Hoffen auf den Frieden
Kommt er, oder kommt er nicht, der Friedenschluss im Irankrieg? US-Präsident Trump hat ihn schon dutzendfach verkündet, das Mullah-Regime in Teheran dann dutzendfach dementiert. Vieles spricht jetzt dafür, dass ab Freitag wirklich Tanker und Frachter wieder durch die Straße von Hormus fahren und der Welthandel sich ein Stückweit normalisieren könnte. Trump und die Mullahs haben daran ein Interesse.
Fragt sich nur zu welchem Preis, und wer den zahlt? Das ist noch völlig unklar. Teheran pocht auf Gebühren, die Reeder und die erdgas- und erdölexportierenden Länder an den Iran und den Oman zu zahlen hätten. Der Rest der Welt, darunter auch Deutschland, lehnen das entschieden ab. Es würde Energie- und Rohstoffpreise dauerhaft verteuern.
Sichert die Bundeswehr die Straße von Hormus?
Auf dem G7-Gipfel im französischen Évian wird mit US-Präsident Donald Trump darüber zu reden sein. Ob der dann einlenkt, oder doch eine Maut akzeptiert, nur um so schnell wie möglich den Konflikt beizulegen und den innenpolitischen Druck abzubauen, wird sich zeigen. Die Chancen, dass die Europäer darauf Einfluss haben, sind jedenfalls gering.
Im Gepäck bei den Gesprächen mit Trump hat Kanzler Friedrich Merz die Zusage, dass die Bundeswehr zur Sicherung der Meerenge bereitsteht. Seinen Regierungssprecher hat er schon vorsorglich verkünden lassen, dass auch das dafür nötigte Bundestagsmandat kurzfristig eingeholt werden könne. Für Trump dürfte das, wenn überhaupt, nur eine untergeordnete Rolle spielen. Er muss das Rahmenabkommen als Erfolg verkaufen und dabei noch Israel zum Einlenken bewegen.