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Liechtensteinische Landesbank AG, TOPS 2020: Beratungsgespräch

Modern und flexibel

Die Liechtensteinische Landesbank konnte im Beratungsgespräch überzeugen. Copyright: Verlag FUCHSBRIEFE
Im konservativen Private Banking hat der Einsatz technischer Hilfsmittel noch immer Seltenheitswert. Bei der LLB treffen wir auf zwei junge, hochmotivierte Berater, die ihre Themen mithilfe von Powerpoint und Bildschirm gut zu veranschaulichen wissen. Auch ein digitales Tool zur Bestimmung des Anlegertyps zeigt, dass das Haus im digitalen Zeitalter angekommen ist. Im Beratungsprozess sehen wir kundenorientiertes und auf unsere Situation abgestimmtes Private Banking mit flexiblen Ideen zur Integration unserer verschiedenen Ziele. Hier würden wir unser Geld durchaus anlegen.

Der Website entnehmen wir sofort, dass die Liechtensteinische Landesbank AG anders als viele andere Häuser im Fürstentum keine reine Privatbank ist, sondern auch ein breites Sortiment an Geschäftsbank-Dienstleistungen wie Konten und Karten und Finanzierungen anbietet.

Zum Private Banking-Angebot gelangen wir über den fünften Menüpunkt und klicken dort unter "LLB Invest" auf "Vermögensverwaltung". Dort fängt eine Schaltfläche mit dem Text "Anlegerprofil bestimmen" unsere Aufmerksamkeit – ein interessanter und ungewöhnlicher Service. Durch die Beantwortung von sechs Fragen erfahren wir, dass wir uns im Bereich "Ausgewogen" bewegen, wobei das Tool gleich eine grafisch dargestellte Portfoliostruktur nach Anlageklassen, einen Anlagehorizont und mögliche Umsetzungen ausgibt. Gar keine schlechte Ersteinschätzung, wenn man selbst unsicher ist!

Gleich daneben können wir über eine weitere Schaltfläche direkt online einen Beratungstermin vereinbaren. Würden wir im "wahren Leben" auch tun, aber wir möchten ja einen Eindruck von der Servicequalität bekommen und wählen daher die telefonische Kontaktaufnahme. Vorher informieren wir uns noch ein wenig zum Haus. Allerdings müssen wir uns erst an diversem Marketing-Sprech zum Thema Leitbild, Werte und Unternehmenskultur vorbeiscrollen, bevor wir bei den Fakten landen. Dort erfahren wir: Die LLB wurde 1861 gegründet. Da diese Gründung den Auftakt für die Reformen bildete, die mit der ersten liechtensteinischen Verfassung von 1862 in Angriff genommen wurden, markiert sie zugleich den Startschuss für den Aufbau des Wirtschaftsstandortes Liechtenstein. Das Land Liechtenstein ist Hauptaktionär.

Viel Material, aber längst nicht alle Antworten

Alles in allem bietet die sehr aufwändig gestaltete Seite eine große Informationsfülle mit zahlreichen Downloads, unter anderem die Statuten, das Gesetz über die Liechtensteinische Landesbank, Corporate Governance, Organigramme, die Festschrift zum hundertjährigen Bestehen usw. Was uns fehlt: Zahlen. Die finden wir auch im PDF-Dokument "Corporate Governance/Geschäftsbericht" nicht, dabei hätten uns Eigenkapitalquote oder verwaltete Kundenvermögen durchaus interessiert, und ein nicht geringer Anteil der umfangreichen Texte auf der Seite fällt eher unter die Kategorie "Marketing".

Dennoch sehen wir einen professionellen Auftritt, und auch was wir unter "Engagement" zur Zukunftsstiftung der Bank und zu ihren Nachhaltigkeits-Ideen lesen, gefällt uns gut. Wir sind gespannt auf den Anruf und auf die Beratung.

Wissenswertes

Grundlegende Informationen über Dienstleistungsangebot, Kundenstruktur, Research und Produktangebot zur Liechtensteinische Landesbank AG haben wir in einem gesonderten Artikel [Link] zusammengefasst.

Der Kunde und sein Anliegen

Im vergangenen Dezember wurden uns EUR 750.000 aus einer Term-Fix-Versicherung ausgezahlt, die im Moment auf einem Konto bei der Erste Bank liegen. Wir sind 33 Jahre alt, verheiratet, aber noch kinderlos, berufstätig und somit nicht auf die Summe angewiesen, um unseren Lebensunterhalt zu bestreiten. Sie soll deshalb langfristig angelegt werden.

