Spanisch-deutsche Kampfjet-Kooperation startet
Spanien steigt nach dem Scheitern des deutsch-französischen FCAS-Projektes in die Entwicklung eines gemeinsamen Kampfjets ein. Sechs spanische Unternehmen wollen mit dem deutschen Konsortium unter der Führung von Airbus, die sich schon auf der ILA in Berlin zum "Team Gen 6" zusammengeschlossen haben, kooperieren. Dabei sind auch der spanische Technologieriese Indra sowie das Raumfahrtunternehmen GMV. Im Gespräch ist zudem, dass sich der schwedische Konzern Saab anschließt, der bereits mehrfach öffentlich sein Interesse am Einstieg in ein gemeinsames Industriekonsortium bekundet hat.
Das Geld für den neuen Kampfjet ist trotz Haushaltsprobleme in Spanien gesichert. Die Regierung des sozialistischen Premiers Pedro Sánchez hat etwa 2,7 Milliarden Euro, die eigentlich für das FCAS-Projekt und die damit verbundenen Programme vorgesehen waren, schon umgeleitet. Bereits beim Treffen mit Friedrich Merz im vergangenen Herbst hatten sich beide Regierungschefs in Madrid darüber offenbar weitgehend verständigt, falls das Vorhaben mit Frankreich scheitert.
Gute Zusammenarbeit
Der Einstieg Spaniens kommt nicht überraschend (FB 30.03.). Berlin und Madrid arbeiten seit langem bei Militärprojekten erfolgreich als Partner zusammen. So entwickeln etwa Diehl Defence und das spanische Unternehmen Sistemas de Misiles de España gemeinsam Systeme zur Abwehr von komplexen Hyperschall-Bedrohungen. Beide Länder fliegen und produzieren den Eurofighter und treiben den Umbau zu "Command Fighters" zur Drohnensteuerung voran. Und das deutsche Luftfahrtbundesamt und die spanischen Behörden haben vereinbart, die Sicherheitsaufsicht und Zuständigkeiten für ineinandergreifende Luftfahrtunternehmen grenzüberschreitend zu regeln.
In Spanien wird der börsennotierte Konzern Indra (z. T. staatlich) in dem Konsortium den Ton angeben. Das Unternehmen agiert als zentraler Technologiepartner für die spanischen Streitkräfte. In der Eurofighter-Flotte ist Indra führender spanische Zulieferer. Der Konzern verantwortet Schlüsseltechnologien wie Radar, Elektronische Kampfführung/Selbstschutz sowie Kommunikationssysteme.