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Wirtschaftsaufschwung in Sicht

Türkei mit guten Zukunftsaussichten

Wirtschaft Türkei © xtock / stock.adobe.com
Die Aussichten der Türkei haben sich stark verbessert. Vor allem greift inzwischen die konservativere Währungs- und Wirtschaftspolitik, mit der die Inflation verringert werden soll.

Die türkische Währung hat sich stabilisiert. Das ist seit Präsident Erdogans Wiederwahl im Mai 2023 und dem darauf folgenden Kurswechsel hin zu einer restriktiven Geldpolitik zu beobachten. Die Inflationsrate ist weiterhin extrem hoch, aber bis Ende 2024 könnte sie auf 43% sinken. Das ist nur noch die Hälfte der katastrophalen Rate von 85,5% im Oktober 2022. 

Ein Risikofaktor bleibt die Regierung. Eine neuerliche starke Einmischung in die Währungspolitik ist unwahrscheinlich. Zumindest hat sie sich im letzten Jahr zurückgehalten und scheint darauf zu zielen, die Früchte der Währungs-Stabilisierung in Form sinkender Inflation auch ernten zu wollen. Aber auch Erdogans wechselhafte Außenpolitik ist für die Türkei, die stark von (Rohstoff-) Importen abhängig ist, ein Risiko. Auch die weitverbreitete Korruption im Land stellt für Investoren ein potenzielles Risiko dar.

Realer Wachstum über 3% Wachstum

Das Wirtschaftswachstum wird 2024 und in den kommenden beiden Jahren real bei etwas über 3% liegen. Damit ist die Türkei als Exportziel interessant. Derzeit sind die Investitionen noch recht schwach, aber Maschinen und Anlagen für die Auto-, Maschinen-, Chemie-, und Elektroindustrie, die stetig an Stärke gewinnen, werden in den kommenden Jahren gefragt sein. Auch bei erneuerbaren Energien planen einige türkische Unternehmen große Investitionen im Land.

Wandel zu höherwertigen Industrien

Grundsätzlich hat das Land gute Aussichten auf eine positive Entwicklung. Die Bevölkerung von 85,8 Mio. Menschen wächst. Sie ist jung und vor allem relativ gut ausgebildet. Die Industrie wandelt sich derzeit von einer starken Textilindustrie in Richtung höherwertiger Güter. Sie hat einen Anteil von fast 30% am BIP. Die Märkte in der EU und in den arabischen Ländern sind aus dem Land heraus gut erreichbar.

Günstiger Produktionsstandort

Als günstiger Produktionsstandort wird die Türkei für deutsche Unternehmen wieder attraktiv. Die durchschnittlichen Bruttomonatslöhne liegen laut dem deutschen Außenwirtschaftpromoter GTAI um die 400 Euro. In der stark von Industrie geprägten West-Marmara-Region (Edirne) und um Istanbul sind sie aber fast doppelt so hoch. Qualifizierte erhalten höhere Bruttomonatslöhne (Facharbeiter 926 Euro, Ingenieure 2.153 Euro, Geschäftsführer KMU 9.400 Euro). Das recht gute Wirtschaftswachstum sorgt dafür, dass die Löhne in türkischer Lira recht schnell an die Inflation angepasst werden und stark steigen. Das Lohnwachstum wird sich mit abschwächender Inflation verlangsamen. 

Fazit: Mit der stabilisierten Währung wird die Türkei wieder attraktiver — sowohl als Exportziel, als auch als Investitionsstandort.
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