Informationen und qualifizierte Einschätzungen zu Chancen und Risiken
030-288 817-0
0,00 €
1628
Brennstoffzellen- Technologie

Wasserstoff bietet Industrie Chancen

Technologie der Zukunft: Wasserstoff | © Getty
Die Chancen der Brennstoffzellen-Technologie werden zunehmend von Unternehmen genutzt. Und China geht voran.
China wird zum zugkräftigen Motor der Wasserstoff-Wende in Verkehr und Industrie. Das Reich der Mitte scheint den Einsatz der Brennstoffzellen-Technik (H2-Technik) weltweit mit dem höchsten Enthusiasmus und der größten Weitsicht anzugehen. Allein bis zum Jahr 2020 wird China 600 Mrd. US-Dollar in den Ausbau der H2-Infrastruktur investieren. Schwerpunkte sind das Schienennetz und das Strecken- und Liniennetzes für Wasserstoff-Busse. Derzeit fahren im Reich der Mitte gut 300 Brennstoffzellen-Busse. Der Bau einer großen Fabrik für über 10.000 Wasserstoff-Busse ist bereits beschlossen (FB vom 23.1.). In Deutschland wird im Massenverkehrsmarkt (ÖPNV) ebenfalls in die H2-Technik investiert. So wird der erste Wasserstoff-Zug der Welt ab Ende 2017 in Deutschland zwischen Buxtehude und Cuxhaven fahren. Der größte Vorteil des Hydrail von Alstom: Der erste seriengefertigte Zug kann schmutzige Dieselloks ersetzen. Die kommen dort zum Einsatz, wo es keine elektrifizierten Schienennetze gibt – vor allem im Regionalverkehr. Gerade in diesem Segment kann die H2-Technik auch enorme Investitionssummen sparen. So kostet die Elektrifizierung von Bahngleisen je Kilometer ca. 12 Mio. Euro. Der Einsatz von Wasserstoff-Triebfahrzeugen kann so hunderte Millionen Euro sparen. Auch in anderen industriellen Bereichen werden die Chancen der Brennstoffzellen zunehmend von Unternehmen genutzt. Die großen Trends sind „Power to gas“ und „carbon capture“ – also die Bindung von Kohlendioxid (CO2). Mit Hilfe von Wasserstoffzugabe wird CO2 zu Methan verarbeitet. Das bekräftigte jüngst der Exxon-Konzern. Das Unternehmen nutzt das Carbon-capture-Verfahren bereits erfolgreich. So werden die Kosten für CO2-Abgaben gesenkt und das umweltschädliche Gas gebunden. Das erzeugte Methan wiederum kann in das Gasnetz eingespeist und durch Verbrennung wieder zu Strom und Wärme gewandelt werden. Ähnlich funktioniert die Wandlung von Power zu Gas. Dabei wird überflüssiger Öko-Strom zu Wasserstoff gewandelt. Dieser kann dann ebenfalls ins Gasleitungsnetz eingespeist werden. Wasserstoff bietet die große Chance, überschüssigen Ökostrom dauerhaft und preiswert zu speichern. Neue Leitungen – wie im Stromnetz – wären dafür gar nicht nötig. Es gibt derzeit rund 400.000 km Gasleitungen quer durch ganz Deutschland. Diese könnten mit bis zu 6% Wasserstoff/Methan angereichert werden. Bisher liegt der Anteil nur bei 1%. Von Shell hören wir parallel, dass auch das Tankstellen-Problem für Wasserstoff-Autos gut lösbar ist. Demnach wird es in Zukunft so sein, dass jede dritte Tankstelle Wasserstoff-Zapfsäulen anbieten wird. Diese Infrastruktur sei einfacher und preiswerter aufzubauen als Elektrozapfsäulen. Hinzu kommt, dass die Steckdosen für E-Autos ein Kapazitätsproblem haben. Demnach ist es technisch noch nicht möglich, mehr als 100.000 E-Autos gleichzeitig zu laden. Mehr würde das Netz überlasten. Ein ähnliches Problem haben wir bereits aus China berichtet bekommen (FB vom 18.7.2016). Außerdem ist die Öko-Bilanz von Batterien nicht berauschend. Bei der Herstellung einer Batterie für einen Tesla fallen gut 10 Tonnen CO2 an.

Fazit: Die Brennstoffzellen- und Wasserstoff-Technik scheinen das perfekte Bindeglied zwischen hohen Ökostrom-Erzeugung und Industrie zu sein. Die Technik erlaubt viele Probleme einfacher und preiswerter zu lösen, als reine Batterie-Systeme.

Meist gelesene Artikel
  • Fuchs plus
  • Ohne Erlaubnis droht die Kündigung

Werkstatt: nicht im Wohnhaus

Der unerlaubte Betrieb einer Werkstatt in einem Wohngebäude berechtigt den Vermieter zur Kündigung.
  • Fuchs plus
  • Im Fokus: Index-Kletterer

Aufsteiger im MDAX und SDAX

Index-Aufsteiger im Fokus. Copyright: Pixabay
Bei den deutschen Aktien-Indices gab es einige Verschiebungen. Während es im DAX und im TecDAX keine Veränderungen gab, wurde im MDAX und SDAX einiges umhergewirbelt. Besonders interessant für Investoren sind die Index-Aufsteiger. Wir stellen Ihnen heute drei dieser Titel vor.
  • Fuchs plus
  • Serie (15): Die Blockchain im Unternehmen

Die Blockchain als Option für IT-Chefs

Unternehmen, die ihre Datenbankstruktur überarbeiten, sollten über die Anwendung der Blockchain-Technik nachdenken. Es gibt eine Reihe von Vorteilen – bis hin zu den Kosten. Aber das ist nicht alles.
Neueste Artikel
  • Fuchs plus
  • quantagon financial advisors GmbH, Stiftungsmanagement 2019: Qualifikation

Passabel im Ansatz, Lücken im Detail

Die quantagon financial advisors GmbH hat es nicht in die Endauswahl geschafft.
Insgesamt ist der Auftritt der quantagon financial advisors GmbH wenig aufsehenerregend – weder in positiver noch in negativer Hinsicht. Zwar liefert die Vermögensverwaltung einen Vorschlag mit passablem Ansatz ab. Doch daneben gibt es zu viele Ungereimtheiten und Lücken.
  • Fuchs plus
  • Rothschild & Co. Vermögensverwaltungs GmbH, Stiftungsmanagement 2019: Qualifikation

Von der Stange ist zu wenig

Die Rothschild Vermögensverwaltungs GmbH hat es nicht in die Endauswahl geschafft.
Ein großer historischer Name: Rothschild. Da sind die Erwartungen natürlich hoch. Doch was der Kreuzberger Kinderstiftung schließlich als Anlagevorschlag geliefert wird, ist bestenfalls Marktdurchschnitt. Es ist nicht zu erkennen, dass man sich die Mühe eines individuellen Angebots gemacht hat.
  • Fuchs plus
  • ActivTrades

Beinahe Spitze

Bei ActivTrades begegnet uns ein Broker, der in allen Kategorien hohe Punktzahlen erbringt. Nur in einer leider nicht, sonst wäre ein noch höherer Platz greifbar.
Zum Seitenanfang