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Bank Coop/Bank Cler AG, Beratungsgespräch Bankentest TOPs 2018, Qualifikation

Bank Coop: Jetzt ist alles Cler

Bank Coop heißt jetzt Bank Cler. Bewerten wollen wir das "alte Haus" nicht mehr.
Als wir die Bank Cler besuchen heißt sie noch Coop und hat eine andere Eigentümerstruktur. Unser Besuch macht deutlich, warum hier vieles geändert wurde. Aber es gibt auch ein paar positive Momente.

Wir könnten es kurz machen, denn die Bank Coop, die wir besuchten, gibt es so nicht mehr. Sie heißt jetzt „Cler". Das ist rätoromanisch und bedeutet „klar" oder „einfach".

Die Basler Kantonalbank übernahm im März 2017 die Aktienanteile von der Coop-Gruppe. Jetzt will sie die Bank neu positionieren und setzt verstärkt auf Digitalisierung. Bankkunden sollen über eine neue virtuelle Geschäftsstelle der Bank Cler in wenigen Minuten ein Konto eröffnen oder eine Kreditkarte beantragen können.

Das geht mit „Zak, der „modernsten Banking-App der Schweiz", verspricht Cler. Für alle, die weder Zeit noch Lust auf Banking haben. Das klingt tatsächlich alles mehr nach Ikea als nach Private Banking. Aber diese rabiate Erneuerung war wohl auch nötig ...

DER KUNDE UND SEIN ANLIEGEN

Dem Kunden sind mit der Flüchtlingskrise Bedenken bezüglich der Stabilität der EU gekommen. Und der BREXIT hat für ihn ganz neue Gefahren aufgezeigt: Die EU könnte auseinanderbrechen. Mittlerweile ist der Kunde soweit, dass er ernsthaft überlegt, (ganz) in ein Land außerhalb der EU zu ziehen oder zumindest dort einen zusätzlichen Wohnsitz zu gründen. Er verfügt über ein Gesamtvermögen von ca. 8.000.000 Euro, davon 4.000.000 in Immobilien. Als laufenden Einnahmen stehen monatlich 10.000 Euro nach Steuern zur Verfügung. Das bisherige Depot ist zu. 100 % in Europa angelegt. Das neue Depot soll nur noch zu 25 % in Europa investiert sein. 

DAS BERATUNGSERLEBNIS

Wir rufen nach kurzem Nachdenken also noch einmal an und bitten um einen Besuchstermin. Leider ist unser erster Telefonpartner nicht im Hause. Ein Kollege betätigt den Wunschtermin, weiß aber im Augenblick noch nicht, ob er oder sein Kollege anwesend sein wird. Die E-Mail-Bestätigung, um die wir bitten, bleibt aus, und so vergewissern wir uns noch einmal telefonisch, ob der Termin tatsächlich steht. Er steht.

VOR-ORT-GESPRÄCH

Ein Haus aus den 70er Jahren mitten in der Zürcher City – hier residiert die Bank Coop. Wir betreten den Kassenraum und werden von einer freundlichen Mitarbeiterin in den 1. Stock begleitet. Dort wartete eine ebenso freundliche Vorzimmerdame, die uns zum Beratungsraum führt, ein zweckmäßig eingerichtetes, mittelgroßes Zimmer. Wir haben uns kaum umgeschaut, da ist auch schon der Berater da. Und er macht keine langen Vorreden, sondern widmet sich sogleich unserem Beratungsanliegen.

Gesprächsinhalte und konkrete Beratung

Wir stehen noch unter dem Eindruck der Brexit-Abstimmung. Welches Szenario kann sich die Bank Coop vorstellen, wollen wir wissen. Doch auch unser Berater ist überfordert. Alles sei möglich, alles sei drin. Doch seiner Ansicht nach würde das die Anlagedepots nicht tangieren.

