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Büroimmobilienmarkt

Zusammenbruch in London

Deutlicher Rückgang der Neuvermietungen, Schwemme durch noch fertigzustellende Neubauten - den Büromarkt in London erfassen die Brexit-Turbulenzen schon jetzt.
Der Büromarkt in London hat nach dem Brexit-Votum schwere Zeiten vor sich. Der Markt für Büroimmobilien in der City ist zwar bereits vor dem Brexit-Votum zusammengebrochen. Das stellt der international tätige Immobiliendienstleister JLL fest. Im 2. Quartal 2016 wurden stolze 56% weniger Neuvermietungen getätigt als im Vorjahresquartal. Aber auch die Zukunftsperspektive ist nicht gerade rosig. Insbesondere in London ist für das nächste Jahr mit einer großen Angebotsausweitung zu rechnen. Denn die bereits vor dem Brexit beschlossenen Neubauten kommen 2017 auf den Markt. Allein in London werden das 1,2 Mio. m2 sein. Das ist mehr Bürofläche als im 2. Quartal 2016 in ganz Europa auf den Markt kam, so JLL. Wegen des drohenden Exodus insbesondere in der Finanzbranche könnte der Leerstand dann stark ansteigen. Noch ist dieser mit 3,7% vergleichsweise niedrig. Diese Entwicklung wird sich zwar nicht über Nacht zeigen. Allerdings werden die in London ansässigen Unternehmen auch nicht Ewigkeiten warten, bis die politischen Weichen gestellt sind und eine neue verlässliche Perspektive klar wird. Damit wird London perspektivisch aber auch für Mieter und Investoren wieder interessant. Wer neu in der City mieten möchte, sollte ruhig noch das nächste Jahr abwarten. Bis dahin rechnen wir mit kräftigen Bewegungen am Markt. Auch Käufer haben noch Zeit. Aufgrund der zusätzlichen Angebote werden die Preise in bislang klar überteuerten Lagen deutlich zurückgehen. In Randlagen könnte es sogar Schnäppchen geben. Noch ein Blick auf die Immobilienfonds-Landschaft. Auch hier zeigen sich die akuten Unsicherheiten über die Marktentwicklung. Einige Immobilienfonds sind geschlossen, weil derzeit keine gute Preisfindung möglich ist. Das sollte sich zwar ab Herbst wieder ändern. Die Anbieter gehen davon aus, dass sich bis dahin die großen Preisschwankungen ausgependelt haben, es wieder einen relativ sicheren Marktpreis gibt. Wir erwarten jedoch, dass dies bis ins nächste Jahr dauern wird.

Fazit: Politische Börsen haben zwar kurze Beine. Der Immobilienmarkt hat aber einen langen Atem und ist ein Langläufer. Hier wirken sich grundlegende Veränderungen ähnlich heftig wie an der Börse aus, aber sie wirken viel länger nach. Wer also auf die Insel gehen wollte, kann sich noch Zeit lassen und den Markt in Ruhe sondieren.

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