Kakao-Preis zieht an
Der Kakaopreis ist kräftig im Aufwind. Mitte Juni notierte der richtungsweisende Terminkontrakt auf Kakao an der New Yorker Terminbörse NYBOT noch bei Kursen um 3.800 US-Dollar je Tonne. Inzwischen handelt Kakao mit 5.862 US-Dollar je Tonne deutlich höher. Der Schokoladengrundstoff hat sich binnen eines Monats um rund 54% verteuert.
Der Kakaopreis steht derzeit im Spannungsfeld gegenläufiger Entwicklungen. Während Europa unter einer schwachen Nachfrage und rückläufiger Verarbeitung leidet, erlebt Asien einen regelrechten Boom. Die Cocoa Association of Asia (CAA) meldet einen kräftigen Anstieg der Kakaoverarbeitung um 25% auf 224.646 t. Das ist der höchste Stand für ein zweites Quartal seit 2011. Der Kontinent entwickelt sich damit zum wichtigsten Wachstumstreiber des globalen Kakaomarkts.
Wetteraussichten machen Produzenten nervös
Auf der anderen Seite richten die Kakaohändler ihren Blick auf das Wetter. Denn ein außergewöhnlicher starker El Nino könnte die weltweite Versorgung erneut empfindlich beeinträchtigen. Jüngsten Daten der European Cocoa Asociation (ECA) zufolge, blieben in Verarbeitungszahlen in Europa im zweiten Quartal deutlich hinter den Erwartungen zurück. Demnach sank die Kakaoverarbeitung im Jahresvergleich um 4,6% auf 316.366 t (e: ca. 325k t).
Neben der Nachfrageentwicklung dürften die Wetterbedingungen der wichtigste Einflussfaktor auf den Kakaopreis bleiben. Während sich in Westafrika (Elefenbeinküsten und Ghana) die Voraussetzungen für die kommende Haupternete verbessert haben, werden die aktuellen Witterungsbedingungen in Südostasien (Malaysia und Indonesien) eher als ungünstig eingeschätzt. In Brasilien herrscht die für diese Jahreszeit typische Trockenheit. Metereologen beobachten derzeit zudem die Entwicklung eines starken El Nino im Pazifik und geben die Wahrscheinlichkeit für einen Super-El-Nino zwischen Oktober und Dezember mit 80% an. Dass es einen El Nino geben wird, ist so gut wie sicher (Wahrscheinlichkeit: 100%).