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Günstiger Strompreis, starke Wirtschaft

Spanien kauft Gas aus Russland und boomt

Strommasten, im Hintergrund ein aufsteigender Linienchart © madamlead / stock.adobe.com
Europa importiert weiter fleißig Gas aus Russland. Besonders aktiv dabei ist Spanien. Das hat gerade neue Rekord-Importe gemeldet. Eine Analyse der FUCHSBRIEFE zeigt, dass genau diese Gasimporte dabei helfen, den Strompreis in Spanien für Unternehmen und Verbraucher gering zu halten. Das ist ein wesentlicher Faktor für das "Wirtschaftswunder", das Spanien gerade erlebt. Diese Erkenntnis ist zugleich ein Weckruf an die Ampel-Koalition in Berlin.

Europa erhöht seine Importe von russischem Gas wieder deutlich. Das hat sich in den vergangenen Monaten immer wieder gezeigt, z.B. an den Gasimporten (LNG) von Frankreich. Jetzt liefert Spanien die neuesten Zahlen zu Rekord-Importen und zeigt damit, dass Europa weiter fleißig russisches Gas verbraucht.

Import-Rekord von russischem Gas 

Spanien importiert heute 146% mehr Gas aus Russland als noch vor dem Ukraine-Krieg. Das beweisen Erhebungen des spanischen Energieministeriums, veröffentlicht im amtlichen Boletin «Cores». Russland bleibt hinter Algerien und vor den USA damit klar der zweitwichtigste Lieferant von Gas für Spanien. Aus Russland importieren vor allem die spanischen Konzerne Iberdrola, Repsol und Naturgy. Die Energiekonzerne berufen sich dabei auf rechtliche Probleme, die verhindern würden, die Gas-Importe aus Russland zu stoppen. Endesa beteuert, kein russisches Gas einzusetzen oder weiterzuverkaufen.

Die Gas-Importe der großen spanischen Versorger halten den Strompreis in Spanien für Industrie und Privatverbraucher niedrig. Denn in dem Land gibt es viele Gas-und-Dampf-Kombikraftwerke, in denen mit Gas Strom erzeugt wird. Der durchschnittliche Spotpreis lag im Juli bei 58,80 Euro/MWh. Damit ist der Strompreis in Spanien einer der günstigsten in Europa. Er liegt deutlich unter dem in Deutschland (79,9 Euro/MWh), sowie unter dem französischen Strompreis (60,60 Euro/MWh). Nur in Italien ist der Strompreis gerade höher (104,1 Euro/MWh).

Günstiger Strompreis, starke Wirtschaft

Die Zahlen zeigen zudem im Rückblick, wie grundlegend sich das Wettbewerbsumfeld beim Energiepreis in Europa verändert hat. Im Jahr 2015 lag der Strompreis in Deutschland wegen des billigen russischen Gases noch bei 31,7 Euro/MWh. In Spanien wurden damals 50,30 Euro/MWh gezahlt. 

Parallel dazu hilft auch die spanische Sonne, den Strompreis günstig zu halten. Inzwischen hat das Land nach Angaben des Global Energy Monitor (GEM) mehr Solarparks als Deutschland, Italien, Frankreich und Großbritannien zusammen. Derzeit ist in Spanien eine Photovoltaikleistung von insgesamt 29,5 Gigawatt installiert. Im Jahr 2030 sollen es 81 Gigawatt sein.

Fazit: Spanien zeigt, wie eng der Zusammenhang von Energiepreisen und Wirtschaftswachstum ist. Das Land hat einen der günstigsten Strompreise in Europa und ist aktuell die Wachstumslokomotive auf dem Kontinent. Das wird auch 2025 so bleiben - und Deutschland wird weiter an industriellem Fundament verlieren. Die EU-Sanktionen und deren Umgehung schaden vor allem Deutschland.
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