Informationen und qualifizierte Einschätzungen zu Chancen und Risiken
030-288 817-20
2439
Kampfjet-Projekt: Airbus und Indra kooperieren

Spanisch-deutsche Kampfjet-Kooperation startet

Spanien will mit Deutschland nach dem Scheitern des FCAS-Projekts ein neues Kampfflugzeug entwickeln. Die Kooperation ist vereinbart. Die Mittel dafür hat Madrid bereits im Haushalt sichergestellt.

Spanien steigt nach dem Scheitern des deutsch-französischen FCAS-Projektes in die Entwicklung eines gemeinsamen Kampfjets ein. Sechs spanische Unternehmen wollen mit dem deutschen Konsortium unter der Führung von Airbus, die sich schon auf der ILA in Berlin zum "Team Gen 6" zusammengeschlossen haben, kooperieren. Dabei sind auch der spanische Technologieriese Indra sowie das Raumfahrtunternehmen GMV. Im Gespräch ist zudem, dass sich der schwedische Konzern Saab anschließt, der bereits mehrfach öffentlich sein Interesse am Einstieg in ein gemeinsames Industriekonsortium bekundet hat.

Das Geld für den neuen Kampfjet ist trotz Haushaltsprobleme in Spanien gesichert. Die Regierung des sozialistischen Premiers Pedro Sánchez hat etwa 2,7 Milliarden Euro, die eigentlich für das FCAS-Projekt und die damit verbundenen Programme vorgesehen waren, schon umgeleitet. Bereits beim Treffen mit Friedrich Merz im vergangenen Herbst hatten sich beide Regierungschefs in Madrid darüber offenbar weitgehend verständigt, falls das Vorhaben mit Frankreich scheitert.

Gute Zusammenarbeit

Der Einstieg Spaniens kommt nicht überraschend (FB 30.03.). Berlin und Madrid arbeiten seit langem bei Militärprojekten erfolgreich als Partner zusammen. So entwickeln etwa Diehl Defence und das spanische Unternehmen Sistemas de Misiles de España gemeinsam Systeme zur Abwehr von komplexen Hyperschall-Bedrohungen. Beide Länder fliegen und produzieren den Eurofighter und treiben den Umbau zu "Command Fighters" zur Drohnensteuerung voran. Und das deutsche Luftfahrtbundesamt und die spanischen Behörden haben vereinbart, die Sicherheitsaufsicht und Zuständigkeiten für ineinandergreifende Luftfahrtunternehmen grenzüberschreitend zu regeln.

In Spanien wird der börsennotierte Konzern Indra (z. T. staatlich) in dem Konsortium den Ton angeben. Das Unternehmen agiert als zentraler Technologiepartner für die spanischen Streitkräfte. In der Eurofighter-Flotte ist Indra führender spanische Zulieferer. Der Konzern verantwortet Schlüsseltechnologien wie Radar, Elektronische Kampfführung/Selbstschutz sowie Kommunikationssysteme.

EU-Gelder für Indra

Die Europäische Investitionsbank (EIB) hatte erst 2025 eine Finanzierung über 385 Millionen Euro mit dem Unternehmen unterzeichnet, um Forschung, Entwicklung und Innovation für Spitzentechnologien im Verteidigungs- und Weltraumsektor voranzubringen. Es war bis dato die größte EIB-Finanzierung in diesem Sektor. Indra hat in den vergangenen Monaten immer wieder unterstrichen, wie wichtig die industrielle Allianz mit Deutschland für Spanien und Europa ist.

Fazit: Spanien zeigt sich als verlässlicher Partner bei Rüstungsprojekten und stärkt damit der Regierung Merz den Rücken. Zugleich wird das Projekt helfen, Deutschland als führenden Luftfahrtstandort aufzubauen (FB vom 11.06.).
Neueste Artikel
  • Fuchs plus
  • Effiziente Solartechnik für Lkw: Neuer Wandler spart bis zu 6.500 Euro jährlich

Sparen mit Solarzellen auf Lkw

Das sächsiche Unternehmen Opes bietet einen neuen Wandler an, mit dem die Nutzung von Solarstrom auf Lkw-Aufbauten noch einfacher wird. Damit können Kühlaggregate auf Kofferaufbauten betrieben werden.
  • Fuchs plus
  • Transportnachfrage steigt langsamer, Kapazitäten schrumpfen

Lkw-Frachtraten: Beruhigung im Sommer?

Im Frachtmarkt zeigt sich eine Abkühlung. Aber während die Transportnachfrage langsamer wächst, schrumpfen die verfügbaren Lkw-Kapazitäten europaweit weiter. Wie wirkt sich das auf die künftigen Frachtraten auswirken.
Zum Seitenanfang