Zwar planen wir in den nächsten fünf bis zehn Jahren den Erwerb eines Eigenheims, hoffen aber aufgrund unserer Einkommensverhältnisse, die Summe dafür nicht angreifen zu müssen. In drei Jahren fließt der gleiche Betrag noch einmal, wenn ein Vermögensverwalter uns bis dahin überzeugt, hat er also Aussichten, das Gesamtvermögen von 1,5 Mio. Euro zu verwalten.

Über ein ETF-Portfolio haben wir nachgedacht, sind nun aber aufgrund der Marktturbulenzen in jüngster Zeit verunsichert und fragen uns, ob das Geld nicht doch bei einem erfahrenen Vermögensmanager besser aufgehoben ist. Ein wenig Erfahrung bringen wir mit: 30.000 Euro Sparguthaben haben wir in einem ETF-Sparplan angelegt. Wir kennen die gängigen Anlageklassen, verstehen den Zusammenhang zwischen Rendite, Risiko und Anlagehorizont und interessieren uns für das Thema Nachhaltigkeit.

Der telefonische Erstkontakt

Uns begrüßt weder ein Mensch noch ein automatischer Aufzeichnungshinweis. Stattdessen hören wir als erstes Warteschleifenmusik und die Ansage: "Wir sind gleich persönlich für Sie da." Nach ca. einer Minute nimmt jemand unseren Anruf entgegen. Der Mitarbeiter erfragt direkt unsere Anlagesumme, "um den passenden Kollegen zu ermitteln" und schickt uns erneut in die Fahrstuhlmusik-Schleife, dieses Mal für zwei Minuten.

Danach meldet sich unser Berater. Die Anlagesumme kennt er bereits von seinem Kollegen. Als erstes interessiert ihn die Herkunft der Mittel – das ist uns bislang im Fürstentum noch nicht begegnet. Er informiert ein wenig – aber nicht zu ausführlich oder aufdringlich – über die Bank und fragt, wie wir auf sie gekommen sind. Wir sind uns nicht sicher, ob unsere bisherigen Kenntnisse für eine Selbstverwaltung ausreichen und haben daher recherchiert. Er scherzt, dass im letzten halben Jahr die Nichtanlage ja nicht die schlechteste Idee gewesen wäre und kommt zum Terminwunsch – alles Konkrete bespreche man ja sowieso besser persönlich. Eben, genau deshalb rufen wir an. Unser Wunschtermin lässt sich einrichten, sofern es uns nichts ausmacht, das Haus über den "Personaleingang" zu verlassen, da die Bank bereits um 16:30 Uhr schließt. Das ist selbstverständlich kein Problem für uns. Eine Terminbestätigung kündigt er "in der nächsten halben Stunde an". Und hält Wort: Bestätigung, ein vollständiges Gesprächsprotokoll und die Anfahrtsbeschreibung landen umgehend in unserem Posteingang.

Das Gespräch mit den Beratern vor Ort

Das LLB-Hauptgebäude liegt ein wenig versteckt zwischen der Kathedrale St. Florin und dem Betonkubus, der das Kunstmuseum beherbergt. Das großzügige Foyer ist ein Atrium und gibt den Blick auf die höheren Etagen frei, auf den Empfangstresen führt ein breiter Teppich zu. Die Empfangsdame spricht uns direkt mit Namen an und bringt uns zum Besprechungszimmer in der oberen Etage. Wie immer werden wir nach unseren Getränkewünschen gefragt, ordern einen möglichst starken Kaffee – es ist unsere Nachmittagstief-Zeit – und haben vor dem Eintreffen der Berater nur wenige Sekunden, um einen Eindruck des Beratungsraumes zu bekommen.

Wir sehen ein schlichtes Konferenzzimmer: Ovaler Tisch mit Tischplatte in hellem Holz und Lederstühlen, ein Bildschirm an der Stirnseite und eine Topfpflanze. Auf einem Sideboard in dunklem Holz steht gerahmte Werbung, darüber hängt ein Kunstdruck, ebenso an der gegenüberliegenden Wand. Vor dem Fenster hängen durchscheinende Blenden, wohl auch, um den Blick auf den Bildschirm zu ermöglichen, der später im Gespräch zum Einsatz kommen wird. Unseren Kaffee bekommen wir mit einem Stück Lindt-Schokolade in LLB-Papier, auf dem Tisch stehen gläserne Wasserflaschen mit LLB-Logo, über die wir gleich noch etwas mehr erfahren werden.

