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Schwierige Konstellationen nach der Wahl

Schwedens Sozialdemokraten steuern auf Wahlsieg zu

Schwedische Flagge. © Daniel Kalker / dpa / picture alliance
Noch 50 Tage bis zur Schweden-Wahl: Am 11.09. wird wieder über die Zusammensetzung des Parlaments in Stockholm abgestimmt. Bei wem am Wahlabend die Korken am lautesten knallen, steht so gut wie fest. Doch nach der ersten Freude, dürfte rasch Ernüchterung eintreten.
Die regierenden schwedischen Sozialdemokraten steuern auf einen Wahlsieg bei der Parlamentswahl am 11.09. zu. Nach aktueller Umfragelage können Schwedens Sozen mit 31% der Stimmen rechnen. Zweitstärkste Kraft wird aller Voraussicht nach die liberal-konservative Moderata (20%). Die rechtsgerichteten Schwedendemokraten kommen in den Umfragen auf 17%. 

Grüne und Linke stehen in der NATO-Frage gegen Sozialdemokraten

Komfortabel wird es für die Sozialdemokraten aber nicht. Viel deutet auf eine weitere Minderheitsregierung hin. Das hat zwar in Schweden Tradition: Zwei Drittel aller schwedischen Nachkriegs-Kabinette hatten keine eigene Mehrheit im Reichstag. 

Allerdings könnte es nach dem anstehenden Urnengang schwierig werden, eine initiale Mehrheit zur Absegnung der nächsten Minderheitsregierung zu bekommen. Denn Grüne und Linke, die bisher die Regierung mit ihren Stimmen stützen und zu Mehrheiten verhelfen, lehnen den NATO-Beitritt als einzige Parlamentsparteien ab. Die schwedische Bevölkerung will ihn dagegen mehrheitlich. Auf der anderen Seite hadern die Liberal-Konservativen mit der Sozialpolitik der Schweden-Sozen. Zudem werfen sie ihnen Ideenlosigkeit und mangelnden Reformwillen etwa im Gesundheitswesen oder am Arbeitsmarkt vor.

Regieren mit wechselnden Mehrheiten

Die Sozialdemokraten werden daher sehr kompromissbereit sein müssen. Daher orientieren sie sich bereits wieder in Richtung der politischen Mitte. Das zeigen die sozialdemokratischen Wahlkampfthemen. Zu den "Wahlkampfschlagern gehören neben dem NATO-Beitritt auch die Bekämpfung von Bandenkriminalität, Steuersenkungen, Klimaschutz und ein starker Wohlfahrtsstaat.

Die Regierungsbildung dürfte daher ähnlich zäh werden wie nach der vorigen Wahl. 2019 gelang es den Sozialdemokraten erst nach monatelangen Gesprächen im "Januar-Abkommen", einen Kompromiss mit Grünen, Liberalen und der Zentrumspartei auszuhandeln und so eine Mehrheit im Parlament zu erlangen. 

Fazit: Die Absegnung der Minderheitsregierung in Schweden dürfte länger dauern und von vielen Kompromissen begleitet werden. Interessant ist, dass die Schweden in einer ähnlich verfahrenen Situation sind wie die Parteien in Deutschland, mit Sozialdemokraten, die von zwei ideologisch konträren Flügeln getragen werden. Der Vorteil in Schweden ist: Einmal im Amt kann sich die Minderheitsregierung pragmatisch wechselnde Mehrheiten organisieren.
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