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Vontobel Europe legt zu viel Euro ins Depot

Die Bank Vontobel Europe wünscht im Anlagevorschlag "Viel Freude beim Lesen". Doch die will nicht so recht aufkommen. Stellenweise ist uns eher zum Weinen.

Bank Vontobel Europe AG hat im Beratungsgespräch eine gute Figur gemacht. Als Fazit hielt die Prüfinstanz fest:

"Das Vorgespräch verläuft zügig. Wir werden gleich mit dem Berater verbunden, die wesentlichen Punkte werden angesprochen. Das Beratungsgespräch zieht sich dann etwas hin. Der Berater pflegt eine ausschweifende Gesprächsführung. Jedes Detail wird ausgiebig kommentiert. Es fehlt die Konzentration auf das Wesentliche. Das erfordert vom Kunden eine gewisse Geduld. Der rote Faden ist meist, aber nicht immer zu erkennen. Abläufe, Bankorganisation und die Anlagestrategie erklärte der Berater wiederum sehr gut verständlich. Auch die Marktdiskussion und das Gespräch zu unserem bestehenden Portfolio überzeugen, ebenso die Entwicklung erster Ideen, wie das neuen Portfolio aussehen könnte. Dass die Gebührenangaben im Anlagevorschlag fehlen, entgegen der Absprache im Beratungsgespräch, empfinden wir als Manko."

Qualifiziert für Auswertung von Vermögensstrategie und Portfolioqualität

Damit hatte sich Bank Vontobel Europe AG für die fachliche Auswertung von Vermögensstrategie und Portfolio qualifiziert.

Vontobel schickt uns den Anlagevorschlag ohne Anschreiben. Lediglich ein kleines Kärtchen vom Berater mit "Viel Freude beim Lesen!" ist mit dabei. Ein Protokoll zur Qualitätssicherung fehlt ganz.

Das neue Depot besteht zu 25 % aus Aktien Schweiz, ein im Marktvergleich sehr hoher Anteil für diesen kleinen Aktienmarkt. Weiter werden 4 % Aktien in Deutschland, 14 % Aktien in Europa und 30 % in Nordamerika investiert. Begründungen für diese Zusammenstellung können wir nicht lesen. Wir kommen auf 73 % Aktien - das entspricht in etwa unseren Vorgaben von 70 %.

5 % sind in Liquidität und 12 % in Renten, davon 7 % außerhalb des Euros angelegt. 5 % soll noch Gold beigemischt werden. Weitere 5 % sind verteilt auf einen Volatilitätsfonds und einen Hedgefonds.

Zu viel Euro im Depot

Die Währungsquote liegt mit 32 % Euro signifikant über unseren Vorstellungen. Vontobel schafft es somit nicht, einen treffsicheren Vorschlag zu präsentieren. Vielleicht hat die Bank uns auch falsch verstanden? Dann hätte das Protokoll geholfen.

Im Stresstest sehen wir mehrere historische Krisen, wie die Lehman-Pleite, die immerhin 65 Wochen dauerte. Der maximale Verlust betrug in der Vergangenheit 38,6 % - wieder trifft die Bank unsere Vorstellungen nicht. Und auch hier fehlt eine Kommentierung.

Den maximalen Verlust für die Zukunft liefert die Bank uns nicht. Stattdessen sehen wir die Kennzahl "Value at risk" bei Haltedauern von 1 und 3 Jahren. Ob unser Verlustziel von 30 % vom Höchststand wirklich eingehalten werden kann ? Die Bank hält sich hier bedeckt.

Honoranagebot fehlt

Über unser bisheriges Depot erfahren wir anhand einer Tabelle, dass wir 1,39 % an laufenden Kosten haben. Wie viel die Bank für den eigenen Vorschlag von uns konkret an Gebühren wünscht, können wir in den Unterlagen nicht erkennen. Ein konkretes Honorarangebot fehlt.

Zusätzlich erhalten wir noch Informationen über das Vontobel Fokus Mandat Aktien Schweiz. Daraus erkennen wir gut, dass die Bank viel Expertise im Schweizer Aktienmarkt hat. Allein 11 Experten arbeiten im Swiss Equity Research-Team. Die Performance blickt allerdings nur bis 2012 zurück. 

Fazit

Es bleibt der Eindruck, dass die Bank zwar die Richtung erkannt hat, wohin wir gehen wollen, aber es nicht schafft, uns treffsicher zu bedienen.

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WISSENSWERTES

Bank Vontobel Europe AG, Alter Hof 5, 80331 München, www.vontobel.de


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Gesamtfazit: Obwohl das Beratungsgespräch ordentlich war, reicht es am Ende nicht für einen Platz an der Sonne unter den empfehlenswerten Häusern.

Mit insgesamt 61,5 Punkten in allen vier Wertungskategorien erreichte die Bank Vontobel Europe AG nur einen Platz im weiten Feld in der Gesamtwertung.

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