Kupfer ist zum Einstieg wieder interessant
Kupfer ist wieder billiger geworden. Im Vergleich zum Jahreshoch ist der Preis in den vergangenen Tagen um rund 5% gefallen. Der Rücksetzer bietet mittel- und langfristig orientierten Anlegern Einstiegsmöglichkeit. Denn der Preisanstieg bei dem Metall wird sich weiter fortsetzen, weil die Nachfrage allein schon wegen des KI-Booms steigen wird und dabei vor allem die Produktion rückläufig ist. Angebot und Nachfrage klaffen entsprechend auseinander.
China produziert weniger
So lag Chinas Kupferproduktion im April 4,5% niedriger als im März und damit nur 3% höher als im Vorjahr. Das erstaunt vor dem Hintergrund der gestiegenen Preise für Schwefelsäure in Folge des Irankrieges. Schwefel entsteht bei der Kupferproduktion als Nebeneffekt und ist wichtiges Vorprodukt für die chemische Industrie. Insofern hätte man erwarten können, dass Peking eine Produktionssteigerung verordnet.
Chile revidiert Ziele
Preisstützend dürften sich auch die Ankündigungen auswirken, dass Chile, weltweit wichtigster Kupferproduzent, nicht so viel fördert wie ursprünglich angekündigt. So hat die Kupferkommission Cochilco die Aussichten für die Minenproduktion mit Verweis auf niedrige Erzqualitäten und operative Schwierigkeiten deutlich gesenkt. Die Produktionserwartungen wurden um 2% auf 5,3 Mio. t revidiert. 2027 erwartet Cochilco zwar eine leichte Erholung um 4% auf 5,5 Mio. t, doch ursprünglich waren fast 6 Mio. t in Aussicht gestellt worden.
Und auch die Minenproduktion in Indonesien enttäuschte zuletzt. Die Wiederaufnahme der Produktion in der zweitgrößten Kupfermine der Welt – der Grasberg-Mine – erfolgt langsamer als bislang erhofft. Erst Ende 2027 soll wieder die volle Kapazität erreicht werden.