Primäreinkommen drehen ins Plus und dämpfen US Leistungsbilanzdefizit
Den USA geht es finanziell etwas besser. 2026 beginnt mit einem niedrigeren externen Finanzierungsbedarf der USA: Im vierten Quartal 2025 verringerte sich das Leistungsbilanzdefizit auf 190,7 Milliarden Dollar, der Anteil am Bruttoinlandsprodukt sank auf 2,4 Prozent.
Haupttreiber waren der Wechsel des Saldos der Primäreinkommen von einem Defizit in Q3 zu einem Überschuss in Q4. Außerdem ein kleineres Defizit im Warenhandel. Die Exporte stiegen um 32,4 Milliarden Dollar auf 1,33 Billionen Dollar, die Importe sanken um 16,0 Milliarden Dollar auf 1,52 Billionen Dollar.
Einordnung der Begriffe
Die Leistungsbilanz umfasst Transaktionen zwischen Inländern und Ausländern in Waren, Dienstleistungen, Primäreinkommen und Sekundäreinkommen. Primäreinkommen umfasst Anlageeinkommen wie Zinsen und Dividenden sowie Arbeitnehmervergütungen. Sekundäreinkommen erfasst laufende Übertragungen wie Zuschüsse oder private Überweisungen.
Im Finanzkonto verbuchten die USA in Q4 einen Netto Mittelzufluss aus dem Ausland von 135,9 Milliarden Dollar. Transaktionen erhöhten zugleich die Auslandsvermögenswerte der USA um 405,0 Milliarden Dollar und die Verbindlichkeiten gegenüber dem Ausland um 532,0 Milliarden Dollar. Netto-Lending oder Netto-Borrowing misst dabei indirekt, ob die USA gegenüber dem Ausland Finanzmittel bereitstellen oder aufnehmen.
Jahresbild 2025
Für das Gesamtjahr 2025 verringerte sich das Leistungsbilanzdefizit auf 1,12 Billionen Dollar. Der Anteil am Bruttoinlandsprodukt sank auf 3,6 Prozent nach 4,0 Prozent im Jahr 2024. Exporte stiegen um 276,2 Milliarden Dollar auf 5,15 Billionen Dollar, Importe um 206,9 Milliarden Dollar auf 6,26 Billionen Dollar.
Im Finanzkonto ergab sich 2025 ein Netto-Mittelzufluss vom Ausland von 1,21 Billionen Dollar. Transaktionen erhöhten die Auslandsvermögenswerte der USA um 1,70 Billionen Dollar und die Verbindlichkeiten gegenüber dem Ausland um 2,90 Billionen Dollar. Die Netto Auslandsvermögensposition lag Ende 2025 bei minus 27,54 Billionen Dollar, Vermögenswerte bei 42,96 Billionen Dollar und Verbindlichkeiten bei 70,49 Billionen Dollar.
Bestände und Bewertungen
Im vierten Quartal 2025 stiegen die Auslandsvermögenswerte der USA um 1,62 Billionen Dollar, getrieben von Preisänderungen von 1,10 Billionen Dollar und Transaktionen von 405,0 Milliarden Dollar. Die Verbindlichkeiten wuchsen um 1,61 Billionen Dollar, darunter Preisänderungen von 631,6 Milliarden Dollar und Transaktionen von 532,0 Milliarden Dollar.
Die Netto-Auslandsvermögensposition ist die Differenz aus Vermögenswerten im Ausland und Verbindlichkeiten gegenüber dem Ausland. Sie lag Ende Q4 2025 bei minus 27,54 Billionen Dollar nach minus 27,55 Billionen Dollar Ende Q3.
Revisionen und Methodik
Für Q3 2025 wurde das Leistungsbilanzdefizit auf 239,1 Milliarden Dollar revidiert, der Saldo der Primäreinkommen auf minus 2,5 Milliarden Dollar. Die Netto-Auslandsvermögensposition für Q3 wurde auf minus 27,55 Billionen Dollar angepasst. Kapitaltransfer-Einnahmen sanken in Q4 auf 101 Millionen Dollar, Zahlungen stiegen auf 3,0 Milliarden Dollar.
Ausblick und Relevanz für Ihre Planung
Strukturell bleibt die Netto-Auslandsvermögensposition der USA schwach. Ende 2025 stehen 42,96 Billionen Dollar Auslandsvermögen 70,49 Billionen Dollar Verbindlichkeiten gegenüber, die NIIP (Net International Investment Position, Netto-Auslandsvermögensposition) beträgt minus 27,54 Billionen Dollar und ist gegenüber Ende 2024 niedriger.
Die Bestandsgrößen reagieren spürbar auf die Marktpreise: In Q4 erhöhen Preisänderungen die Auslandsvermögenswerte um 1,10 Billionen Dollar und die Verbindlichkeiten um 631,6 Milliarden Dollar.