Informationen und qualifizierte Einschätzungen zu Chancen und Risiken
030-288 817-20
1922
Biokraftstoffpolitik und Angebotseinflüsse treiben Markt

Sojabohnen: Preise im Aufschwung

picture alliance / Zoonar | Olena Mykhaylova
Heimlich still und leise klettert der Sojapreis an der Chicagoer Warenterminbörse. Grund ist ein Vorschlag der US-Umweltschutzbehörde zur Erhöhung der Biokraftstoffbeimischung.

Still und leise schleicht sich der Sojapreis nach oben. Seit Anfang der Woche ist der Preis für Soja an der Warenterminbörse in Chicago um über 3% gestiegen. Der Sojapreis notiert mit aktuell rund 1.075 US-Cent je Scheffel nur noch knapp unterhalb des wichtigen Widerstandsbereichs zwischen 1.080 und 1.100 US-Dollar je Scheffel. Auf diesem Kursniveau werden Kursanstiege seit September 2024 regelmäßig ausgebremst. Gelingt hier nun der Ausbruch, wäre eine monatelang anhaltende Bodenbildung abgeschlossen. 

Der jüngste Kursanstieg wurde durch den Vorschlag der US-Umweltschutzbehörde EPA zur Beimischung von Biokraftstoffen ab 2026 gestützt. Der Vorschlag sieht auch Maßnahmen zur Eindämmung von Biokraftstoffimporten vor und soll den Einsatz von US-Sojaöl in der Produktion forcieren. Bisher liegt die US-Biodieselbeimischung bei 3,35 Mrd. Gallonen (ca. 11,3 Mio. t). US-Landwirte und die Industrie hatten eine Erhöhung auf 5,25 Mrd. Gallonen (17,7 Mio. t) gefordert. 

Forderungen mehr als erfüllt

Die Forderungen werden übertroffen. Ab dem kommenden Jahr sollen 5,61 Mrd. Gallonen (18,9 Mio. t) Biodiesel beigemischt werden, also 7% mehr als gefordert. Zum Vergleich: Die zusätzlichen 7,6 Mio. Biodiesel entsprechen in etwa der Hälfte des gesamten EU-Biodieselabsatzes. Angesichts der Absatzprobleme von US-Soja in China sorgt dies für Entlastung des US-Sojamarktes. Immerhin bedeutet dies einen zusätzlichen Bedarf von etwa 10 Mio. t Sojaöl, wofür 50 Mio. t Sojabohnen benötigt werden. Auch der steigende Ölpreis zieht den Sojapreis nach oben. 

Auf der Angebotsseite meldet das US-Landwirtschaftsministerium USDA, dass 93% der Flächen bestellt seien. Das ist 1% weniger als im langfristigen Durchschnitt. Der Zustand der Pflanzen wurde ebenfalls neu bewertet und nach unten korrigiert: 66% der Bestände wurden als überdurchschnittlich eingestuft (ggü. 68% in der Vorwoche und ggü. 70% im Vorjahr).

Fazit: Bei Sojabohnen verdichten sich die Anzeichen für den Abschluss einer Bodenbildung. Bei einem nachhaltigen Anstieg über den Widerstandsbereich um 1.090 US-Dollar je Scheffel, wäre diese mustergültig abgeschlossen. Mit einem ungehebelten Sojabohnen-ETC (Beispiel ISIN: GB 00B 15K Y54 2 WisdomTree Soybeans) können Anleger von steigenden Sojabohnen-Notierungen profitieren.

Neueste Artikel
  • Fuchs plus
  • Andy Burnham löst Keir Starmer ab

„King of the North” neuer Premierminister

Andy Burnham ist neuer britischer Premierminister. Der frühere Bürgermeister Manchesters will die Regionen gegenüber London stärken und mehr Geld für Soziales ausgeben.
  • Fuchs plus
  • AliExpress: 550 Mio. Euro Bußgeld

EU knöpft sich chinesischen Online-Händler vor

Die EU-Kommission geht verstärkt gegen die Einfuhr von illegalen, unsicheren und gefälschten Billigprodukten aus China vor. Jetzt wurde eine Strafe gegen AliExpress ausgesprochen.
  • Fuchs plus
  • Druck durch Energiepolitik und Arbeitsmarkt

Tschechien: Standortvorteile schwinden

Für mittelständische Unternehmen stellt sich deshalb die Frage, ob das Land seine Attraktivität als Produktions- und Investitionsstandort langfristig behaupten kann. Das signalisiert, dass der frühere Wettbewerbsvorteil über niedrige Arbeitskosten weiter schwindet.
Zum Seitenanfang