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Russland und China in Zentralasien nicht mehr allein

Nun kommt die EU

Die EU will ihr Engagement in Zentralasien erhöhen. Copyright: Picture Alliance
Russland und China sollen in Zentralasien nicht mehr allein das Sagen haben. Aufgeschreckt durch die Seidenstraßen-Initiative aus Fernost rückt die Region nunmehr ins Visier der EU. Sie will bis 2019 eine neue Form der Zusammenarbeit schaffen.

Die EU drängt verstärkt in Russlands Hinter- und Chinas Vorhof. Die Außenbeauftragte Federica Mogherini hat sich dazu in Taschkent mit den Außenministern der fünf zentralasiatischen Länder Kasachstan, Kirgisistan Tadschikistan, Turkmenistan und Usbekistan getroffen. Diese fünf Länder hatten zuvor eine gemeinsame Linie für die Gespräche mit der EU abgesprochen.

Ziel der EU-Initiative ist eine engere wirtschaftliche Zusammenarbeit mit den Ländern. Immerhin ist die EU bereits größter Außenhandelspartner der Region. Allerdings treten die Chinesen mit ihrem Vorstoß, eine neue Seidenstraße zu bauen, immer schärfer als Wettbewerber auf.

Für die deutschen Unternehmen ist der EU-Vorstoß wichtig. Deutschland allein hat in den Ländern ein Marktvolumen von 5 Mrd. Euro (Export und Import 2017). Und auch als Drehscheibe im schwierigen Russlandgeschäft (Stichwort Sanktionen) könnte die Region funktionieren.

Russland kommt in Bedrängnis

Geostrategisch und wirtschaftlich ist der Hinterhof Russlands interessant. Das gilt weiterhin für das Riesenreich. Russland kommt allerdings auch immer stärker durch China in Bedrängnis. Die Russen versuchen seit einigen Jahren, verloren gegangenen Einfluss in den einstigen Sowjetrepubliken wiederzugewinnen. Die Russen bauen dabei auf die alte Verbundenheit und frühere Kader bzw. deren Kinder. China übertrumpft sie aber mit der Seidenstraßen-Initiative (FB 19.5. 2017). Die Chinesen winken mit Mrd.-Investitionen. Dafür fordern sie aber die unbedingte Führung und politisches Wohlverhalten.

Den zentralasiatischen Ländern kommen die verstärkten Annäherungsversuche der EU darum entgegen. Sie hat kein Weltmachtinteresse, sondern will langfristig stabile Wirtschaftsbeziehungen (namentlich zur Absicherung von Rohstofflieferungen). Daran hat auch die Region ein Interesse. Die 70 Mio. Einwohner zählenden Länder Zentralasiens benötigen ausländische Absatzmärkte.

Hilfreich bei den Kooperationsbemühungen ist, dass die fünf Länder eine engere Kooperation untereinander anstreben. Seit ihrer Unabhängigkeit von der Sowjetunion kochten sie alle ihr eigenes Süppchen. In die Lücke stößt nun die EU. Im Laufe des Jahres sollen die Gespräche in Brüssel weitergehen, bis dann 2019 nach dem Brexit eine gemeinsame Strategie der Union stehen soll.

Fazit: Die Region ist für die deutschen Unternehmen interessant. Da China seine Interessen immer härter durchsetzt und Russland nach der Annexion der Krim neue politische Ängste hervorruft, ist der Vorstoß der EU aussichtsreich.

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