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Ausland | Naher Osten

Region dauerhaft in Unruhe

Der ewige Brandherd: Nahost | © Getty
Wie geht es weiter im Nahen Osten?
Die gesamte Nahost-Region wird noch geraume Zeit explosiv bleiben. Zu fragmentiert sind einzelne Interessen in der Region, zu verfestigt die Feindseligkeiten, um die gemeinsamen Probleme – wie die ISIS – zu bekämpfen. Welche Hintergründe für das Weiterbestehen einzelner Krisenherde existieren, fassen wir für Sie zusammen: Der erneut mit Brachialgewalt ausgebrochene Konflikt zwischen Irsaelis und Palästinensern wird sich nicht schnell beruhigen. Das erneute Aufflammen wurde von einigen Experten sogar bereits vor Monaten befürchtet. Grund: Bereits im März war die im letzten Jahr verhandelte neunmonatige Waffenruhe ausgelaufen. Seitdem bedurfte es nur eines Anlasses für eine neue Eskalation. Der Tod dreier israelischer Jugendlicher lieferte diesen. Hinzu kommt: Sowohl Israelis als auch Palästinenser fühlen sich stark genug, es auf einen bewaffneten Konflikt ankommen zu lassen. Die Hamas hat neue Raketen, die weit genug fliegen, um Jerusalem zu erreichen. Israels Premier Benjamin Netanjahu will sich dem innenpolitischen Druck widersetzen und geht deshalb hart gegen die erstarkte Hamas vor. Erst eine sehr negative Berichterstattung über Israel in den verbündeten Staaten würde Jerusalem zur Beendigung der Kriegsführung veranlassen, meinen Experten der Stiftung Wissenschaft und Politik zu FUCHS. Auch in Syrien und im Irak wird sich die Situation aufgrund der terroristischen ISIS nicht entspannen. Die wird zwar von immer mehr Ländern der Region gefürchtet. Selbst Glaubensbrüdern wie den von Saudi-Arabien angeführten Ländern der Golf-Kooperationsstaaten, der Türkei und Ägypten erscheint die sunnitische ISIS inzwischen als gefährlich und unkontrollierbar. Die Länder werden sich jedoch nicht einig darüber, ob die ISIS doch ein gutes Gegengewicht zu den wachsenden (pro-)schiitischen Kräften sein könnte. Dazu gehören der Iran, aber auch Syrien, Libanon und die aktuelle Regierung im Irak. Folge: Die ISIS kann in diesem Machtvakuum und in Abwesenheit staatlicher Gewaltmonopole länderübegreifend agieren und die ganze Region destabilisieren. Die Aktionen der ISIS beschleunigten zwar das politische Tauwetter zwischen dem Iran und dem Westen (USA). Diese – eigentlich deeskalierende – Annäherung birgt aber gleichzeitig neues Konfliktpotenzial: Denn die arabischen und türkischen Sunniten fürchten sich zunehmend vor dem Erstarken des schiitischen Irans. Auch Israel hat ein Interesse daran, den Iran möglichst unter Druck zu halten. Insofern könnten die erfolgreichen Atomverhandlungen im November 2014 mit dem Iran zu einer weiteren Eskalation in der Region führen.

Fazit: Die gesamte Nahost-Region ist noch instabiler und explosiver geworden. Voraussichtlich wird die Lage auch so bleiben, bis eine unabhängige Macht von außen ordnend aktiv wird. In den nächsten drei Jahren ist in der gesamten Region keine echte Beruhigung zu erwarten. Unternehmen, die vor Ort aktiv sind, sollten ihre Sicherheitsbestimmungen und Absicherungen (z. B. Mitarbeiterversicherungen) überprüfen und ggf. anpassen.

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