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Umsetzung der Arktis-Strategie

Russland beseitigt Nuklearmüll und erschließt die Region

Russland beginnt, seine Arktis-Strategie in die Tat umzusetzten. Darum muss nun der jahrelang entsorgte Atom-Müll aus den arktischen Gewässern gehoben werden. Denn das Riesen-Reich hat Riesen-Pläne in dem Gebiet.

Russland hat eine neue Aktis-Strategie und lässt ersten Plänen nun Handlungen folgen. Bereits im März hatte Moskau einen "Arktis-Masterplan" vorgelegt. Der gibt die Fahrtrichtung für die kommenden 15 Jahre vor und bestätigt Russlands wachsendes Interesse an der Polar-Region. Zur Erinnerung: Vor gut 13 Jahren hatte eine russische Polar-Expedition die Flagge des Landes auf dem Meeresboden direkt am Nordpol gesetzt. Das war ein erstes Signal, dass Moskau große Pläne hat. 

Die strategischen Kernziele sind klar und werden geradlinig verfolgt. Erstens geht es darum, die in der Region reichlich vorhandenen Rohstoffe zu erschließen und für das Riesen-Reich nutzbar zu machen. Dazu sollen enorme Investitionen in die Infrastruktur vor Ort fließen, bis hin zum Aufbau ganzer Städte und Industrie-Komplexe an der arktischen Küste. Unternehmen, die dabei ins Risiko gehen, bekommen erhebliche Steuervergünstigungen.

Drei zentrale Punkte der Arktis-Strategie

Zweitens geht es darum, neue Transportwege zu nutzen. Die globale Erwärmung führt zu einem Rückgang des Eises in der Polar-Region. Das macht  den Weg für Transportschiffe frei, die erheblich kürzere Routen fahren können (FB vom 23.3.). Außerdem sollen auf dem arktischen Meeresboden neue Kommunikationswege (Glasfaserkabel) aufgebaut werden. Auch das geht aus dem neuen Masterplan-Dokument hervor.

Drittens investiert Russland Geld, um die arktische See wieder aufzuräumen. Auf dem Meeresgrund liegt wörtlich haufenweise Nuklearmüll aller Art. Alles davon ist russischer Provenienz, gleich ob es um drei komplette U-Boote, rund 17 000 Behälter mit flüssigem Müll oder insgesamt 209.000 Kubikmeter nuklearen Schrott handelt. Schon in den Fünfziger Jahren hatte die International Atomenergiebehörde (IAEA) die Versenkung von nuklearem Müll im Meer verboten. Die Sowjetunion hielt sich aber lange nicht daran. Die Sowjetunion kippte sogar 18 komplette ausgemusterte Reaktoren in die See. Seit langen Jahren drängen Norwegen, Schweden und die Vereinigten Staaten die russische Regierung zum Aufräumen, um der Gefahr einer großflächig radioaktiv verseuchten Arktischen See vorzubeugen.

Atom-Aufräumarbeiten haben begonnen

Im Frühjahr 2020 sind nun die Aufräumarbeiten gestartet. Das ist auch auf Druck aus dem Land zurückzuführen. Inzwischen macht sich auch die russische Bevölkerung, insbesondere die 2 Mio. in der Polar-Region lebenden Menschen, Sorgen um die Atom-Gefahr. Zudem ist der Atom-Müll für die Erschließung der Region hinderlich. Organisiert wird die Müll-Entsorgung durch die russische Atomenergie-Behörde Rosatom. Sie hat bis Ende des Jahres 2029 Zeit, allen Müll zu beseitigen. Allein für die ersten sechs Bergungsobjekte sind Aufräumkosten von zusammen rund 300 Millionen Euro vorgesehen. Ob diese Summe auch nur einigermaßen reichen wird, ist allerdings höchst zweifelhaft.

Fazit: Russland setzt seinen Arktis-Masterplan stringent um. Bevor bis ins Jahr 2035 hinein investiert werden kann, muss das Land jedoch seine in den arktischen Gewässern entsorgten Altlasten beseitigen. Das Ziel, die Arktis stärker wirtschaftlich zu nutzen, erzwingt jetzt hohe Anfangsinvestitionen.

Interessant für alle Unternehmen mit Nuklearmüllerfahrungen

Hauptstadt-Notizen

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