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Agrarpreise steigen: Inflation durch Irankrieg und Wetterextreme befeuert

Agrarrohstoffe werden zweiter Preistreiber

Steigende Agrarrohstoffpreise werden die Inflation in den nächsten Monaten anheben. Denn die Landwirte kommen von mehreren Seiten unter Druck und die Preissteigerungen werden bald im Einzelhandel, im Einkaufswagen und auf dem Teller sichtbar.

In den nächsten Monaten wird es zusätzliche kräftige Inflations-Impulse über die Nahrungsmittel geben. Denn die Preise für Agrarrohstoffe steigen auf breiter Front. Seit Ausbruch des Irankriegs verteuerte sich Weizen um fast 10%, die Mais-Terminkontrakte legten um mehr als 6% zu. Sojabohnen kosten inzwischen rund 5% mehr. 

Agrarrohstoffe verteuern sich auf breiter Front

Der Index für Lebensmittelrohstoffe der Food and Agriculture Organisation der Vereinten Nationen kletterte jetzt auf ein Dreijahreshoch. „Die Preissteigerungen bei Kartoffeln, Sojabohnen und Getreide sind Ausdruck einer außergewöhnlich angespannten Lage auf den internationalen Agrarmärkten.“ Das sagte ein Sprecher der BayWa, Deutschlands größtem Agrarhändler, den FUCHSBRIEFEN.

Derzeit wirken mehrere belastende Faktoren gleichzeitig auf Angebot und Kostenstrukturen ein. Zum einen führten zunehmende Wetterextreme – von Dürren bis zu Überschwemmungen – weltweit zu geringeren Erträgen. Zugleich legt aber die globale Nachfrage zu. Zum anderen seien landwirtschaftliche Betriebe mit deutlich gestiegenen Produktionskosten konfrontiert. „Insbesondere die Preise für Energie und Düngemittel haben infolge geopolitischer Spannungen erheblich angezogen. Diese Kostensteigerungen schlagen entlang der gesamten Wertschöpfungskette auf die Marktpreise durch“, sagte der BaWa-Sprecher.

Irankrieg treibt Preise

„Die Unsicherheiten ergeben sich aus geopolitischen Konflikten und gestörten Lieferketten. Wichtige Exportregionen für Getreide und Ölsaaten sind teilweise eingeschränkt verfügbar, was die Märkte weiter verknappt und Preisschwankungen verstärkt“, beschreibt der BayWa-Sprecher die Lage. In Summe ergebe sich daraus eine Situation, in der sowohl das Angebot unter Druck steht als auch die Kosten der Erzeugung und Logistik steigen würden. Diese Kombination führe zwangsläufig zu einem höheren Preisniveau bei agrarischen Rohstoffen.

Eine Entspannung ist nicht in Sicht, solange der Irankrieg nicht befriedet wird und die Straße von Hormus nicht wieder frei schiffbar ist. Die Verknappung des Rohöls mit Preisen um 100 USD je Barrel sowie die Lieferausfälle des weltweit drittgrößten LNG-Produzenten Katar treiben die Kosten. Die Landwirtschaft ist davon doppelt getroffen: der klassische Diesel für die Landmaschinen kann nur teilweise durch Biokraftstoffe ersetzt werden. Die Produktion des synthetischen Stickstoffdüngers wird teurer, weil dafür Erdgas gebraucht wird, das knapper ist und zudem am Ölpreis hängt.

Ministerium greift nicht ein

Die Preisentwicklung beobachtet auch das Bundesministerium für Landwirtschaft und Ernährung. Grundsätzlich entstehen Preise für landwirtschaftliche Erzeugnisse auf dem Markt über Angebot und Nachfrage, so ein Sprecher. „Saisonale Schwankungen sind die Regel. Die Bundesregierung greift daher nicht in die Preisgestaltung am Markt ein. "Das sieht auch die Monopolkommission, das unabhängige Beratergremium der Bundesregierung, so“, heißt es dazu aus dem Ministerium.

In den Supermärkten werden die Preissteigerungen erst zeitversetzt spürbar werden und die Inflation im Jahresverlauf weiter anheizen. Teurer sind bereits importierte Waren, die unter den gestiegenen Logistikkosten leiden. Ökonomen wie DIW-Chef Marchel Fratzscher fordern daher nun, eine Senkung der Mehrwertsteuer auf Grundnahrungsmittel, um einkommensschwache Haushalte zu entlasten.

Fazit: Die Inflation wird von zwei starken Hebeln angehoben. Die Energiegpreise wirken schnell. Die Nahrungsmittelpreise werden die Inflation in den nächsten Monaten langsam zusätzlich nach oben ziehen.
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