Informationen und qualifizierte Einschätzungen zu Chancen und Risiken
030-288 817-0
0,00 €
219
Nächstes Mal wieder Wirtschaftspolitik

Wahl zwischen Konzernen und Mittelstand

Wirtschaftspolitik wird die nächste Legislaturperiode stärker prägen. Doch es gibt zwei widerstreitende Denkschulen. Welche sich durchsetzt, hängt vom Koalitionspartner der Union ab.
Wirtschaftspolitik wird die nächste Legislaturperiode stärker prägen als die zu Ende gehende. Die Sozialpolitik wird dahinter zurücktreten. Zumal zusätzliche finanzielle Belastungen durch die äußere und innere Sicherheitslage, die Bildungsmisere, die Integrationskosten und den Infrastrukturausbau einzukalkulieren sind. Zwei Denkschulen werden – je nach kommender Regierungskoalition – miteinander ringen. Einerseits die industriepolitischen Vorstellungen der SPD, die sich vorwiegend an den Interessen der Großunternehmen und Gewerkschaften orientieren. Dagegen steht eine Mittelstandspolitik á la FDP und Mittelstandsvereinigung der CDU/CSU (MIT). Die Wirtschaftspolitiker in den Parteien geben allerdings nicht selbst die Linien vor. So sehr sich auch Carsten Linnemann und die MIT oder Christian Lindners FDP etwas anderes wünschen, den Ton werden BDI, BDA und DGB angeben. Sie sind gegenüber der Regierung nach aller Erfahrung durchschlagskräftiger – selbst im Falle einer Großen Koalition. Angela Merkel wird als wiedergewählte Kanzlerin mit beiden Schulen klarkommen. Für sie geht es nur darum, die Finanzierbarkeit sicherzustellen. Eine wirtschaftspolitische Grundüberzeugung geht ihr ab. Ihr liegt insbesondere die Stabilisierung der Autoindustrie am Herzen (Schutz vor zu hohen Auflagen, Regressansprüchen oder Fahr- und Zulassungsverboten) sowie der Ausbau der Infrastruktur und die Digitalisierung. Unstrittig ist der Verzicht auf Steuererhöhungen. Auch Entlastungen wird es geben. Die Frage ist nur, ab wann der Solidaritätsbeitrag entfällt: schon 2020 auf einen Schlag oder schrittweise. Sicher ist, dass die Sozialabgaben steigen – gleich in welcher Konstellation.

Fazit: Wirtschafts- und Industriepolitik rücken in der 19. Legislaturperiode in den Vordergrund. Ob dabei mehr für den Mittelstand abfallen wird, hängt von der künftigen Regierungskoalition ab.

Meist gelesene Artikel
  • Ausblick 2018

Es läuft (zu) rund

Wenn es dem Esel zu gut geht, dann geht er auf's Eis. Diese Gefahr besteht derzeit wieder. Es läuft rund in der Weltwirtschaft und die Unternehmen haben mächtig Rückenwind bei Zinsen und immer noch auf der Währungsseite. In solchen Zeiten werden die größten Fehler gemacht.
  • Auswertung Vermögensstrategie TOPS 2018

Raiffeisen Privatbank kommt oft ohne Begründungen aus

Mit insgesamt 74,9 Punkten in allen vier Wertungskategorien erreichte die Raiffeisen Privatbank Liechtenstein AG ein Gut und Platz 16 in der Gesamtwertung.
Die Raiffeisen Privatbank in Liechtenstein sendet uns ein präzises Protokoll mit den Inhalten des Gesprächs während unseres Besuchs, danach einen Strategievorschlag mit einem Anlagevorschlag für das neue Portfolio. Dabei bleiben jedoch einige Fragen offen;  in einem Aspekt arbeitet das Haus dann aber wieder vorbildlich. 
  • Aktien

Neue Hochs voraus

Die US-Notenbank wird 2018 ihre Zinsen wohl anheben und die Anleihenkäufe reduzieren. Das wird nicht spurlos an den Aktienmärkten vorbeigehen.
2018 beginnt vielversprechend. Der Dow wird von den Auswirkungen der Steuerreform getrieben, der DAX fährt in seinem Windschatten. Die Rally des Vorjahres wird fortgesetzt. Im Verlauf des Jahres dürfte es jedoch turbulenter zugehen.
Neueste Artikel
  • Die Baisse ist beendet

Die Industriemetalle erholen sich

Seit Juni 2017 ziehen die Preise für Rohstoffe wieder an. Nachfrage und Spekulation erzeugen einen neuen Aufwärtstrend.
  • Mächtige Überraschung

China hält den Kurs

Das Datenpaket aus Peking lieferte letzte Woche Zahlen und Daten über Prognosen für die wirtschaftliche Entwicklung Chinas. Eine Zahl fällt dabei jedoch aus dem Rahmen.
Zum Seitenanfang