Spanien wird E-Auto-Hub in Europa
Spanien wird zum E-Auto-Hub in Europa werden. Darauf deuten verschiedene Entwicklungen hin. Der chinesische Batterienriese CATL wird zusammen mit dem französisch-holländischen Konzern Stellantis 2026 eine Investition von 4,1 Mrd. Euro in eine Batteriefabrik in Zaragoza tätigen. Auch der chinesische Wettbewerber Envision hat die Genehmigung, in der autonomen Region Extremadura zusammen mit dem spanischen Energieunternehmen Acciona eine Giga-Fabrik zu starten. 2026 sollen die Bauarbeiten beginnen.
Zusammenarbeit zwischen Spanien und China
Die Chinesen sehen die Spanier als ihre Verbündeten im Zollkrieg mit der EU an. Der chinesische Autohersteller Chery hatte sich bereits Anfang des Jahres mit dem wieder aktivierten spanischen Produzenten Ebro zusammengetan, um in Barcelona die SUV-Marke Tiggo7 an den Geschmack der europäischen Verbraucher anzupassen. Geplant sind alle Varianten vom Verbrenner über Hybrid-Fahrzeuge bis hin zu E-Vehikeln.
Spaniens Strategie, die Chinesen als Partner zu gewinnen, ging bisher gut auf. In spanischen Medien wird gemunkelt, dass die Chinesen Spanien als ihren neuen Lieblings-Produktions-Standort gewählt haben, weil diese sich bei der EU-Abstimmung über die höhere Bezollung von chinesischen Autos enthalten hätten. Das berichtet unsere Korrespondentin. Der spanische Präsident Pedro Sánchez war gerade im Sommer wieder mit einer Handelsdelegation nach Peking gereist, um für gute Stimmung zu sorgen (FB vom 23.09.).
Ausrichtung auf chinesische Hochschulstudenten
Parallel dazu werben spanische Business-Universitäten um Studenten aus China. Sie haben sogar bereits ihre eigenen China-Lehrstühle und MBA-Programm auf chinesisch etabliert. Immer wieder hatte sich Sánchez mit den chinesischen Unternehmern (wie jetzt auch wieder mit dem CATL) getroffen und erklärt, dass Spanien industrielle Partnerschaften mit den Chinesen sucht. Das Land ist bereits der zweitgrößte Auto-Produzent in Europa und könnte jetzt mit den Chinesen Deutschland endgültig überholen.