Unser bisheriges Depot wäre nicht schlecht aufgestellt, findet er. Es müsste von uns gekündigt und zur Coop Bank transferiert werden. Wie das neue Portfolio aussehen können, lässt er uns anhand eines Musterportfolios von 1 Mio. Franken erahnen. Er würde uns die Anlagestrategie "Wachstum" empfehlen mit 20% Obligationen, 65% Aktien, 15% weitere Anlagen. Der Schwerpunkt läge auf Schweizer Aktien wie Nestle, Novartis, Roche und Swiss Com. Dazu 23% USA, primär Technologie Aktien. 16% will er in Euro-Titeln anlegen, 26% in Yen, Norwegischen Kronen, Britischen Pfund und Schwellenländern. Als Obligationen schlägt er solche von Swisscanto oder den AXA IM Swiss Fund Bond vor.

Gold ist nicht so sein Ding; falls gewünscht würde er bis maximal 10% physisches Gold oder Goldminenaktien (Barrick Gold) hinzunehmen. Unsere Bereitschaft, kurzfristig bis zu 30% Minus zu akzeptieren, nimmt er zur Kenntnis.

DIE NACHBETREUUNG

Im Anschluss an das Gespräch erkundigt sich der Berater immerhin, wie uns der Anlagevorschlag gefällt. Auf jeden Fall wissen wir, dass dieser, ebenso wie die Beratung selbst, die verlangte Gebühr von 1,35% p.a. „all in" nicht wert sind – selbst wenn Kickbacks voll an den Kunden ausgeschüttet werden.

WISSENSWERTES

BANK COOP/BANK CLER AG, Uraniastrasse 6, 8001 Zürich, Schweiz, https://www.cler.ch/ 

MEHR INFORMATIONEN ZU TOPS 2018

HINWEIS: Dieses Bankenporträt beruht auf den Eindrücken aus einem individuellen Erstberatungsgespräch, das ein zuvor geschulter Testkunde durchgeführt hat. Die wiedergegebenen Eindrücke wurden während des Gesprächs oder unmittelbar danach schriftlich protokolliert. Subjektive Wahrnehmungen lassen sich nicht ausschließen. Der Testkunde hat sich zur Neutralität gegenüber dem getesteten Institut verpflichtet. Die Bewertung wurde nach einem festen Schema vorgenommen, das die Private Banking Prüfinstanz erstellt hat. Es beruht auf der jahrelangen – wissenschaftlich untermauerten – Beschäftigung mit dem Thema Beratungsqualität im Private Banking durch die Private Banking Prüfinstanz, Dr. Richter | IQF und Ralf Vielhaber | Verlag FUCHSBRIEFE.


PERFORMANCE-PROJEKT

Vermögende wollen gut beraten werden. Ebenso wichtig ist aber, dass das anvertraute Kapital solide verwaltet und vermehrt wird. Der Markt der Vermögensverwaltung ist intransparent. Getreu unserem Motto „Wir machen Qualität transparent" verfolgt das Performanceprojekt der Private Banking Prüfinstanz genau dieses Ziel.

Die Bank Coop/Bank Cler AG nimmt an keinem Performance-Projekt teil.

TRUSTED WEALTH MANAGER

Gibt es Verfahren oder Streitigkeiten mit Kunden? Hierzu gibt uns die Bank keine Auskunft.


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Fazit: Wohlmeinend würden wir sagen, die Coop bietet „solide Hausmannskost". Immerhin hat sich der Berater nach dem Telefonat Gedanken zu unserem Ansinnen gemacht und schlägt eine konkrete Anlage vor. Doch auch wenn wir das Gespräch insgesamt als angenehm empfinden, hat sich der Aufwand für den Vor-Ort-Termin kaum gelohnt. Insofern: Ganz Cler, so weit wird man mit virtueller Beratung Marke Zak wohl auch kommen.

HINWEIS: Die erreichte Gesamtpunktezahl sowie den Vergleich mit rund 100 weiteren Anbietern lesen Sie im November in „TOPs 2018".

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