Spaniens Lehren aus dem Blackout
Spanien hat den Blackout vom 28. April analysiert und Lehren daraus gezogen. Auch wenn offiziell niemand direkt die Verantwortung übernimmt, agieren Regierung, Netzagentur und Versorger gerade koordiniert im Hintergrund. Das berichtet unsere Korrespondentin aus Spanien.
Spaniens Lehren aus dem Blackout
Die Blackout-Analyse hat gezeigt, dass eine geringe synchrone Stromerzeugung, die Schwäche des Übertragungsnetzes sowie eine unzureichende Sicherheitsmarge bei Speichern und Transformatoren den Blackout ausgelöst haben. Dies löste einen Dominoeffekt im Netz aus, der zu massiven Unterbrechungen der grünen Stromerzeugung führte, die an diesem Tag mehr als Zwei Drittel der Produktion ausmachten. Hintergrund: Spaniens Stromnetz basiert vor allem auf erneuerbaren Energien, die andere und mehr Netz-Stabilisatoren verlangen. Zudem sei eine bessere Digitalisierung der Stromproduktion nötig. Das bestätigt uns der spanische CSIC-Wissenschaftler Antonio Turiel.
Investitionsoffensive ins Stromnetz
Die Konsequenz ist eine großangelegte Investitionsoffensive. Die Regierung in Madrid, die Netzagentur und die Versorger stecken jetzt in großem Stil Steuergelder in das Stromnetz. Mit diesen Investments soll künftig ein Blackout vermieden werden.
Unterstützung gibt es aus Europa. Die Europäische Investitionsbank und der EU-Next-Generation-Fonds investieren über den spanischen Versorger Endesa 650 Mio. Euro ins iberische Stromnetz. Die EU-Mittel werden unter anderem für die Installation intelligenter Zähler und Messgeräte, den Einsatz neuer Transformatoren, die Installation von Software zur vollständigen Digitalisierung des Netzes sowie den Bau neuer Umspannwerke und die Verlegung unterirdischer Kabel verwendet.