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Russlands Chancen und Risiken durch den Klimawandel

Teure Arktis

Russlands betreibt die Erschließung des so genannten Nördlichen Seewegs. Copyright: Pixabay
Der Klimawandel macht es möglich: Russland betreibt die Erschließung des so genannten Nördlichen Seewegs, der Verbindung von Europa nach Asien durch das Eismeer. Bis 2024 soll der Weg durchs Eismeer ganzjährig zur Verfügung stehen.

Der Klimawandel wird den internationalen Handel massiv beeinflussen. Das wohl spektakulärste Vorhaben Russlands ist dabei die Erschließung des so genannten Nördlichen Seewegs, der Verbindung von Europa nach Asien durch das Eismeer. Bis 2024 soll der Weg durchs Eismeer ganzjährig zur Verfügung stehen. Die Staatsreederei Sowkomflot lässt bereits eine neue Serie von acht Eisbrechern mit Nuklear-Antrieb bauen, die von November bis Mai für eine offene Fahrrinne sorgen sollen.

Der Seetransport zwischen Asien und Europa wird um mehrere Tage verkürzt. Die Route verläuft dann zwischen Murmansk am Südufer der Barentssee nach Petropawlowsk-Kamtschatskij am Südausgang der Beringsee. Das hat ansehnliche betriebswirtschaftliche Effekte: Die Chartergebühren im Seetransport machen in der Regel fünfstellige Dollar-Beträge pro Tag aus.

Erleichterter Abtransport von Rohstoffen

Das russische Projekt verfolgt zwei Ziele. Zunächst geht es um das Angebot der Dienstleistungen auf diesem Seeweg und die damit erzielbare Wertschöpfung. Russland schafft Jobs in einer schwierig zu bewirtschaftenden Gegend. Die russischen Unternehmen und der Staat haben aber ein weiter gehendes Interesse an der Erschließung dieser Route. Der Abtransport von Flüssiggas (LNG) und anderen Rohstoffen die in Sibirien gefördert und aufbereitet werden, wird damit stark erleichtert.

Die andere Seite der Medaille Klimawandel wird eine erheblich zusätzliche Belastung des russischen Staatshaushalts zur Sicherung der Förderanlagen für Gas und Öl in den arktischen Gebieten sein. Die Durchschnittstemperatur in der Arktis steigt seit dem Jahr 2000 drei- bis viermal so schnell wie in den gemäßigten Zonen.

Infrastruktur bedroht

Die anhaltende Wärme lässt den Permafrost auftauen. Dies wiederum stellt eine große Bedrohung für die Infrastruktur und die Förderanlagen in der Arktis dar, weil die Anlagen ihren Halt im Boden verlieren. So hatte der Eismeerhafen Murmansk für mehrere Monate keine Eisenbahnanbindung weil eine Brücke einstürzte, nachdem die Pfeiler im aufgetauten Permafrost weg sackten. Das Gleiche geschah beim Bergbaukonzerns Nornickel. Diesem zerbarst ein Kraftwerkstank in der Region Krasnojarsk mit mehr als 20.000 t Diesel. Die  Stützen unter dem Tank hatten den Halt verloren.

Fazit: Für Russland kann die Nutzung der Arktis zur wirtschaftlichen Falle werden. Denn das Land bindet sich noch stärker an die Förderung fossiler Brennstoffe, deren Nutzung weltweit zurückgehen wird. Gleichzeitig wird es mit hohen Zusatzkosten für Sicherung und Ausbau der Infrastruktur belastet sein.

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