Informationen und qualifizierte Einschätzungen zu Chancen und Risiken
030-288 817-20
0,00 €
1837
Thema Vermögensteuer im Wahlkampf

SPD legt Steuer ad acta

Martin Schulz legt das SPD-Programm dar – die Vermögensteuer taucht darin nicht mehr auf. © Steffi Loos/Getty Images
Die Vermögensteuer wird im Wahlkampf für den Bundestag heiß diskutiert. Aber selbst die SPD hat sich jetzt davon verabschiedet. In ihrem Wahlprogramm wird sie nicht auftauchen.
Die Vermögensteuer ist auch für die kommende Legislaturperiode vom Tisch. Egal, welche Koalition nach der Bundestagswahl im September in Berlin regiert: Unternehmer können sich fest darauf einrichten, dass die Vermögenssteuer nicht kommt. Die SPD hat sich von der Idee zur Wiedereinführung der Vermögensteuer verabschiedet. Das hören wir in Berlin am Rande einer Veranstaltung für Familienunternehmen von einem hochrangigen SPD-Politiker, der gerade federführend am Wahlprogramm mitarbeitet. Demnach wird die Forderung nach einer Vermögensteuer dort nicht mehr zu finden sein. CDU und FDP wollen die Steuer ohnehin nicht. Allein die Grünen im Bund halten an der Idee fest. Die Sozialdemokraten werden ihren Steuerfokus verschieben. Statt einer Vermögenssteuer wollen die Sozialdemokraten den Spitzensteuersatz erhöhen und nochmal an die Erbschaftsteuer rangehen. Darüber hinaus ist es attraktiver, die bekannten Steuerlücken in der Umsatz-, Körperschaft- und Einkommensteuer zu schließen. Laut Hochrechnungen der OECD ist allein die Umsatzsteuerlücke in Deutschland gut 23 Mrd. Euro groß. Der politische Sinneswandel wird von Machbarkeits-Prognosen beflügelt. Einerseits gibt es Hochrechnungen, dass eine Vermögensteuer in Deutschland ca. 10 bis 20 Mrd. Euro p.a. erbringen könnte. Allerdings dürften aufgrund der Komplexität der Steuer gut 30% bis 50% dieser Summe für Erhebungskosten draufgehen. Das Volumen schmilzt somit auf ein unattraktives Maß zusammen. Andere Steuerarten lassen sich aufgrund besserer Standardisierung viel effizienter erheben. So kostet die Erhebung der Einkommensteuer ca. 1% bis 3% des Steuervolumens. Ein weiterer Bremsstein sind erhebliche verfassungsrechtliche Bedenken und Probleme. Zwar ist eine Vermögensteuer nicht grundsätzlich ausgeschlossen. Die Definition eines verbindlichen und klaren Erhebungsmaßstabs (Stichworte Bemessungsgrundlage, Gleichbehandlung) ist aber völlig offen. Zudem entstehen bei einer Vermögensteuer klare Zielkonflikte zur neuen Erbschaftsteuer. Die schreibt ein Entnahmeverbot vor, wenn Unternehmer die Verschonungsregelung nutzen wollen. Eine Vermögensteuer wiederum würde eine Entnahme geradezu erzwingen.

Fazit: Das Thema Vermögensteuer wird vielleicht bis zur Bundestagswahl diskutiert. Danach verschwindet es in der Schublade.

Meist gelesene Artikel
  • Fuchs plus
  • Produktcheck: Danske Invest Denmark Focus A

Ausgeklügelte und erfolgreiche Anlagestrategie

Die Börse von Kopenhagen. Copyright: Pixabay
Aktien aus Dänemark sind attraktiv. Sie haben über lange Jahre sogar eine bessere Performance als der DAX erzielt. Anlegern, die auf diesen kleinen aber feinen Markt setzen wollen, können wir einen guten Fonds mit einer erfolgreichen Anlagestrategie vorstellen.
  • Fuchs plus
  • Chesapeake Energy meldet Konkurs an

Shale-Pionier in der Insolvenz

Die ersten Großpleiten sind da. Copyright: Pixabay
Der Chesapeake-Konzern, der die USA über die Thale-Technik zum größten Ölförderer der Welt gemacht hat, ist endgültig pleite. Aus und vorbei ist es damit aber noch keineswegs mit Chesapeake Energy. Und auch andere Großpleiten rücken in den Fokus.
  • Fuchs plus
  • Zeugnisverweigerung nicht nachträglich möglich

Reden ist Silber, Schweigen ist Gold

Wer vor dem Finanzamt auspackt, kann das später nicht mehr zurücknehmen, wenn er zuvor über sein Auskunftsverweigerungsrecht belehrt wurde. Auch wenn dadurch der eigene Bruder heftig in die Bredouille gerät. Der BFH revidiert damit seine bisherige Rechtsprechung. Es fügt aber noch eine wichtige Bemerkung hinzu.
Neueste Artikel
  • Fuchs plus
  • Wechselkursprognosen Juli 2020

Fester Glaube an den Euro

Die Banken glauben fest an den Zusammenhalt des Euroraums. Copyright: Pixabay
Die Bankenwelt hält unverbrüchlich zum Euro-Projekt. Der Glaube, dass die Eurozone hält, ist unerschütterlich. Davon profitiert der Euro auf kurze und mittlere Sicht.
  • Fuchs plus
  • Preiswende am US-Unabhängigkeitstag

Lebendrind wieder stärker gefragt

Der Preis für Lebendrind stand in der Corona-Krise stark unter Druck. Inzwischen stabilisieren sich die Notierungen an der Börse wieder. Der bevorstehende US-Unabhängigkeitstag am 4. Juli könnte nun sogar die Trendwende nach oben bringen.
  • Fokus Private Banking

Die Testprinzipien der FUCHS | RICHTER PRÜFINSTANZ

Ralf Vielhaber, Partner der FUCHS|RICHTER PRÜFINSTANZ, erläutert im Fokus Private Banking die Testprinzipien. © FUCHSBRIEFE erstellt mit Canva, Foto: Pixabay
Seit fast 20 Jahren fühlen Testkunden der FUCHS|RICHTER PRÜFINSTANZ Banken, Vermögensverwaltern und Family Offices in Sachen Private Banking auf den Zahn. Was sind die Prinzipien, nach denen die Prüfinstanz die Anbieter bewerten? Ralf Vielhaber, Partner der FUCHS|RICHTER PRÜFINSTANZ, beantwortet die Frage im Gespräch mit dem Wirtschaftsjournalisten Markus Hormann.
Zum Seitenanfang