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Fußball-WM 2026: Kurzfristige Konsumimpulse, aber begrenzte Branchenhoffnungen

WM 2026: Hoffnungsschimmer für den Handel?

Einzelhandel, Brauereien und Gastronomie - viele Branchen leiden unter dem traurigen Konsumklima. Kann die Fußball-WM hier für einen Umschwung sorgen?

Viele Unternehmen hoffen auf positive Impulse rund um die Fußball-WM, die in einem Monat angepfiffen wird. Denn große Sportereignisse können positive Impulse in die Gesellschaft ausstrahlen und dadurch auch positive Effekte für den Handel auslösen. "Die Konsumstimmung ist zu einem Großteil Psychologie“, sagt auch Alexander von Preen, Präsident des Handelsverband Deutschland (HDE) den FUCHSBRIEFEN. Das habe das Sommermärchen 2006 vorgemacht.

Der HDE-Präsident hegt jedoch keine allzu großen Hoffnungen für die Branche. „Für die jetzige Fußball-WM 2026, die im Ausland stattfindet, rechnen wir nicht mit starken Umsatzeffekten für den Einzelhandel“, sagt von Alexander von Preen. Die positiven Effekte blieben überdies auf bestimmte Warengruppen beschränkt.

WM hellt Konsumlaune nur kurzzeitig auf

Eine Umfrage von FUCHS in dieversen Branchen bestätigt den gezügelten Optimismus. Bei den deutschen Brauern sorgt die WM für ein Fünkchen Hoffnung. Die Branche hat mit einem langfristigen Abwärtstrend beim Bierkonsum zu kämpfen. Allein im vergangenen Jahr sank der Bierdurst laut Statistischem Bundesamt um 6% auf 7,8 Mrd. Liter.

„Die Fußball-Weltmeisterschaft 2026 kann für die deutsche Brauwirtschaft wichtige Impulse setzen. Internationale Turniere beleben gerade in den Sommermonaten die Nachfrage nach Bier“, heißt es vom Deutschen Brauerbund. „Aber ein nachhaltiger Aufschwung kommt nicht von allein. Die vergangenen Jahre haben gezeigt, dass sportliche Großereignisse keine Selbstläufer mehr sind. Selbst die Heim-EM 2024 konnte nur wenige Impulse setzen.“

Hohe Abhängigkeit von Wetter und sportlichem Erfolg

Entscheidend sei das gesamtwirtschaftliche Umfeld. Geopolitische Krisen und die hohe Kostenbelastung beeinträchtigen die Kauflaune und damit auch den Bierkonsum. Darüber hinaus hänge der Absatz vom Wetter und dem sportlichen Erfolg der Deutschen Nationalmannschaft ab.

Ein Lob an die Politik haben die Brauer dennoch: „Die Entscheidung der Bundesregierung, die Regeln für Public Viewing während der Fußball-Weltmeisterschaft 2026 zu vereinfachen, ist ein richtiges Signal.“ Sie schaffe Planungssicherheit für Gastronomie, Veranstalter und Brauereien.

Mediennutzung ändert sich nur kurzfristig

Auch Fernsehsender und Streamingdienste erhoffen sich Geschäft, erwarten aber keinen nachhaltigen Aufschwung. „Große Live-Events wie eine Fußball-WM verändern kurzfristig die Mediennutzung, haben aber keinen nachhaltigen Einfluss auf die Entwicklung“, heißt es von dem Fernsehsender RTL+ gegenüber FUCHS. „Unser Wachstum basiert bewusst auf einem breiten Inhalte-Angebot, das unabhängig von einzelnen Events funktioniert und kontinuierlich an Nutzung gewinnt.“

Fazit: Sportliche Großereignisse haben die Kraft verloren, die Konsumstimmung und die Konjunktur grundsätzlich stark anzuschieben. Dafür ist in Deutschland auch die aktuelle Stimmung zu schlecht. Die WM dürfte nur für einen kurzen Schub sorgen.
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