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Ellwanger & Geiger KG, Stiftungsmanagement 2018: Qualifikation

Ellwanger & Geiger will Vertrauen durch Unabhängigkeit schaffen

Die Ellwanger & Geiger KG hat es nicht in die Endauswahl geschafft.
Das Bankhaus Ellwanger & Geiger empfiehlt sich als die unabhängige Adresse für Stiftungen, die ihr Vermögen in besonders behutsame Hände legen möchten. Nur an wenigen Stellen hakt es etwas.

Das 1912 gegründete Bankhaus Ellwanger & Geiger blickt auf mehr als 19 Jahre Erfahrungskompetenz im Bereich der Betreuung von Stiftungen zurück. Zugleich hat die Bank viele Hebel in Bewegung gesetzt, um den Anforderungen der gegenwärtigen Marktlage und Fiskalpolitik gerecht zu werden. Um sich besser auf das Kerngeschäft konzentrieren zu können, stieß Ellwanger & Geiger seine Immobilien-Tochtergesellschaften zum Jahresende 2017 ab. Die Verschlankung sei eine Reaktion auf die Regulierung durch die Bankenaufsicht, heißt es. Auf diese Weise konzentrierten das Bankhaus als auch seine Immobiliengesellschaften ihre Wissens- und Erfahrungskompetenz.

Ellwanger & Geiger erweiterte ihr Kundensegment im Jahre 1999 um die Betreuung von Stiftungen. Das Bankhaus besitzt nach eigenem Bekunden fundiertes Knowhow im Umgang mit den spezifischen Anforderungen von Stiftungen, insbesondere in Bezug auf steuerliche und rechtliche Besonderheiten sowie der Vermögensanlage für Stiftungen.

Ellwanger & Geiger punkten mit individueller Betreuung

Das Bankhaus verfügt im Bereich Private Banking über achtzehn Spezialisten, die innerhalb der Unternehmensgruppe im Schnitt rund 12 Jahre Erfahrungen sammelten. Darunter zwei Experten sowie vier Portfoliomanager, die sich intensiv um die besonderen Bedürfnisse der Stiftungen bemühen. Ergänzt werden die hauseigenen Kompetenzen durch ein breites Netzwerk an Kooperationspartnern, wie die international agierenden Wirtschaftskanzleien CMS Hasche Sigle sowie Gleiss Lutz im Bereich der rechtlichen bzw. steuerrechtlichen Fragen. Ellwanger & Geiger gewährleistet eine persönliche Betreuung von gegenwärtig 10 Stiftungen mit einem Gesamtvermögen von 50 Millionen Euro.

Der Anlagevorschlag

Ellwanger & Geiger – die neben Stiftungen auch Privatpersonen, Kapitalsammelstellen und öffentliche Institutionen betreut – bietet eine klar strukturierte und schnell zu erfassende Aufbereitung der wichtigsten Kennzahlen und Unternehmenscharakteristika.

Das Bankhaus legt nach eigenen Worten auf Unabhängigkeit großen Wert. Die Grundsätze der Anlagestrategie fußen auf einer Kombination von Diversifikation, Risikomanagement, eines globalen Investmentansatzes sowie einer Fokussierung auf einer strategischen Allokation, die taktische Maßnahmen dominiert.

Ein besonderes Augenmerk wird auf die „umsichtige" Aufteilung des Vermögens auf vorhandene Anlageklassen und Regionen gelegt. Titelauswahl und Timing spielen dabei eine untergeordnete Rolle.

Fokussierung auf Asset-Allocation

Die Zusammenstellung der Anlagen erfolgt aus einem strategischen Blickwinkel durch die Bestimmung einer mittelfristigen Zielstruktur, durch Auswahl und Gewichtung der Anlagen nach Klassen, Regionen, Währungen und Branchen.
Des Weiteren findet die mittelfristige Risiko- bzw. Renditestruktur Beachtung: Es fließen mittelfristige Markttrends und Diversifikationsüberlegungen in die Entscheidungen mit ein. Taktisch wird bewusst von der mittelfristigen Zielstruktur durch Neugewichtung einzelner Investments abgewichen. Auf diese Weise steuert Ellwanger & Geiger auch die Investitionsquote.

