Informationen und qualifizierte Einschätzungen zu Chancen und Risiken
030-288 817-0
0,00 €
916
Neue Technologien

Politik fördert Angstindustrie

Naturwissenschaften - Mangelware im Schulsystem | © Getty
Die Deutschen gelten als technikfeindlich. Doch die Aversion gegen Nano-, Biotechnologie, Fracking oder Atom kommt auch von außen.
Die Deutschen bremsen selbst das Wachstum und die Zukunftsaussichten ihrer Wirtschaft aus. Zentraler Grund: ihre – vermeintliche – Aversion gegenüber neuen Technologien. So sieht es der neue Chef des ifo-Instituts, Clemens Fuest. Als Beleg zieht er die rückläufige Zahl der Unternehmensgründungen in Deutschland seit 2000 um 40% heran. Im Hochtechnologiebereich und bei Ausgründungen aus Uni-Projekten ging sie sogar um die Hälfte zurück. Demografische Gründe seien dafür mitursächlich – im Alter geht die Risikoneigung zurück. Doch das ist bestenfalls die halbe Wahrheit. Die Politik trägt erhebliche Mitschuld. Sie hat ein Schulsystem installiert, das Fächer wie Physik, Chemie, Biologie viele Jahre lang stiefmütterlich behandelte. Gerade die heute tonangebende Babyboom-Generation hatte hier im Zeugnis häufig stehen: „Wegen Lehrermangel nicht erteilt“. Wir sehen eine Parallele zum risikoscheuen Anlageverhalten: Trotz Nullzins wird „risikolos“ gespart, Aktienanlagen werden gemieden. Dabei verhalten sich die Anleger rational: Sie meiden, was sie nicht verstehen. Die Jungen klagen inzwischen über mangelnde Schulausbildung in Finanzfragen. Sie glauben, nicht zu überblicken, welche Risiken private Altersvorsorge birgt. Deshalb übertragen sie auch diese Aufgabe lieber wieder dem Staat. Er soll private Pflichtsysteme installieren. Das hat soeben der Sozialforscher Klaus Hurrelmann mit einer Jugendstudie belegt. Obendrein hat sich eine ganze Angstindustrie mithilfe der Politik etablieren können. Zahlreiche NGOs – oft mit staatlichen Subventionen gepampert – gehen mit zweifelhaften Grenzwerten für Alles und Jedes, ethisch und moralisch einseitiger Propaganda an die Öffentlichkeit. Auf der Gegenseite stehen die Propagandapparate der betroffenen Industrien. Sieger und Verlierer stehen meist im Vorhinein fest: Wo Argumente nicht bewertet werden können, steht das Vertrauen in den Sender im Vordergrund. Hier stehen NGOs regelmäßig auf der Seite des Guten, die Industrie ist per se auf der Seite des Bösen. Die Angstindustrie befördert wiederum ganze Forschungszweige an Universitäten und Instituten. Hunderte Institute für Technikfolgenabschätzung, Risikobewertung und Sicherheitstests bekommen bevorzugt dann Staatsgeld für Projekte, wenn sie den politisch beförderten Mainstream mit ihrer Arbeit stützen – etwa in der Klimadebatte. Neben nationalen Adressen kommen hier auch Dutzende EU- und supranationale Institutionen ins Spiel. Ein Beispiel für verordnete Verunsicherung: Glyphosat. Es ist seit 40 Jahren in Gebrauch und nach nur einer einzigen Studie fast verboten worden (Krebsverdacht). Regelmäßig geraten Lebensmittel – mal Fleisch, mal Bier – unter ähnlichen Verdacht. Gentechnologie ist des Teufels, dabei wird munter Genmais verfüttert etc.

Fazit: Die Angst vor neuen Technologien in Deutschland kann zumindest eingedämmt werden. Dazu aber muss die Urteilskraft gestärkt werden. Das beginnt bei der Schulbildung und ausgewogenen Fächerschwerpunkten sowie Lehrpersonal, das dafür Begeisterung wecken kann. Dann geht auch der Einfluss der Angstindustrie zurück.

Meist gelesene Artikel
  • Fuchs-Depot

Deutsche Bank aufstocken

Wir verkleinern den Umfang unseres Depots weiter. Denn die Vossloh-Aktie ist durch unseren Stoppkurs gefallen. Wir verkaufen die Restposition und realisieren dabei noch ein Plus von 10%.
  • Fuchs plus
  • Bankhaus Neelmeyer AG, Vermögensmanagement TOPS 2019: Qualifikation

Kölle trifft Hanse

Die Ampel des Bankhaus Neelmeyer steht auf Rot.
Dass wir als Kölner die Dienste einer Bremer Bank in Anspruch nehmen wollen, rührt die langjährigen Berater des Bankhauses Neelmeyer sichtlich. Auch sonst geben sie eine gute Figur ab. Wenn da nicht ein paar vermeidbare Schnitzer gewesen wären, hätten die Bremer deutlich weiter oben landen und die Qualifikationshürde nehmen können.
  • Fuchs plus
  • Salzburger Sparkasse Bank AG, Vermögensmanagement TOPS 2019: Qualifikation

Zu wenig geboten

Die Ampel der Salzburger Sparkasse steht auf Rot.
„Das modernste Banking Österreichs: Girokonto und Digitales Banking, Sparen und Kredit, Anlegen und Vorsorgen – hier finden Sie alles für Ihr Geldleben." Die Salzburger Sparkasse geht in die Vollen, wenn es um ein Lob für das eigene Leistungsangebot geht. Das Geldinstitut hat als Kunden auch den wohlhabenderen Bürger im Auge, leistet sich für das Private Banking eine eigene Website. Wir testeten, ob dieser Anspruch eingelöst werden kann.
Neueste Artikel
  • Fuchs plus
  • Gebühren im Private Banking bleiben moderat

Drei Viertel der Banken sind weiter provisionsabhängig

HSBC eine der größten Banken mit einem großen Private Banking Angebot©Picture Alliance
Die Anlage-Regulierungsrichtlinie MiFID II hat die Banken mit hohem Mehraufwand belastet. Dennoch zeigt sich das bisher kaum in den Gebühren. Dies ergibt sich aus der Analyse der Standardkonditionen im Private Banking im deutschsprachigen Raum durch die FUCHS | RICHTER PRÜFINSTANZ.
  • Fuchs plus
  • Banken senken Freibeträge

Strafzinsen für vermögende Privatanleger

HSBC eine der größten Banken mit einem großen Private Banking Angebot©Picture Alliance
Die Banken werden die Strafzinsen der EZB ab dem nächsten Jahr aggressiver an ihre Kunden weitergeben. Das verschärft den Anlagenotstand. Für Vermögende nimmt das Problem der realen Geldentwertung zu.
  • Fuchs plus
  • Immer mehr kostengünstige ETF im Angebot

Nachhaltige Aktienanlage einfach und kostengünstig möglich

Der Wunsch, bei der Auswahl seiner Aktienanlage auf Nachhaltigkeit und soziale Verantwortung zu achten, ist in der Beratungspraxis insbesondere bei jungen Anlegern und Stiftungen festzustellen. Letztere schreiben diesen Willen zunehmend in ihren Anlagerichtlinien fest. Lange Zeit war die Krux, dass dieser Wunsch häufig mit deutlich höheren Kosten verknüpft war. Die Umsetzung mit Hilfe der günstigen Indexfonds war nicht möglich. Dies hat sich mittlerweile geändert.
Zum Seitenanfang