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Rohstoffmangel bis Herbst: Stilllegungen in der Industrie erwartet

Preissprünge und Lieferketten-Chaos in Europa

Obwohl US-Präsident Donald Trump sein Ultimatum aufgehoben hat, bleibt die Straße von Hormus gesperrt. Deshalb drohen in Europa nach Ostern Produktionsstilllegungen und Preissprünge bei Treibstoffen

Selbst wenn in dieser Woche der Iran-Krieg beendet werden sollte, wird sich die Rohstoffknappheit und damit hohe Preise noch bis zum Herbst fortsetzen. Denn die Lieferketten sind massiv aus dem Takt geraten. Die nächsten vier bis sechs Wochen werden kritisch - vor allem für Unternehmen. 

Hintergrund: Die letzten Tanker, die die Straße von Hormus Richtung Rotterdam passierten, kommen jetzt in Rotterdam an. Sind sie gelöscht, werden weder Rohöl noch Diesel, Flugbenzin oder wichtige Vorprodukte wie Schwefel, Helium oder Naphta aus der Golfregion Europa erreichen.

Preissprünge erwartet

Die Folge: Nach Ostern wird es in Europa zu weiteren großen Preissprüngen auf den Märkten kommen. Mit großer Wahrscheinlichkeit sind sogar Stilllegungen von Produktionsanlagen in der Industrie zu erwarten, weil die Rohstoffe auch physisch nicht mehr verfügbar sind. Diese Warnung hören wir von einem Branchen-Insider. 

Zuerst betroffen wäre die chemische Industrie. Allein die unterbrochenen Lieferungen von Schwefel, ein zentrales Vorprodukt der Branche, kann dazu führen, dass Anlagen abgeschaltet werden. Laut einer Analyse der US-Bank Morgan Stanley sind die Golfstaaten einer der wichtigsten Lieferanten zur Deckung des weltweiten Schwefelbedarfs.

Engpässe bei Vorprodukten 

Ähnlich sieht es bei Diesel, Helium und Flugbenzin aus. Gut 40% des europäischen Bedarfes stammt aus den Golfstaaten. In Zahlen: 600 Tsd. Barrel pro Tag werden in Europa über die Straße von Hormus gedeckt. 155 Tsd. Barrel davon stammen aus Kuwait, das allerdings die Produktion nach Angriffen der Iraner bereits eingestellt hat. Experten rechnen nun damit, dass sich dies spätestens in zwei Wochen stark auf die Preise von Flugtickets aber auch von Expressendungen niederschlagen wird, da die Logistikbranche die Kosten weitergibt.

Wettlauf gegen die Zeit

Die Lieferketten werden bis in den Herbst hinein gestört sein, sich nur langsam wieder eintakten - wenn der Krieg jetzt endet. Das Anfahren der stillgelegten Förderanlagen und Raffinerien dauert Monate, die Reparatur wie bei der teilweise zerstörten LNG-Anlage in Katar, voraussichtlich sogar Jahre. Für viele Beobachter ist daher der Krieg und die Sperrung der Straße von Hormus inzwischen ein Wettlauf gegen die Zeit. Je länger er dauert, desto stärker wird die Position des Irans.

Fazit: Die Folgen des Iran-Kriegs werden noch lange zu spüren sein. Hoffnungen auf eine schnelle Entspannung der Lage sind riskant. Unternehmen stehen kritische Wochen bevor. Stellen Sie sich auf Rohstoffknappheit und steigende Preise bis Herbst ein.
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