Risiken kumulierter Zahlungsausfälle steigen
Achten Sie im Rechnungswesen derzeit besonders auf Frankreich. Dort nehmen Zahlungsverzug und Insolvenzen gerade stark zu, obwohl französischen Unternehmen ihren Kunden traditionell ohnehin schon lange Zahlungsfristen einräumen.
Firmen zahlen immer später
In Frankreich müssen derzeit 85% aller Firmen einen Zahlungsverzug hinnehmen. Das zeigen aktuelle Zahlen des Kreditversicherers Coface. Besonders viele verspätete Zahlungen gibt es im Bau- und Logistik-Sektor und in der ITK-Branche. Der üblicherweise gewährte Zahlungszeitraum hat sich von 48 auf durchschnittlich 51 Tage verlängert. Dennoch treten Zahlungsverzögerungen in Frankreich häufiger auf und dauerten länger. Die Fristüberschreitung erreichte im Durchschnitt 40 Tage (38 Tage im vorigen Jahr).
Die immer längeren Zahlungsverzögerungen sind eine wesentliche Ursache für die stark steigenden Insolvenzen. Im ersten Halbjahr 2024 gingen in Frankreich 39.506 Unternehmen bankrott. Das waren 23% mehr als im ersten Halbjahr 2023. Die Unternehmen rechnen damit, dass die Zahlungsverzögerungen in den kommenden Monaten nochmals zunehmen werden.
Risiken in Deutschland steigen
In Deutschland ist die Lage nur unwesentlich besser. Hierzulande berichten 78% aller Unternehmen von verspäteten Zahlungen, allerdings bei wesentlich kürzeren Zahlungsfristen. Im vorigen Jahr waren es aber nur 76% und im Jahr 2022 nur 65%. Große Sorgen bereiten den Unternehmen die Rechnungen, die länger als sechs Monate fällig sind. Ihr Anteil ist auch in Deutschland sprunghaft gestiegen und ein Risiko für die Liquidität der Unternehmen.