Informationen und qualifizierte Einschätzungen zu Chancen und Risiken
030-288 817-20
12355
Was Anleger wissen müssen

Risiken bei ADRs beachten

Asiatische Währungen. © Nuthawut Somsuk / Getty Images / iStock
Wer in Unternehmen ausländischer Märkte investieren will, macht dies häufig via ADRs. Lange Zeit behandelten Anleger diese genauso wie Aktien. Im Ukraine-Krieg hat sich dieses Nichtwissen bei vielen Anlegern gerächt. Was es generell zu beachten gilt, zeigt der nachfolgende Beitrag.

Anleger sollten sich der Probleme von ADR-Investments bewusst sein. Die diesjährigen Vorgänge rund um die ADRs russischer Firmen wie Gazprom, Lukoil oder der Sberbank haben gezeigt, dass viele Anleger die Hinterlegungsscheine kauften, ohne sich der besonderen Risiken über das Aktienmarktrisiko hinaus, bewusst zu sein. Wie Sie sich im Fall der Russland-ADRs vor einem Totalverlust retten können, haben wir Ihnen in vorigen Ausgaben (FB vom 08.09.2022 und 10.10.2022) erläutert.

Generell gilt: ADR (American Depositary Receipts) sind „von US-amerikanischen Banken ausgegebene Hinterlegungsscheine, für die Originalaktien verwahrt werden.“ (Definition Deutsche Börse) Sie werden gern von Anlegern angesteuert, die in Märkte mit beschränktem Zugang (z.B. China, Indien, Lateinamerika, Afrika, Russland) investieren wollen. Neben ADRs finden Anleger auch GDRs (Global Depository Receipts) – technisch identisch, werden diese Scheine aber nicht aus den USA, sondern einem anderen Staat begeben.

Folgende Risiken gilt es bei ADR zu beachten:

  • Emittentenrisiko: ADRs sind technisch gesehen ein Zertifikat. Geht die emittierende Bank oder Börse pleite, sind die ADRs wertlos.
  • ADRs sind keine Sachwerte wie Aktien, sondern ein Zertifikat und damit ein Finanzprodukt. Der Emittent kann die ADRs daher auch auflösen und damit einen Zwangsverkauf auslösen.
  • Politische Risiken: ADRs lauten oftmals auf Titel ausländischer schwer zu investierender Märkte. Damit sind vielfach erhöhte politische Risiken verbunden.
  • Aktienmarktrisiko: ADRs replizieren den Kurs der dahinterliegenden Aktien. Fallen die Aktien (z.B. durch Insolvenz), fallen auch die ADRs.

Für gewöhnlich ist der Umtausch von ADRs in die entsprechenden Aktien simpel. Ein Anleger gibt seinen Broker den Auftrag die Aktien umzuwandeln. Der Broker wiederum wendet sich an die europäische Hinterlegungsstelle Clearstream. Clearstream gibt die Informationen an die ausländische Hinterlegungsstelle, die im jeweiligen Land für den Anleger ein Konto eröffnet und die Aktien darin überträgt. Dadurch, dass der Handel mit den hinterlegten Originalaktien im Fall von Sanktionen (aktuell Russland) u.U. nicht möglich ist, fällt auch ihr Wert nahezu auf null. Wird das jeweilige ADR-Programm aufgelöst, steht der Anleger vor einem Totalverlust.

Fazit: ADRs und GDRs werden von vielen Anlegern sträflich als aktiengleich angesehen. Wollen Sie in solche Finanzprodukte investieren, beachten Sie unbedingt die zusätzlichen Risiken!
Neueste Artikel
  • Fuchs plus
  • Wochenbericht zu Projekt IX in KW 23: Rendite, Risiko und Handel

BTV setzt sich ab

Illustriert mit Canva und ChatGPT
Im Performance-Projekt 9 zeigt sich in Kalenderwoche 23 ein klares Kräfteverhältnis: Nur vier Vermögensverwalter schlagen das Benchmarkdepot, während die Mehrheit zurückbleibt. Gleichzeitig öffnet die schwache Entwicklung des Vergleichsmaßstabs ein seltenes Zeitfenster für aktive Strategien. Doch nur wenige nutzen diese Chance konsequent. Anleger erkennen immer deutlicher: Nicht Stabilität allein entscheidet, sondern die Fähigkeit, in schwierigen Marktphasen gezielt Mehrwert zu schaffen.
  • Fuchs plus
  • Wochenbericht zu Projekt VIII in KW 23: Vermögensmanager im Härtetest

Spitzengruppe um Deutsche Oppenheim und BW-Bank enteilt

Illustriert mit Canva und ChatGPT
Im Performance-Projekt 8 zeigt sich eine klare Zweiteilung: Während einige Vermögensverwalter den Benchmark deutlich übertreffen, bleibt ein großer Teil des Feldes hinter der Referenz zurück. Das Benchmarkdepot (vermögensverwaltende Fonds) liefert stabile Ergebnisse, überzeugt jedoch vor allem durch Kontrolle statt Dynamik. Wer aktuell wirklich Mehrwert liefert, entscheidet sich im Spannungsfeld aus Vermögenswachstum, Risikomanagement und konsequenter Umsetzung der Allokationsstrategie.
  • Fuchs plus
  • Wochenbericht zu Projekt VII in KW 23: Stabile Woche, klare Divergenzen

Berliner Sparkasse setzt Akzent – Volksbank Kraichgau und DRH aktiv, Rest verharrt und schlägt teils dennoch die Benchmark

Illustriert mit Canva und ChatGPT
Projekt 7 präsentiert sich in dieser Woche bemerkenswert ruhig – und gerade darin liegt die eigentliche Dynamik. Während mehr als 90 % der Teilnehmer keinerlei Veränderungen vornehmen, nutzt die Berliner Sparkasse gezielt die Zinsbewegung zur Umschichtung. Volksbank Kraichgau und DRH Vermögensverwaltung bleiben punktuell aktiv. Die Vermögen steigen moderat, die Risiken divergieren deutlich. Auffällig ist jedoch: Viele Häuser übertreffen die Benchmark ganz ohne Handelsaktivität. Lesen sie hier.
Zum Seitenanfang