Silber bleibt unter Wert
Der Goldpreis eilt von Rekord zu Rekord. In dieser Woche markierte er knapp oberhalb von 3.500 US-Dollar je Feinunze ein neues Allzeithoch. Doch der Silberpreis kommt noch immer nicht vom Fleck. Silber hat noch nicht einmal den Preisrückgang seit Anfang April wett gemacht, bis zu den Höchstkursen des Jahres 2011 bei knapp 50 US-Dollar je Feinunze ist es ohnehin ein weiter Weg. Mit gut 33,30 US-Dollar je Feinunze handelt Silber noch immer knapp 4 % unter dem 5-Monatshoch von Ende März. Auch im Vergleich zum Plus seit Jahresbeginn von mehr als 30% bei Gold fällt der Anstieg bei Silber mit 13% eher bescheiden aus.
Gold-Silber-Ratio stark gestiegen
Die deutlich schwächere Preisentwicklung von Silber gegenüber Gold spiegelt sich zudem im stark gestiegenen Gold-Silber-Ratio wider. Dieses kletterte Anfang April erstmals seit beinahe fünf Jahren auf über 100 und erreichte in der Spitze ein Niveau von 107. Dies war zuletzt während der Corona-Pandemie der Fall. Verglichen mit Gold ist Silber also weiterhin überaus preiswert. Aus fundamentaler Sicht trübt sich die Lage für den Silberpreis etwas ein, denn das Silver Institute erwartet für dieses Jahr einen leichten Rückgang der industriellen Nachfrage auf 677 Mio. Unzen. Gleichwohl wäre dies weiterhin ein Rekordniveau. Die Stagnation bei der Industrienachfrage und ein Rückgang bei der Nachfrage nach Schmuck und Silberwaren dürften dazu führen, dass die gesamte Silbernachfrage um 1,4% auf 1,15 Mrd. Unzen zurück geht. Bei einem gleichzeitig leicht steigenden Silberangebot soll sich das Angebotsdefizit in diesem Jahr auf 118 Mio. Unzen verringern. Dies wäre dann das fünfte Jahr mit einem Angebotsdefizit in Folge, wenngleich auch das geringste seit vier Jahren.