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Indiens Staatschef zu Besuch in Berlin

Indien will wirtschaftlich wachsen

Indien möchte seit Jahrzehnten wirtschaftlich vorankommen. Das Wachstum ist stark, aber das Niveau niedrig. Ein Freihandelsabkommen mit der EU wird diskutiert.
Die zur Schau getragene Harmonie zwischen Kanzlerin Angela Merkel und Indiens Staatschef Narendra Modi bei dessen Besuch in Berlin täuscht. Allen Bekenntnissen Indiens zum Freihandel und seiner Absage an den Protektionismus zum Trotz, leiden die bilateralen Beziehungen unter einer Reihe von Handels- und Investitionsbarrieren. Wichtigstes Hemmnis ist die Forderung des zweitbevölkerungsreichsten Landes, lokal zu fertigen. Mangels ausgebildeter Fachkräfte ist die Erfüllung teilweise unmöglich. Dazu kommen Patentschwierigkeiten. So können lokale Gerichte Zwangslizenzen für pharmazeutische Generika anordnen. Die wiederum sind zwar deutlich billiger als in Deutschland – aber oft genug erfüllen sie nicht die hiesigen Qualitätsstandards. Die Konsequenzen zeigen sich in den Zahlen. Die deutschen Direktinvestitionen liegen p.a. bei nur wenig mehr als 1 Mrd. Euro. Im Außenhandel belegt Indien mit einem Volumen von gut 17 Mrd. Euro (2016) nur Platz 24 (Exporte) bzw. 28 (deutsche Importe). Indiens Wachstum ist zwar stark, aber das Niveau vergleichweise niedrig. Das BIP wuchs zuletzt mit 7%. Aber mit 2,2 Billionen Euro ist es nur ein Fünftel so groß wie das des vergleichbar bevölkerungsstarken China. Arbeiten im Reich der Mitte rund 90% der Arbeitnehmer sozialversicherungspflichtig, so haben in Indien 90% nur „informelle Arbeitsplätze“ – ohne geregelte Einkommen und Versicherungen. Eine Verbesserung der Beziehungen soll ein neues Freihandelsabkommen mit der EU bringen. Die seit 2007 laufenden Verhandlungen liegen seit vier Jahren auf Eis. Sie sollen jetzt aber wieder aufgenommen werden. Negativ betroffen wären in Deutschland allenfalls Dienstleister (IT-Branche) sowie die Textil- und Bekleidungsindustrie. Die Vorteile für die Maschinen- und Autobauer (derzeit 60% bis 100% Zölle auf Exporte) würden dies mehr als ausgleichen.

Fazit: Indien möchte seit Jahrzehnten wirtschaftlich vorankommen. Doch der Weg ist lang und die Schritte zum Erfolg sehr klein. Modi hat noch nicht bewiesen, dass er das Tempo erhöhen kann.

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