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Städte in Finanznot und der Investitionsbedarf explodiert

Stadtwerke: Von Goldeseln zu Geldfressern

Städte und Gemeinden stehen vor finanziellen Herausforderungen. Die Einnahmen sinken, während Investitionen in Verkehrs- und Energieinfrastruktur steigen. Um die Eigenkapitalquoten zu sichern, müsste die Gewinnnutzung der Stadtwerke neu gedacht werden. Privatinvestoren und neue Finanzierungsmodelle könnten entscheidend sein.

Den Städten und Gemeinden brechen die Einnahmen weg - und zugleich explodieren die nötigen Investitionen. Der öffentliche Finanzbedarf für Verkehrs-Infrastrukturinvestitionen beträgt fast 400 Mrd. Euro bis zum Jahr 2030, so eine Agora-Arbeitsgruppe. 

Parallel dazu explodieren die nötigen Investitionen, die für die Energie-Infrastruktur nötig sind. Allein die Stadtwerke werden in den nächsten zehn Jahren bis 2035 gut 356 Mrd. Euro investieren müssen. Die Investitionen werden von derzeit etwa 14 Mrd. Euro auf knapp über 40 Mrd. Euro Mitte der 30er Jahre steigen, um danach wieder zu sinken. Das hat die eine Analyse der Förderbank KfW und des Wirtschaftsprüfers PricewaterhouseCoopers (PwC) ermittelt. 

Stadtwerke: Von Goldeseln zu Geldfressern

Der Finanzbedarf ist erdrückend. Um die Mindesteigenkapitalquote von 25% einzuhalten, muss das Eigenkapital vieler Versorger erhöht werden. Bundesweit müssen 47 Mrd. Euro an frischem Eigenkapital aufgebracht werden. Nur die wenigsten Städte und Gemeinden in Deutschland können es sich aber leisten, in den nächsten Jahren Millionen an ihre Stadtwerke zu zahlen. 

Um die hohen Investitionen zu ermöglichen, sollten "Gewinne in den Stadtwerken belassen" werden. Das erklärte die KfW auf Anfrage von FUCHSBRIEFE. Das wäre für viele aber eine 180-Grad-Wende. Denn viele Städte nutzen die Einnahmen der Stadtwerke bisher, um eigene Ausgaben zu decken. Das wird so nicht mehr gehen. Etliche Stadtwerke werden sich in den nächsten Jahren von "Goldeseln" zu "Geldfressern" verwandeln.

Privatinvestoren spielen in Zukunft eine größere Rolle für die Stadtwerke

Der Verband öffentlicher Banken (VÖB) der die Investitionsbanken der Länder vertritt, empfiehlt mehrere Maßnahmen. Die Kommunen sollen zweckgebundene Kommunalkredite bzw. Schuldscheindarlehen aufnehmen können, um die Stadtwerke zu finanzieren. Solche Kredite aufzunehmen, um sie an kommunale Unternehmen weiterzugeben, ist bisher nur in wenigen Bundesländern (Niedersachsen, Nordrhein-Westfalen, Schleswig-Holsten) möglich.

Eine weitere Möglichkeit wäre die Beteiligung privater Investoren. Das könnten etwa die Ausgabe von Genussrechten (Schuldscheine, die eine Beteiligung am Gewinn bieten) oder anderen Mezzanine-Finanzierungen sein. Private Investoren könnten auch an einzelnen Projekten (z. B. neue Fernwärmeanlagen) beteiligt werden. 

Fazit: Die Stadtwerke werden in den nächsten Jahren von einem Goldesel zu einem Geldfresser. Der Finanzbedarf, wesentlich ausgelöst durch die Energiewende, wird die Kosten für die Abnehmer in die Höhe treiben - entweder direkt oder indirekt über Zinszahlungen.  

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