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Wie weit steigen die Zinsen noch?

Powell bremst die Bärenmarkt-Rally aus

© Picture Alliance
Mit ihrem Zinsschritt um 0,75 Prozentpunkte hat die Federal Reserve niemanden überrascht. Die Aussagen aus dem anschließenden Statement haben allerdings doch manchen Marktteilnehmer auf dem falschen Fuß erwischt. Die große Frage: Wie geht es weiter?

Fed-Chef Jerome Powell hat der „Hoffnungs-Rally“ an den internationalen Aktien den Wind aus den Segeln genommen. Zur Wochenmitte hoben die US-Notenbanker den Leitzins erwartungsgemäß um weitere 75 Basispunkte auf ein Zielband von 3,75 bis 4,00% an. Es war bereits der vierte große Zinsschritt in Folge. 

Hoffnungen auf einen weniger steilen Zinspfad erteilte der oberste Notenbanker aber eine Absage. Demnach erhöhe die Fed die Zinsen „absichtlich auf ein Niveau, das ausreichend restriktiv sein wird, um die Inflation auf 2 Prozent zurückzubringen“, sagte Powell. „Es ist völlig verfrüht, an eine Pause bei Zinserhöhungen zu denken. Die Historie spricht stark dagegen, die Geldpolitik vorzeitig zu lockern“, so Powell weiter. Immerhin lag die Inflationsrate in den Vereinigten Staaten zuletzt bei rund 8,2% und ist damit meilenweit vom Ziel (2,0%) entfernt. 

Enttäuschung an der Börse

Die Börsen reagierten direkt auf die eher „falkenhaften“ Worte Powells. Nach einer kurzen „Erleichterungsrally“, die den Dow Jones über die Marke von 33.000 Indexpunkten führte, strichen Anleger und Investoren zügig die während der letzten Wochen angelaufenen Buchgewinne ein. Am Ende des Tages ging der Dow Jones mit einem Minus von rund 500 Punkten und auf Tagestief aus dem Handel. Noch deutlicher fiel das Minus bei den wachstumsstarken Technologie-Aktien aus. Der Nasdaq 100 (-3,36%) nimmt direkt wieder Kurs in Richtung der Jahrestiefs. 

Auch wenn die Wahrscheinlichkeit einer baldigen Drosselung beim Zinstempo abnimmt, bleibt die generelle Frage, wie weit die Zinsen noch weiter steigen werden. Hier gibt es nach wie vor noch Optimisten. Der Vermögensverwalter PIMCO meint nach wie vor, "dass die Fed ihren Zinserhöhungszyklus zwischen 4,5 und 5,0% wahrscheinlich pausieren wird. Wir gehen gesondert von einer Rezession in den USA Anfang 2023 aus, die unserer Meinung nach den Appetit der Fed auf weitere Zinserhöhungen einschränken wird.“ Das würde allerdings bedeuten, dass das Erhöhungspotenzial nach dem nächsten Zinsentscheid bereits nahezu ausgereizt wäre. FUCHS-Kapital würde das zu erwartende Zinsniveau etwas höher bei über 5% taxieren.

Deutsche Konjunktur trübt sich weiter ein

Aus Deutschland erreichen uns indes erneut schlechte Wirtschaftsnachrichten. So haben sich die Geschäftserwartungen für die wichtige Automobilbranche im Oktober weiter eingetrübt. Nach -6,3 Punkten im September sank der ifo-Geschäftsklimaindex des Sektors auf -35,3 Zähler. Die DIHK geht mittlerweile davon aus, dass die deutsche Wirtschaft 2023 um 3% schrumpfen wird. Das ist deutlich pessimistischer als die Prognose der Bundesregierung (-0,4%).

Fazit: Der Bärenmarkt ist weiterhin intakt – daran hat auch die jüngste „Zinshoffnungs-Rally“ nichts geändert. Vor allem hoch bewertete Technologie-Aktien und stark verschuldete Unternehmen bleiben anfällig für Kursverluste. Für Anleger gilt weiterhin: Gewinne in gut gelaufenen Positionen auch einmal mitnehmen oder wenigstens absichern. Für neue Anlagekäufe sollte eine Beruhigung der zuletzt heiß gelaufenen Börsen abgewartet werden.
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