Strategische Allianz: Indra und Diehl stärken Europas Verteidigungsindustrie
Das spanische Technologieunternehmen Indra und der deutsche Mittelständler Diehl sind jetzt Partner. Spanien und Deutschland haben in den vergangenen Wochen verteidigungspolitisch nicht immer am selben Strang gezogen. Aber die Unternehmen wissen, dass sie einander brauchen. Der Deal der beiden Industrieriesen ist eine gute Nachricht für KMU aus dem Sektor. Denn er wird weitere Allianzen nach sich ziehen.
Diehl & Indra entwickeln für Europa mehrschichtige bodengestützte Luftverteidigungssysteme (GBAD). Diese Zusammenarbeit könnte später auf die Bereiche See- und Luftverteidigung sowie auf verwandte zukunftsweisende Technologien ausgeweitet werden. Spaniens und Deutschlands Verteidigungsindustrie kennen sich bereits. Im Rahmen von Airbus und auch in den Plänen der wohl wegen der Franzosen gescheiterten FCAS-Flugzeuge spielten beide Länder eine wichtige Rolle.
Zwei Länder, die aufeinander angewiesen sind
Deutschland und Spanien brauchen sich. Beide unterstützen die sich verteidigende Ukraine seit langem militärisch, Spanien will aber keine 5% des BIP für Verteidigung ausgeben, wie Trump es für Nato-Mitglieder fordert und auch beim Angriffskrieg in Iran will die aktuelle Linksregierung nicht dabei sein. Zwar verteidigte Kanzler Friedrich Merz Spanien nicht, als Donald Trump den Nato-Partner bei seinem Besuch vor laufender Kamera auch deswegen angriff, aber hinter den Kulissen ist klar, dass beide Länder sich brauchen.
Spaniens Unterstützung der Ukraine und proeuropäische Haltung ist wichtig für Merz. Es gab nach dem Eklat im Weißen Haus deswegen sofortige deutsche Versöhnungsversuche mit Premier Pedro Sánchez. Der wiederum kann Deutschland nicht offen wegen der vorsichtigen Haltung gegenüber der aus ihrer Sicht kriegstreibenden israelischen Regierung kritisieren, auch wenn Großteile des Volkes das wünschten. Beim Krieg gegen den Iran sind beide Länder dagegen inzwischen wieder auf einer Linie.
Rüstungsindustrie als Hebel für die Wirtschaft
Spaniens Linksregierung setzt wie Deutschland auf den wirtschaftlichen Hebel der Rüstungsindustrie. Sie will aber aus innenpolitischen Gründen nicht Kriegstreiber sein. Mit der Ukraine handelt Sánchez dagegen gerne Deals aus. Bei seinem jüngsten Treffen mit Wolodymyr Selenskyj in Madrid besuchte der ukrainische Präsident zum Beispiel Sener Aerospace & Defence in Madrid, wo er zusammen mit dem Indra-Aktionär Escribano Mechanical & Engineering (EME) ein Kooperationsabkommen mit der ukrainischen Rüstungsindustrie unterzeichnete.