Die Auswahl des jeweiligen Zielinvestments erfolgt nach quantitativen und qualitativen Kriterien. Eine überdurchschnittliche Performance und solide Risikokennzahlen geben dabei den Ausschlag.

Blick auf die Performance

Die Performance-Entwicklung des hauseigenen, eher defensiv ausgerichteten Vermögensverwaltungs-fonds mit 40% Aktienanteil lag zwischen 2007 und 2017 jährlich bei 2,55%. Dies bedeutet eine kumulierte Performance innerhalb von 10 Jahren um 28,66%. Ein individuelles Vermögensverwaltungsmandat mit einer ähnlichen Aktienquote, aber geringerer Liquiditätshaltung legte hingegen in den Jahren 2003 bis 2017 alljährlich um 4,63% zu. Dies akkumuliert sich über einen Zeitraum von 15 Jahren zu einer Wertsteigerung von 97,11%.

Ellwanger & Geiger hat sich für eine anbieterunabhängige Auswahl passiver Indexfonds sowie aktiv gemanagter Investmentfonds entschieden. Eine laufende Überwachung und schnelle Anpassung aller Investitionsentscheidungen wird durch kurze Entscheidungswege gewährleistet. Bei starken Kursveränderungen wird mit einer Anpassung an die Zielgewichtung aktiv gegengesteuert. Auch finden Risikocharakteristika besondere Berücksichtigung.

Für das Tagesgeschäft zeichnet sich ein Asset Management Team verantwortlich. Um schnelle Reaktionen auf Marktveränderungen zu gewährleisten, tagt der Anlageausschuss einmal monatlich und justiert die Portfoliostruktur.

Ellwanger & Geiger empfehlen Stiftungen, Aktien in Form von langfristigen Anlageformen den Vorzug zu geben. Die ausschließliche Erfüllung des Stiftungszwecks über ordentliche Erträge vermeidet das Einfahren vorübergehender Kursverluste. Dividenden spielen hier eine tragende Rolle, insbesondere die Dividendenrendite. Diese beläuft sich für die hinzugezogene Benchmark auf circa 3%.

Die strategische Ausrichtung des Portfolios

Ellwanger und Geiger empfehlen eine Gewichtung mit einem Aktienanteil von 40 %, einer Liquiditätsquote von 3 % und einem Anleiheanteil von 57%. Die Renditeannahme für Aktien liegt inflationsbereinigt bei 5,5% pro Jahr. Wobei die Inflationsprognose bei 2,5% jährlich liegt. Für Anleihen wird eine Umlaufrendite von 2,9% prognostiziert. Ellwanger und Geiger strebt als Ziel ordentliche Erträge in Höhe von 2,5% an. Dieser Wert wird prognosemäßig erreicht, denn abzüglich der Verwaltungsvergütung betragen diese schätzungsweise 2,54%.

Die taktische Aufstellung des Portfolios

Taktisch setzt Ellwanger und Geiger auf eine Verkürzung der Laufzeit von Anleihen, um Zinsänderungsrisiken entgegenzuwirken. Durch eine Übergewichtung von Fremdwährungs-anlagen – wie dem US-Dollar – sollen positive Zinsdifferenzen einträglich genutzt werden. Europäischen und asiatischen Aktien zieht das Haus US-Werten derzeit vor.

Auch wird dafür Sorge getragen, Branchen und Segmenten mit überdurchschnittlichen Renditen mehr Gewicht einzuräumen. Dabei handelt es sich um Konsumgüter, REITs sowie nachhaltige Anlagen.

Ellwanger und Geiger greifen bevorzugt zu Nebenwerten und Dividendenwerte. Einer Fremdwährungsübergewichtung im Gesamtportfolio wird durch eine Untergewichtung im Aktienportfolio entgegengewirkt.