Modern und nachhaltig

Den Kundenbetreuer kennen wir schon aus dem Vorgespräch. Er hat einen Kollegen mitgebracht, seines Zeichens Portfoliomanager, beide haben einen M. Sc. auf den sofort überreichten Visitenkarten stehen und sind im Vergleich zu vielen ihrer Kollegen recht jung. Unser Berater ist für den deutschen Markt zuständig, Herr Pfeifer wird durch eine Powerpoint-Präsentation führen – wir sind bass erstaunt ob so viel Modernität im Fürstentum, das sich in Sachen "Technik" bis dato recht konservativ gegeben hat, es ist erst das zweite Mal, das ein Bildschirm zum Einsatz kommt.

Wir erfahren, was es mit den Wasserflaschen auf sich hat: Projekt "drink and donate". Den Slogan hatten wir schon gelesen, damit aber aufgrund der sprachlichen Nähe zu "drink and drive" anderes assoziiert. Tatsächlich hat das angebotene Nass keine Umdrehungen, sondern ist ein gemeinnütziges Wasserprojekt, das die Bank unterstützt. Mit speziell für die Unternehmen und Privatpersonen entwickelten Leitungswasserkonzepten generiert der gleichnamige Verein Spenden, die vollumfänglich für die Finanzierung von Trinkwasserprojekten eingesetzt werden, um den Zugang zu sauberem Trinkwasser dort zu ermöglichen, wo er gebraucht wird. Statt über lange Wege transportiertem Wasser in Plastikflaschen gibt es gutes Schweizer Leitungswasser mit und ohne Kohlensäure. Klingt sinnvoll und deutet vielleicht, so hoffen wir, auf eine gewisse Nachhaltigkeits-Affinität hin?

Anknüpfen ans Vorgespräch

Unser Berater geht kurz auf das Gesprächsprotokoll ein – gut! Wir haben noch nie erlebt, dass jemand hier nochmal nachhakt: Hat sich seither etwas geändert? Nein, alles beim Alten. Wir rekapitulieren: Aktuell 750.000, in drei Jahren 1,5 Mio., von der Großmutter in Versicherungsverträgen angelegt. Langfristiger Anlagehorizont, unser Haushaltseinkommen reicht für die laufenden Ausgaben gut aus, einzig ein Immobilienkauf könnte mal ins Haus stehen, jedoch nicht in naher Zukunft, da unser Partner und wir noch nicht entschieden haben, ob Berlin unsere langfristige Basis wird und der dortige Immobilienmarkt im Moment wenig verlockend erscheint.

Die beiden sind auf diesem Gebiet gut informiert, es entspinnt sich sogar ein kurzes Gespräch zu Enteignungsdebatte, Mietverdoppelung in weniger als zehn Jahren und Verdrängung. Das finden sie nicht in Ordnung. Sozial denkende Banker? Dürfen wir das wirklich glauben?

Wissenswertes über Haus und Geldanlage

Der Portfoliomanager führt souverän durch die Präsentation und den kompletten ersten Gesprächsteil. Er stellt sich noch einmal etwas eingehender vor. Er absolviert befasst sich vorwiegend mit Euro-Anlagestrategien. Die Währungsregionen CHF, EUR und USD habe man auf fünf Portfoliomanager aufgeteilt.

Zum Haus erfahren wir auch noch etwas mehr. Anders als viele andere Häuser im Fürstentum sei die LLB nicht ausschließlich auf Vermögensverwaltung abonniert, sie betreibt zwar Asset Management und Private Banking, bietet jedoch auch Fonds-Services, Retail- und Corporate Banking. Das wissen wir bereits aus unserer Recherche. Nun erfahren wir auch ein paar Zahlen, die wir im Vorfeld vergeblich gesucht hatten.

