Gefühlte Inflation bremst Konsum
Die gefühlte Inflation in Deutschland liegt deutlich über der gemessenen und bremst die Konjunktur. Das hat das Institut für Makroökonomie und Konjunkturforschung (IMK) in einer Umfrage unter 7.000 Privathaushalten ermittelt.
Wichtigste Erkenntnis: 59% der deutsche Haushalte sehen ihre verfügbaren Einkommen (Realeinkommen) auch Anfang 2026 durch die hohe Inflationsraten der Jahre ab 2021 noch als verringert an. Die zwischenzeitlichen Tariferhöhungen, der erhöhte Mindestlohn, die Rentenerhöhungen und auch wieder langsamer gestiegene Inflationsraten haben diesen Eindruck nicht verändert.
Offiziell gemessene Inflationsrate mit Unschärfen
Hintergrund: Die offiziell gemessene Inflationsrate spiegelt die realen Ausgaben der Konsumenten nicht wider. „Die hohe gefühlte Inflation deutet darauf hin, dass die offiziellen Preisindizes die Kaufkraftverluste im Euroraum nicht voll erfassen“ erklärt Prof. Dr. Gunther Schnabl. Er ist Direktor am Flossbach von Storch Research Institute. Schnabl zweifelt, dass die ab 2021 erfolgte Absenkung der Gewichte von Kaltmieten, Gas und Wasser bei der Berechnung der Inflation wirklich gerechtfertigt war. Auch eine Anhebung des Gewichts der Lebensmittel sollte seiner Ansicht nach geprüft werden.
Denn gerade Wohne, Energie und Lebensmittel waren besonders starke Treiber der Inflation ab 2021. Während die Preise von 2020 bis 2025 insgesamt um knapp 22% gestiegen sind, erhöhten sich die Preise z. B. für Nahrungsmittel um 34%. Auch die Preise für Restaurantbesuche (+33%) und für Mobilität (+27%) stiegen deutlich stärker.