Informationen und qualifizierte Einschätzungen zu Chancen und Risiken
030-288 817-0
0,00 €
493
Brexit Verhandlungen

Großbritanniens Wunschvorstellungen

Die Briten gehen mit eigenartigen Vorstellungen in die Verhandlungen mit der EU. Ein EU-Land könnte unter dieser Verhandlungsposition besonders leiden.
Die Briten malen sich die Welt schön. In den neuen Positionspapieren der May-Regierung sieht das so aus: Großbritannien verlässt die EU Ende März 2019 auf trickreiche Art. Sie tritt komplett aus dem Gemeinsamen Markt aus, führt aber die Zollunion mit der EU zwei Jahre lang als „Übergangsfrist“ weiter. Und wünscht sich dann noch eine Verlängerungsoption zu „Fast-Zollunion-Bedingungen“ für die Zeit danach. In dieser Idealwelt schlügen die Briten mehrere Fliegen mit einer Klappe. Britannien würde alle Lasten, Vorschriften und Finanzbeiträge an Brüssel los. Ebenso den verhassten Europäischen Gerichtshof und die nicht minder verhasste EU-Kommission. Zugleich bliebe der britische Export in ebendiesen Markt weiterhin befristet zollfrei. Denn inzwischen hat die Wirtschaft Theresa May klargemacht, dass die Hälfte des britischen Exports in den EU-Markt geht und man dort freie Fahrt braucht. Die Zumutungen für den Kontinent gehen noch weiter. Britannien soll während der zweijährigen Übergangsfrist das Recht behalten, Freihandelsverträge mit Dritten – anvisiert sind zunächst USA, Australien und Indien – abzuschließen – als Mitglied der EU-Zollunion. Kein Wort enthalten die bisherigen „Positionspapiere“ zur Frage der Aufenthaltsrechte von in Britannien lebenden EU-Bürgern oder zum Thema Einwanderung generell. Absurde Vorstellungen werden in Sachen des irisch-nordirischen Grenzregimes nach dem EU-Austritt entwickelt. Sie laufen auf die Etablierung einer virtuell-digitalen Grenzkontrolle hinaus, die es bisher nirgends gibt. Auf 500 km Grenzlänge wäre sie wohl ein Zaun mit riesigen Breschen. Jeder Verständige weiß, dass die Briten, rücksichtslos wie eh und je in Sachen Irland, hier die Grenzbäume neu installieren werden, wenn Irland nicht zum großen Einfallstor für Güter und Personen in Richtung UK werden soll. Der Brexit freilich ist und bleibt beschlossene Sache. Die Umfragen stehen 45 : 45%. Und auch der Sturz Theresa Mays im Herbst ist eher eine fromme Illusion der Brexit-Gegner. Die Tories haben sich intern auf den skizzierten Rosinenpicker-Kurs geeinigt. Und sie haben unverändert Rückhalt auch in der Boulevard-Presse. Labour betreibt in Sachen Brexit keine harte Opposition, sondern einen weichen Mittelkurs (aber durchaus mit Abschottung nach außen).

Fazit: Wenn es im Kern bei den skizzierten Vorstellungen bleibt, heißen die Optionen für den Kontinent nachgeben oder Crash der Verhandlungen.

Meist gelesene Artikel
  • Fuchs plus
  • VP Bank | Vermögensstrategie, Portfolioqualität und Gesamtbewertung TOPS 2019

VP Bank: Nicht immer ganz den Ton getroffen

Die VP Bank erhält in der Gesamtwertung das rating »Gut«.
Selbst wenn die Komposition stimmig ist, der Ton macht die Musik: Den hat die VP Bank schon im Beratungsgespräch nicht immer ganz getroffen. Das setzt sich in der schriftlich ausgearbeiteten Vermögensstrategie stellenweise fort.
  • Fuchs plus
  • Hypo Vorarlberg Bank | Vermögensstrategie, Portfolioqualität und Gesamtbewertung TOPS 2019

Hypo Vorarlberg Bank: Hin und wieder vorbeigeschossen

Die Hypo Vorarlberg Bank erhält in der Gesamtwertung das rating »Befriedigend«.
„Achtsam wirtschaften – wir gestalten Zukunft nachhaltig." Mit solchen Sätzen hat die Hypo Vorarlberg auch unseren Kunden für sich eingenommen. Doch um ihn wirklich zu gewinnen, hätte sie ihre eigenen Ansprüche konsequenter durchhalten müssen.
  • Fuchs plus
  • Bank Schilling & Co. | Vermögensstrategie, Portfolioqualität und Gesamtbewertung TOPS 2019

Bank Schilling & Co.: Schwer nachgelassen

Die Bank Schilling erhält in der Gesamtwertung das rating »Das weite Feld«.
Aller Anfang ist schwer. Bei der Bank Schilling verhält es sich genau andersherum. Sie überzeugt uns im Beratungsgespräch anfänglich mit Leichtigkeit, tut sich dann aber zunehmend schwer, das Niveau in der schriftlichen Ausarbeitung zu halten.
Neueste Artikel
  • Fuchs plus
  • Grüner Fisher Investments | Vermögensstrategie, Portfolioqualität und Gesamtbewertung TOPS 2019

Grüner Fisher Investments: Es fehlt der Einblick

Grüner Fisher erhält in der Gesamtwertung das rating »Das weite Feld«.
Am 14. Januar 1999 gründete Thomas Grüner die Thomas Grüner Vermögensmanagement GmbH. Mitte 2007 erwarb der amerikanische Milliardär Ken Fisher eine Beteiligung an dem Unternehmen. Seitdem lautet der Firmenname Grüner Fisher Investments GmbH. Die Ansprüche des Unternehmens sind Solidität, Nachhaltigkeit, Transparenz und Integrität. Leider konnten wir davon zu wenig verifizieren.
  • Fuchs plus
  • Ayondo Markets

Spezialist für Social Trading

Der Social Trading-Spezialist Ayondo präsentiert auch in diesem Jahr ein gutes Angebot. In anderen Kategorien lief es leider in den vergangenen Jahren besser.
  • Fuchs plus
  • FXProRO

Solider Mittelfeld-Broker

FXPro begrüßt uns auch in diesem Jahr mit einem soliden, wenn auch nicht überragendem Angebot. Punkte lässt das Haus vor allem in der Kategorie Transparenz liegen.
Zum Seitenanfang