Die Assets under Management (verwalteten Kundenvermögen) sind noch mit 50,3 Mrd. CHF beziffert, unser Berater versäumt nicht den Hinweis, dass es infolge der Übernahme der österreichischen Semper Constantia inzwischen mehr sein müsse. Innerhalb der LLB gibt es die LLB Asset Management, die wir in Zahlen kennenlernen: 40 Mitarbeiter, 11,2 Mrd. CHF AuM. Man verfolge einen strikten Value-Ansatz. Er erläutert diesen kurz im Verhältnis zum Growth-Ansatz. Er macht das ausgezeichnet, präsentiert für Finanz-Laien, ohne jedoch dabei in die bevormundende Überheblichkeit zu verfallen, die wir anderswo schon erlebt haben.

Gestaffelte Kapitalanlage

Beide stellen ihrem Arbeitgeber ein gutes Zeugnis aus. Die LLB tue viel, um die Mitarbeiter ans Unternehmen zu binden, biete eine exzellente Work Life-Balance und sei damit auch erfolgreich. Die Betriebszugehörigkeit im Bereich LLB Asset Management liege bei durchschnittlich über zehn Jahren, der Vorsitzende sei bereits über zwanzig Jahre im Haus und auch erst Anfang 50. Beide betonen: Es sei bei ihnen "sehr ruhig" in Sachen Fluktuation, das schaffe Kontinuität und Stabilität und sorge für langfristige Beziehungen zwischen Kunden und Beratern.

Auch sonst denke man nachhaltig. Riskante Anlagen, Stichwort Bitcoin, seien gemäß der Anlagerichtlinien des Hauses nicht erlaubt. Auf einer Folie ist grafisch dargestellt, inwiefern das Management eines Kundenportfolios Teamarbeit ist: In der Mitte befindet sich ein Quader namens "Kunde". Um den Kunden herum sind Berater, Analysten und Portfoliomanager als weitere Quader gruppiert, die alle mit dem Kunden-Viereck überlappen.

Bevor er den Anlage-Entscheidungsprozess erläutert, möchte der Portfoliomanager noch einmal wissen, ob wir wirklich einen Anlagehorizont von zehn Jahren und mehr wählen möchten. Möchten wir. Er verweist auf das Stufenmodell "gestaffelte Kapitalanlage". Hierbei werde der Aktienanteil schrittweise erhöht, die angestrebte Aktienquote nicht gleich zu Anfang ausgeschöpft. Bei fallenden Kursen werde nachgekauft, nach circa zwei Jahren sei dann die "Zielquote" erreicht. Hierzu bekommen wir am Ende des Gesprächs von unserem Berater ein Informationsblatt, das das Modell detailliert erläutert.

Bekannte Anlage-Schubladen mit neuen Fächern

Wir sehen den Zeitpunkt für unser SRI-Anliegen gekommen. Kann die LLB das umsetzen? Kann sie, versichern beide. Die LLB hält sich, wenn vom Kunden gewünscht, an das ESG-Rating, das uns bereits anderswo vorgestellt wurde.

Als nächstes stellt er uns die wohlbekannten Anlage-Pakete, gestaffelt nach Aktienquoten, vor. Mit insgesamt sechs von "Festverzinslich" bis "Aktien" bietet die LLB immerhin eines mehr als viele Wettbewerber. Dabei können noch "Spezialumsetzungen" gewählt werden: Regional, Dividenden und Alternativ stehen zur Auswahl. Auf die alternativen Anlagen geht er etwas genauer ein, unter anderem Hedgefonds... da er so gut erklären kann wittern wir unsere Chance, endlich mal dahinter zu steigen, was so ein Hedgefonds eigentlich genau tut – ist der üble "Heuschrecken"-Leumund eigentlich berechtigt, wollen wir naiv-interessiert wissen? Jedenfalls assoziieren wir den Begriff mit "kurzlebig", nicht mit "nachhaltig".

Finanzmarktwissen für Einsteiger

Wir bekommen eine laienkonforme Einführung ins Thema Hedgefonds vs. an UCITS-Regeln gebundene "normale" Fonds, das Prinzip "Leerverkauf" sowie dessen Für (derivatives Instrument zur Absicherung) und Wider (spekulatives Zocker-Verhalten, das Preise verfälscht). Prima – finden wir gut, als Kunde auch auf solche Fragen Antworten zu bekommen, die wir tatsächlich verstehen.

