Wetterextreme treiben den Kupferpreis
Kupfer handelt nur noch rund 3% unterhalb seines Allzeithochs von 14.097 US-Dollar je Tonne. Neue Rekorde sind zu erwarten. Denn es gibt Risiken auf der Angebotsseite.
Der jüngste Wintersturm in Chile hat erneut die Verwundbarkeit des globalen Kupferangebots gegenüber Wetterextremen verdeutlicht. Hier ist aufgrund des zu erwartenden El-Nino in diesem Jahr noch mehr zu erwarten. Mehrere große Minenbetreiber meldeten bereits vorübergehende Betriebsunterbrechungen infolge von Schneefällen und Überschwemmungen.
El-Nino dürfte Kupferpreis treiben
Die Bedeutung von El-Nino-bedingten Störungen ergibt sich vor allem aus der hohen geografischen Konzentration des Angebots. Chile und Peru stehen zusammen für knapp 40% der weltweiten Kupferminenproduktion. Wetterbedingte Ausfälle in der Andenregion können daher auch bei begrentzten Produktionsverlusten erheblich Auswirkungen auf die Marktstimmung und die Risikoprämie am Kupfermarkt haben.
El-Nino-Phasen haben in der Vergangenheit wiederholt zu Infrastrukturproblemen, Transportstörungen und Produktionsausfällen geführt. Historisch waren die realen Angebotsverluste zwar meist begrenzt. Doch fielen die Preisreaktionen deutlich stärker aus, wenn der Markt bereits von knappen Lagerbeständen und einer hohen Nachfrage geprägt war.
Zwei sich verstärkende Preisfaktoren
Genau dies könnte nun wieder der Fall sein. Die Elektrifizierung, der Ausbau der Stromnetze sowie die steigende Nachfrage aus dem Bereich der KI-Infrastruktur erhöhen langfristig den Kupferbedarf, während sinkende Erzgehalte und zunehmende Wasserknappheit die Angebotsseite belasten. Beide Faktoren verstärken sich gegenseitig. Niedrige Erzgehalte erfordern die Verarbeitung größerer Gesteinsmengen und erhöhen damit den Wasserbedarf je produzierter Tonne Kupfer. Wasserknappheit wird damit ebenfalls zu einem strukturellen Risiko für die Branche.