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Regierung Modi hält an ihrem Reformkurs fest

Starke Stütze für die Rupie

Die Reformen von Narendra Modi zeigen Wirkung. Copyright: Pexels
Die Regierung Modi hält an der Liberalisierung der Agrarmärkte auch gegen den Protest der Bauern fest. Sie setzt dabei auch auf den Erfolg der expansiven Finanzpolitik. Die dürfte neuen Schwung für die Wirtschaft und die Rupie bringen.

Die Indische Rupie (INR) erhält von Seiten der Wirtschaftspolitik eine deutliche Stütze. Der aktuelle Kurs zum Euro: 88,2.

Die Regierung Modi gibt ihre fiskalische Zurückhaltung auf und setzt klar auf Wachstum. Das eindeutige Signal setzte Finanzministerin Nirmala Sitharaman mit dem neuen Etat des Landes. Noch im laufenden Quartal sollen die Staatsausgaben auf insgesamt 34,5 Billionen Rupien (rund 470 Mrd. Dollar) ansteigen – ein sattes Plus von rund 30% zum Vorjahr. Die Investitionen steigen um 31% auf umgerechnet rund 60 Mrd. Dollar. Hinzu kommen kräftige Zuschläge bei den Gesundheitsausgaben.

Und es soll auch so weiter gehen. Das kommende Fiskaljahr (ab 1. April) soll eine weitere Steigerung um etwas mehr als ein Viertel bringen – zusammen mit höheren Ausgaben im Gesundheitswesen zur Bekämpfung der Pandemie. Das aktuelle Etatdefizit (2020/21) steigt auf 9,5% vom BIP. Ursprünglich geplant waren 3,5%. Offenbar der Mahnung des IWF entsprechend, die fiskalischen Antriebskräfte der Wirtschaft nicht vorzeitig zu stoppen, soll der fiskalische Schub aufrechterhalten werden. Geplant ist jetzt ein Staatsdefizit 6,8% vom BIP im nächsten Fiskaljahr.

Regierung hält an der Reform der Agrarmärkte fest

Einen wichtigen Grund liefern neben der Corona-Pandemie die nach wie vor gegen die Reformen protestierenden Bauern. Ihre Aktivisten belagern die Hauptstadt Delhi mit Protestcamps auf allen wichtigen Zufahrtsstraßen. Sie wollen die Abschaffung der staatlichen Mindestpreise und die Liberalisierung der Märkte verhindern.

Indes hält die Regierung an ihren Plänen fest. Sie antwortet mit den Sicherheitskräften, die bereits eine Reihe der Protestler festgenommen haben. Mittlerweile setzen sie sogar den Kurznachrichtendienst Twitter unter Druck, den die Bauern zur Organisation ihrer Aktionen und Verbreitung ihrer Botschaft vom „Genozid an den Bauern“ nutzen. Regierungschef Modi wird wohl auch diese Reform genauso durchboxen wie zuvor die Reform der Umsatzsteuern samt Abschaffung der aus der Zeit gefallenen Binnenzölle.

Positive Erwartungen auch für die Konjunktur

Nicht allein diese konsequente Reformorientierung ist wohl für die grundsätzlich positive Stimmung an den indischen Finanzmärkten verantwortlich. Selbst die großen Defizite werden nicht nur hingenommen sondern positiv bewertet. Sie gelten als Teil einer überzeugenden Wachstumsstrategie, die letztlich wohl auch den Widerstand der Bauern überwinden wird.

Dass die indische Wirtschaft trotz der Corona-Probleme auf einem guten Weg ist, sehen nicht nur die Prognosen von ADB und IWF mit ihren optimistische Ausblicken für dieses Jahr. Auch die Daten vom aktuellen Rand und Stimmung der Unternehmen weisen in die gleiche Richtung.

Wirtschaft im Expansionsbereich

So etwa der Einkaufsmanager-Index (composit). Mit dem jüngsten Anstieg auf 55,8 Punkte liegt er nicht nur klar im Expansionsbereich sondern auch über dem langfristigen Mittel (53,9 Punkte). Das deutet unterm Strich auf eine starke Erholung hin. Sie wird sowohl von einer starken Binnennachfrage als auch wachsenden Exporten der verarbeitenden Industrie – der Dienstleistungsexport schwächelt allerdings noch – getragen.

Fazit: Die Währungshüter haben beim Zins den Boden erreicht. Der durch verteuerte Inputs wachsende Margendruck auf die Unternehmen kann als Vorbote anziehender Preise gesehen werden. Das wird eine geldpolitische Straffung und in der Folge eine Stärkung des Außenwerts der Rupie nach sich ziehen.

Empfehlung: Die nur noch sechs Monate laufende Rupien-Anleihe der ADB (XS1464940565) bietet eine Rendite von 5,3% und könnte sich damit als interessant erweisen.

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