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Außenpolitik | Nahost

Saudi-Arabien wird zum Risiko

Dem Golfstaat droht eine Zäsur im Machtgefüge - die dem Westen überhaupt nicht gefallen könnte.
Mit wachsender Sorge, aber auch mit wachsender Verachtung blickt Washington auf Saudi-Arabien. Das sunnitische Kernland ist neben Israel sein letzter großer Verbündeter in Nahost. Selbst bis an die Zähne bewaffnet, und das mit modernstem Gerät, haben es die Saudis kürzlich fertig gebracht, Ägypten um militärische Hilfe zu bitten, falls sich die im Irak voranstürmende Terrortruppe „Islamischer Staat“ der irakisch-saudischen Grenze nähern sollte. Auch die rasche Sinnesänderung des US-Präsidenten Barack Obama, die Islamisten im Nordirak mit Luftschlägen zu bekämpfen – statt sich herauszuhalten, wie ursprünglich verkündet –, ist nicht zuletzt auf das Zittern Riads und entsprechende Bitten um Hilfe zurückzuführen. Riads vorherrschendes politisches Bestreben besteht darin, sich die islamistischen Extremisten aller Färbungen mit viel Geld vom Leibe zu halten. Dazu gehören auch die Sunniten des IS. Erst recht käme ein militärischer Konflikt mit dem schiitischen Iran für die Saudis nie in Frage. Teheran hat das erkannt. Und auch Washington nimmt es mittlerweile zur Kenntnis. Zweimal haben die Saudis bei ihrer Politik, alles mit Geld zu erledigen, bereits arg daneben gegriffen. Erst mutierten die in Afghanistan gegen die Russen kämpfenden Mudschaheddin zum Regime der Taliban. Und jetzt verwandelten sich die von Riad finanzierten und gegen Assad kämpfenden Sunniten Syriens und des Irak zumindest teilweise in die Terroristen des „Islamischen Staats“. Ägypten bekommt riesige Zuwendungen und die libanesische Armee würde ohne die Saudi-Milliarden gar nicht existieren. Innenpolitisch steht Saudi-Arabien mit dem 90 Jahre alten König Abdullah vor einem Generationenwechsel mit ungewissem Ausgang. Kronprinz Salman ist 78 und gesundheitlich so angeschlagen, dass ein „Vize-Kronprinz“ ernannt werden musste. Wer im unausweichlichen Machtkampf der zahlreichen Prinzen am Ende das Rennen macht und wo diese Person politisch steht, ist ungewiss. Keiner wagt es, Flagge zu zeigen.

Fazit: Gewiss ist in Saudi-Arabien nur eins – die nahende Zäsur im Machtgefüge. Und die könnte zu politischen Wandlungen führen, die dem gesamten Westen nicht gefallen.

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