Informationen und qualifizierte Einschätzungen zu Chancen und Risiken
030-288 817-0
0,00 €
276
Offenlegungen in Politik und Wirtschaft

Mehr Transparenz für NGOs

Von Politik und Wirtschaft wird immer mehr Transparenz gefordert. Meist sind es NGOs, die sich für mehr Transparenz stark machen. Doch wer kontrolliert eigentlich die NGOs? Ein Kommentar von Fuchsbriefe-Chefredakteur Ralf Vielhaber
Transparenz ist der große gesellschaftliche Trend unserer Zeit. Alles soll offensichtlich, nachvollziehbar sein. Die Zivilgesellschaft ist unermüdlich auf der Suche nach unfairem Verhalten, ungleichen Bedingungen, Übervorteilungen aller Art. Das Bankgeheimnis wurde hinweggefegt, es gibt mittlerweile ein Unternehmens-Transparenzregister, ein spendenfinanzierter Redaktionsblog namens Abgeordnetenwatch will die Verquickungen der Politik mit der Wirtschaft aufdecken und ein Berliner Journalist verklagt erfolgreich die Kanzlerin, dass sie ihre Pressekontakte aus dem Jahr 2016 offenlegt. Meist sind es Nichtregierungsorganisationen, die sich für Transparenz stark und durchaus auch verdient machen. Sie gebärden sich als Wachhunde für das Gute. Doch wo Licht ist, ist auch Schatten. Die Deutsche Umwelthilfe – Selbstlob: „Die DUH hat den Umweltschutz in den vergangenen 40 Jahren maßgeblich beeinflusst“ – zeigt das gerade beispielhaft. Fragt man die Vereinigung nach ihren Finanzquellen, ist Diskretion oberstes Gebot. Man solle bitteschön im Geschäftsbericht nachsehen, schreibt man uns. Doch da findet sich nicht zu konkreten Finanziers.  Inzwischen ist bekannt geworden, dass zu den großen Geldgebern die Telekom gehört, aber auch der japanische Autobauer Toyota. Wer kontrolliert die Kontrolleure? Wer schafft Transparenz im Finanzierungsnebel der NGOs? Wer deckt auf, welche Interessengruppen und Großfinanziers die Portemonnaies aufmachen, um – ja, was eigentlich? Nichtregierungsorganisationen sind längst eigene, große Wirtschaftsbetriebe mit eigenen Interessen. Die sie flugs zu gesamtgesellschaftlichen erklären. Die DUH ist nur Teil fürs Ganze. In zahlreichen größeren und kleineren Organisationen der Zivilgesellschaft, die Druck auf die Politik ausüben, ob Greenpeace oder Amnesty International, mischen kleine wie große Geldgeber mit. Zu den bekanntesten dürfte der ehemalige Hedgefonds-Manager George Soros gehören. Es wird Zeit für ein Transparenzregister für NGOs. Damit die Gesellschaft sehen kann, ob sich nicht der Bock selbst zum Gärtner macht, meint Ihr Ralf Vielhaber.
Meist gelesene Artikel
  • Zum Zwecke der Wirtschaftsspionage

Britische Geheimdienste verkaufen sensible Daten

Britische Geheimdienste verkaufen gesammelte Daten an Dritte. Copyright: Picture Alliance
Die britischen Geheimdienste verkaufen in großem Umfang anlasslos gesammelte Daten. Darunter sind auch sehr sensible Informationen. Auch deutsche Unternehmen mit Bezug zu Großbritannien müssen sich sorgen.
  • Ausländische Finanzportale locken mit hohen Zinsen für Tagesgeld

Finanzportale bieten hohe Zinsen

Neuartige Finanzportale wie Weltsparen, Zinspilot und Savedo bieten hohe Zinsen auf Festgeld, indem sie deutsche Sparer an Banken im EU-Raum vermitteln. Anleger sollten darauf achten, ihre Risiken zu minimieren...
  • Venezuela bedient seine Schulden nicht mehr

Caracas muss auf den Ölpreis hoffen

Venezuela ist zahlungsunfähig. Das Land kann Anleihen nicht bedienen. Hohe Schulden hat die Regierung bei Russland und China. Im nächsten Jahr dürften weitere Anleihen nicht bedient werden. Es gibt aber einen Hoffnungsschimmer.
Neueste Artikel
  • Keine Lösung für die britische Provinz in Sicht

London pokert um die Zukunft Nordirlands

Was passiert mit Nordirland beim Brexit?
Die Brexit-Verhandlungen sind auch Ausschlag gebend für das Schicksal Nordirlands. Wird die britische Provinz durch eine harte Grenze isoliert, droht wirtschaftlich der Absturz und innenpolitisch heiße Auseinandersetzungen und Gewalt. London pokert hoch.
  • US-Wirtschaft

Widersprüchliche Konjunktursignale aus den USA

Quelle: Phily-Fed, New York
Die Daten, die aus der US-Wirtschaft kommen, senden widersprüchliche Signale aus. Vor allem die Arbeitslosenzahlen setzen Fragezeichen. Das wird die Grundhaltung der neuen FED-Führung beeinflussen.
  • Venezuela bedient seine Schulden nicht mehr

Caracas muss auf den Ölpreis hoffen

Venezuela ist zahlungsunfähig. Das Land kann Anleihen nicht bedienen. Hohe Schulden hat die Regierung bei Russland und China. Im nächsten Jahr dürften weitere Anleihen nicht bedient werden. Es gibt aber einen Hoffnungsschimmer.
Zum Seitenanfang