Alle Pakete gibt es aktiv, passiv (wohl über ETF-Lösungen, wir haken nicht nach) und als Direktmandat, letzteres aber erst ab einem Anlagevolumen von 2,5 Mio. Die aktive Variante ist bereits ab 100.000 Euro zu haben. Da sehen uns die Berater folglich mit unserem Anlagewunsch.

Der Kostenpunkt

Wir sind bei der Gebührenstruktur angelangt. Es gibt selbstverständlich eine All-in-Variante, diese liegt bei einem ausgewogenen Portfolio und einem Mandat mit aktiv gemanagten Fonds bei ca. 1%. Wir können auch das performanceabhängige Modell wählen, ein Fixum von 0,45% zahlen sowie 15% der positiven Netto-Performance pro Jahr. Wie sieht es mit der Mehrwertsteuer aus, die fällt doch sicher an – gemäß Reverse-Charge-Verfahren der deutsche Satz von 19%?

Beide meinen, die falle gar nicht an, sind sich aber nicht sicher und wollen das klären. Das hören wir nun wirklich zum ersten Mal! Interessant aber auch, dass bislang kaum jemand die "brutto oder netto"?-Frage ad hoc beantworten konnte. Die ist ja für Privatkunden durchaus nicht nebensächlich.

An dieser Stelle verabschiedet sich unser Portfoliomanager aus dem Gespräch, und unser Berater übernimmt. Er stellt auch prompt die klassische Berater-Frage: "Wie reagieren Sie, wenn ich Sie gemäß der MiFID II-Richtlinien über einen zehnprozentigen Verlust informiere? Würden Sie dann verkaufen wollen?" Das kommt darauf an. Wir halten unser Nervenkostüm durchaus für Aktienanlagen-tauglich. Was wir aber von unserem Berater erwarten, ist eine Einschätzung, ob es sich hierbei um eine normale Schwankung handelt, oder ob er eine Schadensbegrenzung für angezeigt hält, etwa, wenn ein Fall eintritt wie die Dotcom-Krise, wo "aussitzen" auch keine Lösung mehr ist. Er schätzt uns daraufhin "zwischen Ausgewogen und Wachstum" (und damit etwas risikobereiter als das bankeigene Anlegerprofil-Tool, das wir im Vorfeld getestet hatten) ein und bietet an, einen Anlagevorschlag für beide Portfolio-Varianten zu erarbeiten.

Viel Flexibilität im Portfolio

Er verweist noch einmal auf die Option des Staffelmodells für die schrittweise Anpassung der Aktienquote und wartet auch mit einem weiteren Vorschlag auf: Bei der All-in-Variante sei eine Strategieanpassung und Umschichtung schließlich kostenlos. Da könne man auch erwägen – wenn z.B. der Immobilienkauf konkreter werde – in ein risikoärmeres Modell zu gehen, um nicht zum ungünstigsten Zeitpunkt, nämlich dann, wenn das Kapital ggf. gebraucht wird, Opfer einer Krise zu werden.

Etwas weniger technikaffin als sein Kollege zeichnet er enthusiastisch auf seinem Block: Von 2002 bis 2007 sei es stetig nach oben gegangen, ebenso nach der Krise 2008. Blöd nur, wenn man dann gerade 2008 an sein Geld heranmusste – dann sei man jahrelang investiert gewesen und "außer Spesen nichts gewesen". Stattdessen könne man ja, sobald ein gewisser Zuwachs erzielt sei, diesen sichern und unter Inkaufnahme eines deutlich geringeren Wachstums Risiko aus dem Portfolio nehmen. Das gehe problemlos, man erhalte dann einen neuen Vertrag von der Bank, und der alte erlösche. Das ist gut dargestellt – vermutlich ist das bei anderen auch möglich, aber nur ein anderes Haus hat darauf hingewiesen, und das auch nur in einem Nebensatz.

Etwas Papierkram zum Abschluss

Er legt uns den Erfassungsbogen für Neukunden vor. Den kennen wir, möchten uns jedoch um das Ausfüllen drücken, da wir unter Pseudonym und mit einer teilweise fiktiven Biographie arbeiten. Mit unserer tatsächlichen Adresse würden wir schnell auffliegen. Auch unseren Pass, den man gleich kopieren könne, haben wir leider im Hotelsafe liegen, außerdem müssen wir allmählich los, der letzte Flug von Zürich... Kein Problem, versichert er, wir können den Bogen gern zu Hause ausfüllen und mit einer beglaubigten Passkopie zuschicken. In einer Woche können wir den Anlagevorschlag haben – wir versichern, dass es uns nach Ostern reicht, da wir ohnehin ein paar Tage verreisen.