Das Anleiheportfolio erzielt eine Ausschüttungsrendite von etwa 3%. Um sich gegen unvorhergesehene Inflationsschwankungen abzusichern, setzt Ellwanger und Geiger auf inflationsindexierte Staatsanleihen. Ergänzt werden diese durch variabel verzinsliche Anleihen sowie durch dänische Hypotheken, Staatsanleihen aus Asien und Schwellenländern sowie Unternehmensanleihen aus dem Investment Grade Segment. Abgerundet wird das Portfolio durch Hochzins-Anleihen (High Yield) sowie Katastrophenanleihen (Cat Bonds) und Mikrofinanzinvestments. Mehr als 60% der Anleihen wurden mit AAA bis wenigstens BBB- bewertet.

Das Aktienportfolio versucht sich vor allem hohe Dividendenrenditen zunutze zu machen. Demzufolge wird der Anteil passiver Anlagen hochgehalten und Wert auf eine breite Streuung gelegt.

In einem möglichen Risikoszenario wird ein Verlust von 5,14% angenommen, sollte der US-Dollar gegenüber dem Euro um 10% an Wert verlieren. Sollte die Volatilität um 20% steigen, wäre mit einer Gewinneinbuße von 0,58% zu rechnen. Bei der Lehman-Pleite wäre ein Rückgang um 8,01% eingetreten.

Die Mandats-Gebühr liegt bei insgesamt knapp 1,1%, bestehend aus den Produktionskosten in Höhe von 0,6% und der Verwaltungsvergütung von 0,476%.

Fazit

Ellwanger & Geiger haben eine ausführliche Vorlage für die Anlagerichtlinie zugesandt, die aus Stiftungssicht geschrieben ist. Darin offenbart sich viel Einfühlungsvermögen in die Belange der Kundschaft. Erläuterungen sind verständlich, man verzichtet auf unverständlichen Fachjargon. Die Ausrichtung lässt sich als strategisch-taktisch einordnen; eine tiefergehende Beschreibung dazu fehlt jedoch.

Es wird eine Aktienquote von 40% empfohlen. Sie wird systematisch aus erwarteten ordentlichen Erträgen vor Kosten und Kursgewinnen hergeleitet. Im Portfolio befinden sich viele aktiv gemanagte Fonds, insbesondere im Anleihebereich. Dies erhöht die Kosten.

Im Aktienbereich finden sich überwiegend ETFs. Die Ausschüttungsprognose wird mit 3,02% vor Vermögensverwaltungsvergütung angegeben. Die Risikoanalyse ist sehr fundiert, besonders im Hinblick auf Währungen. Um das Ausschüttungsziel zu erreichen, wird, wenn nötig, auf Vergütungen verzichtet. Ellwanger & Geiger punktet außerdem mit seiner Kundenorientierung.

 

 

 

Stiftungsservices und Transparenz


Das Bankhaus offeriert die professionelle Verwaltung und Überwachung von Stiftungsvermögen und kann hierzu auf ein breites Netzwerk an Kooperationspartnern zurückgreifen. Ergänzt wird der Service durch Beratung in Fragen der Vermögensanlage für die besonderen Belange von Stiftungen.

Den Stiftungen steht ein speziell für ihre Bedürfnisse langjährig geschultes Expertenteam zur Verfügung. Dieses gewährleistet die Bereitstellung sämtlicher Steuerunterlagen.

Es findet eine Performancemessung durch Einsatz spezieller Portfoliomanagementsysteme statt. Eine laufende Kontrolle wird durch die Stiftungsaufsicht Baden-Württemberg sowie das Regierungspräsidium gewährleistet.


Bankhaus Ellwanger & Geiger: Börsenplatz 1, 70174 Stuttgart
www.ellwanger-geiger.de

Mehr aus Rating

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Fazit

Das Bankhaus verpasst die Einladung zur Endauswahl nur äußerst knapp. Am Ende fallen im Direktvergleich mit anderen Kandidaten die unterdurchschnittliche Transparenz und das eher geringe Serviceangebot aber auch fachliche Fragezeichen, etwa bei der Ausschüttungsrendite der ishares (ETF) im Portfolio, etwas nachteilig ins Gewicht.

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