damit zu rechnen, dass die Zahl der säumigen Endverbraucher zunehmen wird. Noch hat sich hierzulande keine Dont-Pay-Bewegung gegründet, doch ähnliche Formierungen sind ab Herbst wahrscheinlich (FB vom 15.08.2022), vor allem wenn der Funke aus Großbritannien überspringt. Den Unmut der Bevölkerung erlebte Bundeskanzler Olaf Scholz (SPD) gestern (17.08.) bei einem Besuch in Neuruppin. Dort versprach er neue Entlastungen, die mit "Volksverräter" und "Hau ab" Rufen seitens des Publikums quittiert wurden. Das ist fruchtbarer Boden für Kampagnen, ähnlich denen aus UK.

Fazit: Die Folgen der drastischen Preissteigerungen bei Energie sind bei den Verbrauchern noch nicht angekommen. Geschieht das, wird das – nicht nur in UK – einen Schock auslösen. Unternehmen (Energie, Telekom) müssen sich auf deutlich mehr säumiger Zahler einstellen. Kalkulieren Sie die finanziellen Risiken, weisen Sie Kunden möglichst früh auf realistische Zahlen hin und schlagen Sie z. B. präventiv vor, Abschläge bereits zu erhöhen.
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