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Beschaffung bei Bundeswehr und NATO: Chancen für Zulieferer

Rüstungsinvestitionen: Wie Unternehmen an Aufträge kommen

Rheinmetall
Die Bundeswehr und NATO-Länder investieren massiv in Aufrüstung. Das bringt neue Chancen auch für Lieferanten mit sich. Die Beschaffungsprozesse sind jedoch streng reguliert. FUCHSBRIEFE stellen Ihnen die Details vor.

Unternehmen können davon profitieren, dass die Bundeswehr in den nächsten Jahren die Beschaffung hochfahren wird. Es dürfte neben Waffen vor allem viel Geld in Ausrüstung, IT-Systeme und Infrastruktur fließen. Aber: Militärische Beschaffung ist komplex und streng reguliert und kontrolliert. FUCHSBRIEFE stellen Ihnen die Prozesse vor.

Vergabeverfahren

Mehrere Institutionen sind für die Beschaffung bei der Bundeswehr zuständig, darunter das Bundesministerium der Verteidigung (BMVg). Der Haushaltsausschuss des Bundestages muss bei Projekten über 25 Mio. Euro zustimmen. Abhängig von Auftragswert und Komplexität nutzt die Bundeswehr verschiedene Vergabe-Arten:

  • Öffentliche Ausschreibung – für alle zugänglich
  • beschränkte Ausschreibung mit Teilnahmewettbewerb – Vorauswahl geeigneter Anbieter
  • Verhandlungsverfahren – bei komplexen oder sicherheitsrelevanten Projekten
  • Direktvergabe – in Ausnahmefällen, z.B. bei Dringlichkeit

Wichtig: Die Vergabeverfahren werden über die e-Vergabe-Plattform des Bundes abgewickelt. Dort müssen sich interessierte Unternehmen registrieren. 

Investitionsfokus 2025

Die Bundeswehr fokussiert im laufenden Jahr auf diverse Bereiche. Besondere Relevanz haben die Digitalisierung der Führungssysteme, auf Luftverteidigung (z. B. Arrow 3), Munitionsproduktion, Transport- und Kampffahrzeuge (z. B. Puma, Boxer), Drohnen und Cyberabwehr (sowie Reformpläne zur Beschleunigung der Verfahren und Bürokratieabbau).

Unternehmen müssen (neben der Plattformregistrierung) auch Zuverlässigkeit, Fachkunde und Leistungsfähigkeit nachweisen. Zudem müssen Lieferanten gewisse Sicherheitsanforderungen erfüllen (z. B. Geheimschutz bei sensiblen Projekten) und technische Normen und Qualitätsstandards der Bundeswehr einhalten.

Internationale Beschaffung (NATO)

Neben der Bundeswehr gibt es noch zwei NATO-Beschaffungsagenturen. Die NSPA (NATO Support and Procurement Agency) ist zuständig für Logistik, Wartung, Ersatzteile, Infrastruktur, technische Dienstleistungen. Verfahren: Internationale Ausschreibungen (ICB – International Competitive Bidding). Registrieren müssen Sie sich über die NSPA Procurement Website.

Die NCIA (NATO Communications and Information Agency) ist zuständig für IT, Kommunikation, Cyberabwehr. Hier gibt es Rahmenverträge für nicht-militärische Ausrüstung. Registrierung: NEO e-Procurement-Portal der NCIA. Nötig ist eine „Declaration of Eligibility“ durch das Bundesamt für Wirtschaft und Ausfuhrkontrolle (BAFA).

Anforderungen der NATO-Beschaffung

Nach der Verdopplung der Militärausgaben vieler NATO-Staaten liegt der Fokus auf autonomen Systemen (z. B. Zetros-Lkw mit KI), Cyberabwehr und Digitalisierung, Luftverteidigung und Munitionsproduktion, Industriekooperationen mit Start-ups und Hightech-Firmen (z.B. ARX Robotics, SAP, Siemens).

Sie müssen neben der Eignungserklärung auch Fachkunde, Zuverlässigkeit und Leistungsfähigkeit nachweisen (über Ihre IHK) Auch für die NATO müssen Unternehmen gewisse Sicherheitsanforderungen erfüllen (z. B. Geheimschutz, NATO-Standards wie STANAGs) und sich auf den jeweiligen Plattformen registrieren.

Fazit: Die Aufrüstung bei NATO und Bundeswehr ist auch für Zulieferer eine Chance auf zusätzliches Geschäft. Wer daran interessiert ist, muss sich auf den entsprechenden Plattformen registrieren und kann dann an Ausschreibungen teilnehmen. 

Hinweis: Ausführliche Informationen finden Sie in unserer Linkliste in der Online-Version des Beitrags.

Plattformen / Registrierung / Infos

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