Informationen und qualifizierte Einschätzungen zu Chancen und Risiken
030-288 817-0
0,00 €
145
Nächstes Mal wieder Wirtschaftspolitik

Wahl zwischen Konzernen und Mittelstand

Wirtschaftspolitik wird die nächste Legislaturperiode stärker prägen. Doch es gibt zwei widerstreitende Denkschulen. Welche sich durchsetzt, hängt vom Koalitionspartner der Union ab.
Wirtschaftspolitik wird die nächste Legislaturperiode stärker prägen als die zu Ende gehende. Die Sozialpolitik wird dahinter zurücktreten. Zumal zusätzliche finanzielle Belastungen durch die äußere und innere Sicherheitslage, die Bildungsmisere, die Integrationskosten und den Infrastrukturausbau einzukalkulieren sind. Zwei Denkschulen werden – je nach kommender Regierungskoalition – miteinander ringen. Einerseits die industriepolitischen Vorstellungen der SPD, die sich vorwiegend an den Interessen der Großunternehmen und Gewerkschaften orientieren. Dagegen steht eine Mittelstandspolitik á la FDP und Mittelstandsvereinigung der CDU/CSU (MIT). Die Wirtschaftspolitiker in den Parteien geben allerdings nicht selbst die Linien vor. So sehr sich auch Carsten Linnemann und die MIT oder Christian Lindners FDP etwas anderes wünschen, den Ton werden BDI, BDA und DGB angeben. Sie sind gegenüber der Regierung nach aller Erfahrung durchschlagskräftiger – selbst im Falle einer Großen Koalition. Angela Merkel wird als wiedergewählte Kanzlerin mit beiden Schulen klarkommen. Für sie geht es nur darum, die Finanzierbarkeit sicherzustellen. Eine wirtschaftspolitische Grundüberzeugung geht ihr ab. Ihr liegt insbesondere die Stabilisierung der Autoindustrie am Herzen (Schutz vor zu hohen Auflagen, Regressansprüchen oder Fahr- und Zulassungsverboten) sowie der Ausbau der Infrastruktur und die Digitalisierung. Unstrittig ist der Verzicht auf Steuererhöhungen. Auch Entlastungen wird es geben. Die Frage ist nur, ab wann der Solidaritätsbeitrag entfällt: schon 2020 auf einen Schlag oder schrittweise. Sicher ist, dass die Sozialabgaben steigen – gleich in welcher Konstellation.

Fazit: Wirtschafts- und Industriepolitik rücken in der 19. Legislaturperiode in den Vordergrund. Ob dabei mehr für den Mittelstand abfallen wird, hängt von der künftigen Regierungskoalition ab.

Meist gelesene Artikel
  • Zum Zwecke der Wirtschaftsspionage

Britische Geheimdienste verkaufen sensible Daten

Britische Geheimdienste verkaufen gesammelte Daten an Dritte. Copyright: Picture Alliance
Die britischen Geheimdienste verkaufen in großem Umfang anlasslos gesammelte Daten. Darunter sind auch sehr sensible Informationen. Auch deutsche Unternehmen mit Bezug zu Großbritannien müssen sich sorgen.
  • Ausländische Finanzportale locken mit hohen Zinsen für Tagesgeld

Finanzportale bieten hohe Zinsen

Neuartige Finanzportale wie Weltsparen, Zinspilot und Savedo bieten hohe Zinsen auf Festgeld, indem sie deutsche Sparer an Banken im EU-Raum vermitteln. Anleger sollten darauf achten, ihre Risiken zu minimieren...
  • Produktcheck

Jyske Stable Strategy schafft, was der Name verspricht

Der Jyske Invest Stable Strategy ist ein klassischer Mischfonds. Er legt den Fokus auf besonders risikoarme, aber dennoch lukrative Anlagestrategien. Damit gelingt dem Fondsmanagement eine beachtliche Durchschnittsrendite.
Neueste Artikel
  • Keine Lösung für die britische Provinz in Sicht

London pokert um die Zukunft Nordirlands

Was passiert mit Nordirland beim Brexit?
Die Brexit-Verhandlungen sind auch Ausschlag gebend für das Schicksal Nordirlands. Wird die britische Provinz durch eine harte Grenze isoliert, droht wirtschaftlich der Absturz und innenpolitisch heiße Auseinandersetzungen und Gewalt. London pokert hoch.
  • US-Wirtschaft

Widersprüchliche Konjunktursignale aus den USA

Quelle: Phily-Fed, New York
Die Daten, die aus der US-Wirtschaft kommen, senden widersprüchliche Signale aus. Vor allem die Arbeitslosenzahlen setzen Fragezeichen. Das wird die Grundhaltung der neuen FED-Führung beeinflussen.
  • Venezuela bedient seine Schulden nicht mehr

Caracas muss auf den Ölpreis hoffen

Venezuela ist zahlungsunfähig. Das Land kann Anleihen nicht bedienen. Hohe Schulden hat die Regierung bei Russland und China. Im nächsten Jahr dürften weitere Anleihen nicht bedient werden. Es gibt aber einen Hoffnungsschimmer.
Zum Seitenanfang