Das Bundesarbeitsgericht hat entschieden: Umkleidezeiten sind fester Bestandteil des Entgelts und keine freiwilligen Boni. Das hat Auswirkungen auf die Bezahlung auch bei Krankheit oder Urlaub.
FUCHS-Briefe
BAG entscheidet Streit um bezahlte Frühstückspause
Arbeitgeber können Tarifregelungen nicht einfach per Betriebsvereinbarung ändern. Das entschied das Bundesarbeitsgericht (BAG). Im Fokus: Eine langjährig gewährte Frühstückspause, die ein Werkstattmeister nicht aufgeben wollte.
Dürfen Unternehmen Jahressonderzahlungen per Stichtag gewähren oder müssen sie anteilig gezahlt werden? Diese Frage hat das Landesarbeitsgericht (LAG) Mecklenburg-Vorpommern mit einem für Unternehmen positivem Urteil geklärt.
Das Bundesverfassungsgericht (BVerfG) hat das Bundesarbeitsgericht ausgebremst. Im Coca-Cola-Streit um unterschiedlich hohe Schichtzuschläge hat das BVerfG den Arbeitgebern den Rücken gestärkt. Das Urteil ist für alle Unternehmen relevant, die Schichtzuschläge zahlen.
Die Kienbaum Gehaltsentwicklungsprognose 2025 befragte über 1.250 Unternehmen verschiedener Größen und Branchen zu ihrer Sicht auf dieses Thema. Die erwarteten Gehaltssteigerungen in der EU liegen zwischen EU-Ländern zwischen 2,8 und 6,9%. Für Deutschland wird eine Gehaltssteigerung von 3,8% prognostiziert. Diese Erwartung liegt unter der des letzten Jahres.
Machen Teilzeitbeschäftigte Überstunden, müssen diese vergütet werden. Dabei darf es nicht zu einer Diskriminierung gegenüber Vollzeitbeschäftigen kommen. Doch ab wann fallen überhaupt Überstunden an? Diese Frage stand im Kern der Klage einer Pflegekraft vor dem Bundesarbeitsgericht, die damit einen Manteltarifvertrag zu Fall brachte.
Teilzeit ist ein weit verbreitetes Arbeitszeitzeitmodell in den Betrieben. Rund ein Drittel der Beschäftigten arbeitete 2023 so. Das Bundesarbeitsgericht musste nun entscheiden, ob Altersfreizeit auch Teilzeitkräften zu gewähren ist.
Passt die Entlohnung eines Mitarbeiters nicht in das im Betrieb übliche Entgeltschema, kann ein außertarifliches Gehalt vereinbart werden. Ob es dafür einen Mindestabstand zum Tariflohn geben muss, hat das Bundesarbeitsgericht entschieden.
Das Bundesarbeitsgericht hatte bereits entschieden, dass die tägliche Umkleidezeit und der Weg im Betrieb zum Arbeitsplatz vergütungspflichtige Arbeitszeiten sind. Aber gilt das auch für das Duschen nach getaner Arbeit?
FUCHS-Briefe
Vergütung an gesetzlichen Feiertagen richtig Regeln
Gesetzliche Feiertage zu regeln, ist in Deutschland Sache der Länder. Entsprechend unterschiedlich ist ihre Anzahl (10 bis 14) und nach Anlass. Das Bundesarbeitsgericht musste jetzt entscheiden, ob einem Mitarbeiter ein Feiertagszuschlag zusteht, der am Arbeitsort Feiertag hatte, aber an diesem Tag in einem anderen Bundesland arbeitet, an dem kein gesetzlicher Feiertag war.
In den kommenden Monaten stehen wichtige Tarifverhandlungen an, bei denen Gewerkschaften hohe Lohnforderungen stellen werden. Sie haben gute Aussichten, hohe Abschlüsse zu erzielen. Unternehmen müssen investieren, um produktiver zu werden und die Personalkosten reduzieren zu können.
Die Tarifkonflikte wurden in diesem Jahr weit härter geführt, als in den Jahren zuvor. In den kommenden Jahren werden sie nochmals an Schärfe gewinnen. Die Gewerkschaften sehen sich dazu durch die Wirtschaftsanalysen der gewerkschaftsnahen Institute der Böckler-Stiftung ermutigt.
Bisher waren die Lohnforderungen der Gewerkschaften relativ moderat. Die Reallöhne sind in den letzten Jahren durch die hohe Inflation gesunken. Ab 2024 wird sich dieser Trend umkehren. Die Tariflöhne werden wohl stärker steigen als die Inflation. Das wiederum hat Auswirkungen auf die Inflationsraten der kommenden Jahre.
Das Bundesarbeitsgericht (BAG) setzt einer falsch verstandene Gleichmacherei bei Zuschlägen ein Ende. Rund 400 Klagen verlangten eine finanzielle Gleichbehandlung bei gelegentlicher und regelmäßiger Nachtarbeit im Schichtrhythmus. Die zehnte Kammer des BAG entschied aber anders.
Ein Abrechnungsfehler kann sehr teuer werden, wenn er lange unentdeckt bleibt. Denn eine Korrektur ist nach der Entdeckung des Fehlers manchmal nicht mehr möglich. Das hat jetzt das Landesarbeitsgericht (LAG) Sachsen entschieden.
Die Gewerkschaften des Öffentlichen Dienstes (ÖD) haben den Startschuss für die Tarifverhandlungen 2023 gegeben. Die Botschaft an die Arbeitgeber ist klar: Es wird sehr unnachgiebige Verhandlungen geben, die in einen hohen Abschluss münden werden. Das wird Signalwirkung haben. Denn nach dem ÖD verhandeln noch viele weitere Gewerkschaften für über 10 Mio. Beschäftigte.
Wann ist ein Tarifvertrag die Grundlage für die Bezahlung eines Beschäftigten? Und kann der Arbeitgeber auf die ortsübliche Bezahlung ausweichen, wenn der Tarifvertrag nicht gilt? Fragen, die das Landesarbeitsgericht (LAG) Mecklenburg-Vorpommern entscheiden musste.
FUCHS-Briefe
Wahrnehmung über aktuelle Geschäftslage klafft auseinander
„Selten war die Ausgangslage für Tarifverhandlungen so schwierig wie in diesem Jahr,“ so der Arbeitgeberverband Südwestmetall. Damit hat er recht. Die Frage ist nur, wie sich beide Seiten am Verhandlungstisch einigen werden.
Die Zeitarbeit will kein Schmuddelkind auf dem deutschen Arbeitsmarkt mehr sein. Diesem Ziel sind die aktuell knapp 820.000 Leiharbeiter mit dem Urteil des Bundesarbeitsgerichts (BAG) ein Stück näher gekommen.