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Strategien zur Risikominimierung und Nachhaltigkeit im modernen Supply Chain Management

Risikoauswirkungen auf Lieferketten

© Corona Borealis / stock.adobe.com
Wie reagieren Einkauf und Supply Chain Management auf komplexe Herausforderungen wie regulatorische Veränderungen und geopolitische Risiken? Professoren Ronald Bogaschewsky und Holger Müller beleuchten in ihrer Studie die Auswirkungen auf Lieferketten und bieten spannende Einsichten. Entdecken Sie, welche Märkte bevorzugt werden und wie Unternehmen ihre Risiken minimieren und Nachhaltigkeit fördern.

Von regulatorischen Veränderungen, Zollkonflikten/Sanktionen, politischer Instabilität über Rohstoff- und Technologiekonzentrationen bis Nachhaltigkeit: Wie reagieren Einkauf und Supply Chain Management auf die komplexe Gemengelage und wie ist das zu beurteilen? Wir fassen Ergebnisse zusammen, die die erfahrenen Professoren Ronald Bogaschewsky (Uni Würzburg) und Holger Müller (HTWK Leipzig) in ihrer aktuellen Studie zu Risikoauswirkungen auf Lieferketten erhoben haben.

  • Rechtliche/regulatorische Veränderungen: Ausschlaggebend ist hierbei weniger die Regulierung selbst, sondern eher Dynamik und mangelnde Planbarkeit.
  • Regionale Konzentration von Technologien/Rohstoffen: Strategische Abhängigkeiten werden häufig erst bei tatsächlichen Lieferengpässen erkannt. (= also zu spät).
  • Militärische Konflikte: Räumliche Distanz führt offenbar zu einer Unterschätzung indirekter Lieferketteneffekte. (= gehört in vorausschauendes Risikomanagement)
  • Machtgetriebene Angebotsverknappungen: Kurzfristige operative Perspektiven dominieren gegenüber langfristigen geopolitischen Risiken. (= ad-hoc-Aktionen sind immer sehr teuer)
  • Wetterereignisse/Naturkatastrophen: Viele Unternehmen gehen offenbar davon aus, dass ihre Lieferanten nicht in Hochrisikoregionen angesiedelt sind. (= gehört in vorausschauendes Risikomanagement)
  • Fehl- und Desinformation: Vertrauen in verfügbare Informationsquellen überdeckt mögliche Intransparenzen bei Lieferantendaten. (= Kontrolle ist unabdingbar)

Beurteilung der Märkte

Die deutliche Mehrheit will in der EU stärker aktiv werden. Indien und Südostasien (ohne China, Taiwan) folgen mit spürbarem Abstand als nächste bevorzugte Alternativen, danach die Türkei.

  • China: kein klarer Trend weg von China; bestehende Abhängigkeiten sind kurz-/mittelfristig nicht abbaubar; wünschenswert ist eine strategische Neubewertung mit parallelen Reduktions- und Ausbauentscheidungen.
  • USA: Trotz handelspolitischer Risiken werden die USA weiterhin als attraktiver und relevanter Beschaffungsmarkt gesehen.
  • China und USA: beide Länder fungieren offenbar nur in geringem Umfang als Alternativregion füreinander.
  • Osteuropa (EU): Nearshoring-Alternative mit Kosten- und Standortvorteilen.
  • Indien: gewinnt als diversifizierender Beschaffungsmarkt jenseits Chinas deutlich an Bedeutung.
  • Türkei: profitiert von geografischer Nähe, industrieller Basis und Flexibilität in Lieferketten.
  • Mexiko, Mittel- und Südamerika: wird als zunehmende Ergänzung im globalen Lieferantennetzwerk geprüft.

Maßnahmen zur Risikominimierung

Für 85% hat die Sicherstellung der Versorgung höchste Priorität. Die Zielgröße der reinen Kostenminimierung wird zunehmend durch „angemessene“ bzw. robuste Kostenstrukturen ersetzt. Resilienz und nachhaltiges Wachstum erhalten Vorrang gegenüber risikobehafteten Expansionen. Strategisches Risikomanagement wird klar als Kernaufgabe des Unternehmens positioniert. Eine funktionierende Kreislaufwirtschaft wird mehrheitlich als wichtiger Hebel zur Sicherung kritischer Rohstoffe gesehen. 

Nachhaltigkeit

Und: Der Stellenwert ökologischer und sozialer Nachhaltigkeit wird überwiegend als stabil oder zunehmend relevant eingeschätzt. In der Hälfte der Fälle ist das Budget gleichgeblieben. Fast 95 % der Unternehmen berücksichtigen ESG-Kriterien zumindest teilweise bei der Lieferantenauswahl und -bewertung.

Fazit: Mittelständische Unternehmer sollten die dynamische Regulierungslandschaft und geopolitische Risiken durch vorausschauendes Risikomanagement adressieren. SResilienz und Nachhaltigkeit müssen Vorrang haben, wobei ESG-Kriterien in der Lieferantenauswahl integriert werden sollten. Eine funktionierende Kreislaufwirtschaft ist essenziell zur Sicherung der Rohstoffe.

Hinweis: Am 5.5.2026 wird in Würzburg u.a. die Studie vorgestellt: https://wuerzburger-nachhaltigkeitstag.de/ Sie können dort von Best-Practice-Beispielen lernen.

5. Würzburger Nachhaltigkeitstag
https://wuerzburger-nachhaltigkeitstag.de


 

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