Unser Berater gibt uns eine umfangreiche Informationsmappe mit auf den Weg, begleitet uns nach draußen und fragt fürsorglich nach, ob wir die Verbindung nach Zürich bereits kennen und wissen, von wo der Bus nach Sargans fährt. Das Gespräch endet nach einer Stunde und 40 Minuten.

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Adresse und Website


Liechtensteinische Landesbank AG
Städtle 44
9490 Vaduz
Liechtenstein

www.llb.li

MEHR INFORMATIONEN ZU TOPS 2020

PERFORMANCE-PROJEKT

 

Vermögende wollen gut beraten werden. Ebenso wichtig ist aber, dass das anvertraute Kapital solide verwaltet und vermehrt wird. Der Markt der Vermögensverwaltung ist intransparent. Getreu unserem Motto „Wir machen Qualität transparent" verfolgt das Performanceprojekt der Private Banking Prüfinstanz genau dieses Ziel.

Die Liechtensteinische Landesbank AG nimmt aktiv am vierten (vermögender Privatkunde) und fünften (vermögendsverwaltende Fonds) Perfomanceprojekt der FUCHS | RICHTER PRÜFINSTANZ teil (www.pruefinstanz.de).

Ein Projekt hat die Betreuung über 5 Jahre eines klassischen Private Banking Portfolios mit 3 Mio. EUR Anlagesumme zur Grundlage, das andere ist ein Portfolio aus vermögensverwaltenden Fonds des Hauses mit 1 Mio. Euro Anlagesumme. Die Kursdaten und das Portfoliomanagement-System werden von vwd zur Verfügung gestellt.

Die Projekte können von angemeldeten Besuchern der Webseite jederzeit eingesehen werden. Die Teilnahme an den Projekten ist kostenfrei. Es stehen 73 bzw. 74 Anbieter in den genannten Projekten im Wettbewerb zu einem Benchmark-Depot auf ETF.

Stand: Juni 2020

TRUSTED WEALTH MANAGER

Gibt es Verfahren oder Streitigkeiten mit Kunden?

Die Liechtensteinische Landesbank AG gibt an,  aktuell in keine Rechtsstreitigkeiten mit Private Banking-Kunden verwickelt zu sein. Man sei sehr an einem partnerschaftlichen Umgang mit seinen Kunden interessiert. Als österreichische Bank unterliegt Carl Spängler nicht dem laufenden Monitoring der FUCHS | RICHTER PRÜFINSTANZ.


Hier finden Sie WISSENSWERTES über die Liechtensteinische Landesbank AG.


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Fazit

Ein recht erfrischendes Gespräch mit Beratern, die sich gut ergänzen und bei aller auch hier vorhandenen Standardisierung gut auf uns eingehen, unsere Fragen kompetent beantworten, strukturiert durchs Gespräch führen und interessante Vorschläge machen, die zu unserer Situation und unseren Plänen passen. Auch der Einsatz einer digitalen Präsentation freut uns, hier könnten andere Banken noch deutlich moderner werden. Alles in allem ein Haus, das wir durchaus in die engere Auswahl ziehen würden, auch weil die "Chemie" mit den Beratern stimmte. Das Thema „Nachhaltigkeit" geht allerdings abgesehen vom Hinweis auf die ESG-Kriterien etwas unter.


 

HINWEIS:

Dieses Bankenporträt beruht auf den Eindrücken aus einem individuellen Erstberatungsgespräch, das ein zuvor geschulter Testkunde durchgeführt hat. Die wiedergegebenen Eindrücke wurden während des Gesprächs oder unmittelbar danach schriftlich protokolliert. Subjektive Wahrnehmungen lassen sich nicht ausschließen. Der Testkunde hat sich zur Neutralität gegenüber dem getesteten Institut verpflichtet. Die Bewertung wurde nach einem festen Schema vorgenommen, das die Private Banking Prüfinstanz erstellt hat. Es beruht auf der jahrelangen – wissenschaftlich untermauerten – Beschäftigung mit dem Thema Beratungsqualität im Private Banking durch die Private Banking Prüfinstanz, Dr. Richter | IQF und Ralf Vielhaber | Verlag FUCHSBRIEFE.

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