Spanien wird zum Südamerika-Hub
Spanien entwickelt sich für Unternehmen zum weit offenen Tor nach Südamerika. Deutsche KMU suchen vermehrt spanische Führungskräfte, um nach Lateinamerika zu expandieren. Das erfahren FUCHSBRIEFE von Núria Vilanova, der Präsidentin des in Madrid ansässigen lateinamerikanischen Thinktanks CEAPI (Consejo Empresarial Alianza por Iberoamérica). Im ganzen Land gibt es inzwischen 1.636 lateinamerikanische Tochtergesellschaften, vor allem im Finanz-, Immobilien-, Gastronomie- und Tourismusbereich. Mexiko ist dabei der mit Abstand größte Investor, was auch mit den günstigen Steuern in Städten wie Madrid zu tun hat.
Spanien wird zum Südamerika-Hub
Die Dynamik dürfte sogar noch zunehmen. Vilanova sagt auch: "Spanien ist zu einer Drehscheibe zwischen Südamerika und Europa geworden. Das Freihandelsabkommen der EU mit Mercosur wird diesen Prozess sogar beschleunigen", so Vilanova. Hintergrund: Spanien hat in Europa die meisten Doppel-Besteuerungsabkommen mit Lateinamerika. Das hat gemäß der CEAPI-Studie dazu geführt, dass das Land immer mehr zum europäischen Sitz von Unternehmen aus Brasilien, Mexiko und Chile wurde.
Die Drehscheibe Spanien profitiert von der Vernetzung. Der Kapitalzufluss von Lateinamerika nach Spanien wuchs seit 2010 gemäß „Global Latam 2025“ von ICEX-Invest um 103%. Auch deutsche Unternehmen haben erkannt, dass die Region ein enormer Wachtsumsmarkt und eine Alternative zu den USA ist. Innerhalb Spaniens konzentriert sich viel Aktivität auf Madrid. Die Hauptstadt des Landes wurde in den vergangenen Jahren zum "Miami Europas".